Dreifacher Vater wünscht sich Jahreskarte

„Muss das sein?“ – Schüler stehen Schlange beim Fahrkarten-Kauf

„Muss das sein?“, fragt ein Vater aus Ströhen, der wegen möglichen Drucks auf seine Kinder namentlich nicht genannt werden will. Dabei ist sein Wunsch harmlos: Eine Jahresabrechnung für die tägliche Busfahrt zum Gymnasium in Rahden. So, wie es sie beim bisherigen Betreiber der Linie 133 gegeben habe. Dort fahre nun ein anderes Unternehmen, das diese Lösung nicht anbiete.

Ströhen - Die Folge: „An manchen Tagen stehen 18 bis 20 Kinder Schlange vor dem Bus, um ein Einzelticket zu kaufen“, so der Vater. Zwar gebe es Monats- und Wochentickets, die aber nicht immer zu den Unterrichtstagen passen. Die günstigste Variante sei das überbrückende Einzelticket: „Manche Kinder stehen dann im Regen, und der Bus fährt mit Verspätung ab.“ Gerade so eben seien seine Kinder in einem Fall noch zum Unterrichtsbeginn gekommen.

Gymnasien im Landkreis Diepholz weiter weg

Die 10 und 17 Jahre alten Töchter sowie der 13 Jahre alte Sohn des Ströhers besuchen das Gymnasium im nordrhein-westfälischen Rahden – und kein Gymnasium im Landkreis Diepholz. Das in Sulingen ist 24 Kilometer von Ströhen entfernt, das in Diepholz 26 Kilometer. Nach Rahden sind es jedoch nur 15.

Rahden gehört nicht zum VBN

Deshalb zahlt der Vater die Busfahrkarten für seine Kinder seit Jahren selbst. Er berichtet: „Der Landkreis Diepholz übernimmt diese Kosten nicht, auch nicht anteilig.“ Das bestätigte Thorsten Abeling als Leiter des Landkreis-Fachdienstes Bildung auf Anfrage – und verwies auf die schulischen Zuständigkeitsbereiche. Schüler aus Ströhen, das ja zum Landkreis Diepholz gehöre, könnten zwischen Sulingen und Diepholz wählen – Gymnasien in Trägerschaft des Landkreises Diepholz. Die Einzelticket-Lösung sei sicher unangenehm, aber korrekt: „Der neue Betreiber hält sich streng an die Vorgaben des VBN“, verwies Abeling auf die Zuständigkeiten des Verkehrsverbunds Bremen/Niedersachsen, VBN. Weil im Nachbar-Bundesland gelegen, gehöre Rahden auch nicht zum VBN. Aber es gebe einen Übergangstarif für diese Strecke.

Übergangstarif noch nicht im Online-Angebot

Das bestätigte Christof Herr als Geschäftsführer des Zweckverbands Verkehrsvebund Bremen/Niedersachsen (ZVBN). Für Schüler, die Anspruch auf Beförderung durch den Landkreises haben, gebe es das Schülersammelticket, erläuterte Christof Herr. Wer die Fahrkarte selber kaufen muss, könne kein Jahresticket wählen: „Das haben wir im gesamten Verbundgebiet nicht.“ 

Der ZBVN-Geschäftsführer erinnerte an das Ziel, für Schüler und Auszubildende sowie Jugendliche im Freiwilligendienst das 365-Euro-Ticket einführen zu wollen (wir berichteten). „Aber das haben wir noch nicht.“ Zu überlegen sei, ob besagte Einzeltickets nicht auch online, sprich über das Handy, gekauft werden könnten. Zurzeit sei der Übergangstarif nach Rahden aber noch nicht im Online-Angebot. „Das Problem ist uns bekannt“, sagte Herr. So schnell wie möglich soll es gelöst werden – gemeinsam mit den Busunternehmen und dem Landkreis.

sdl

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