Fachausschuss will Rettungsdienst-Gutachten im Juni beschließen

Notfall-Verbesserung für Wagenfeld-Ströhen hat Priorität

Barrien/Ströhen - Von Anke Seidel. Keine halben Lösungen im Vorgriff, aber nach Vorlage des Rettungsdienst-Gutachtens eine sofortige Verbesserung: Mit dieser Strategie will der Fachausschuss für Feuerschutz, Verkehr und Sicherheit den Rettungsdienst im Landkreis Diepholz so schnell wie möglich optimieren. Dahinter stehen alle Mitglieder, wie die Abstimmung unter Leitung des Vorsitzenden, Dr. Marco Genthe (FDP), in der Feuerwehrtechnischen Zentrale Barrien am Ende bewies.

Wie gestern bereits berichtet, muss der Rettungsdienst im Landkreis Diepholz nach sechs Jahren in verschiedenen Bereichen an neue Gegebenheiten angepasst werden. Zum einen, weil immer mehr Bürger den Notruf wählen, seit der hausärztliche Notdienst im Landkreis Diepholz nur noch an vier Standorten konzentriert ist. Zum anderen habe auch der demografische Wandel – sprich die alternde Gesellschaft – und die Neustrukturierung der Kliniken im Landkreis Einfluss, erläuterte Klaus Speckmann als Leiter des Landkreis-Fachdienstes Sicherheit und Ordnung. „Es wird Verschiebungen geben, aber im einzelnen muss das der Gutachter errechnen“, blickte Speckmann auf das Gutachten für zukünftige Strukturen des Rettungsdienstes.

Eine Verschiebung allerdings forderte Dirk Wehrbein sofort: Weil es im Bereich Wagenfeld-Ströhen Versorgungsprobleme gibt, wollte der SPD-Politiker – selbst Mediziner – so schnell wie möglich ein Rettungsfahrzeug in diesen Bereich verschoben wissen. „Das dauert alles zu lange“, blickte er auf die Fertigstellung des Gutachtens, das am 3. Juni zur Beschlussfassung vorliegen soll. Außerdem wollte er verhindern, dass die Rettungsdienst-Versorgung am Ende zum Kommunalwahlkampf-Thema wird: Am 11. November wählen die Bürger „ihre“ Kommunalvertreter neu.

Dieter Engelbart (CDU) unterstützte die Forderung Wehrbeins, noch vor der Vorlage des Gutachtens ein Fahrzeug in den neuralgischen Bereich zu verschieben. „Hat das DRK oder der Landkreis nicht ein Fahrzeug?“, fragte Wehrbein. Das sei nicht unbedingt das Problem, antwortete Fachdienstleiter Speckmann. „Aber das Personal dafür ist entscheidend.“ Wenn der Beschluss am 3. Juni gefasst werde, könne umgehend gehandelt werden – und damit noch vor der Sommerpause, schlug Speckmann vor. Doch damit konnte sich Dirk Wehrbein nur schwer anfreunden: Für die neuralgischen Punkte im Südkreis müsse sehr schnell eine Lösung her – zumal auch die Versorgung für den Bereich Lemförde sichergestellt werden müsse, wenn die Rettungswache Haldem im Nachbar-Landkreis Minden-Lübbecke verlegt werde. Auch dort steht zurzeit der Rettungsdienst auf dem Prüfstand.

Kreisrat Markus Pragal bat trotz der Bedenken im Südkreis um Geduld – auch aus juristischen Gründen. Die Botschaft sei ja klar: „Wir wollen was machen.“

Persönlich zeigte sich Dirk Wehrbein davon überzeugt, dass der Rettungsdienst im Landkreis Diepholz deutlich ausgeweitet werden muss. „Wir brauchen bis 2018 drei bis fünf Fahrzeuge“, erklärte er auf Nachfrage.

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