„Exoten“ singen und spielen dreimal im Tierparkrestaurant in Ströhen

,Cooler Trip‘ durch die Musik

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Mit „Aber bitte mit Sahne“ läutete „Zeitlos“ das Finale ein.

Ströhen - Von Simone Brauns-Bömermann. Die Liebe zur Musik, die Liebe zu großen Komponisten und Interpreten, die waren es, die die Steilvorlage für das Ensemble „Zeitlos“ aus Ströhen gaben, um ihr „Herbstpublikum“ im Premierenkonzert am Freitagabend zu begeistern. Der Titel wurde Programm für Gesang, Schauspiel und jeder Menge Genuss für das 110 Gäste starke Publikum.

Für Samstag hatten sich 120 weitere und für Sonntag rund 100 Gäste angemeldet. Wie eng die Titel der ersten Halbzeit einen Kontext bildeten, zeigt ein Blick zurück: „Die kleine Nachtmusik“ von Mozart kombiniert mit „I Have A Dream“ von Abba, was fehlt dann noch zum Glück? Klar, „All You Need Is Love“, das empfahlen musikalisch die Beatles.

Im Chor war kostümlich immer ein Vertreter der Songs anwesend, ein bunter Haufen von Barock bis Flower-Power, grellen 70ern und Cowboys tummelte sich. Schon war die nächtliche Liebelei vorbei und wie es schon Zarah Leander besang: „Nur nicht aus Liebe weinen“ die Antwort.

Rudolf Bernauer hatte das Ensemble „Zeitlos“ mit seinem Resümee „Die Männer sind alle Verbrecher“ inspiriert, doch der Wunsch nach einem Happy-End blieb: „The music of the night“ wie beim Phantom der Oper kam schnell zurück und mit „Nur ein Zimmerchen irgendwo“ aus dem Musical „My Fair Lady“ war der Herzschmerz auch schon wieder beendet. Denn das Gefühl: „Can´t Help Falling In Love“ à la Elvis kennt ja jeder irgendwie, die Wünsche auf der Bühne waren jedoch sehr speziell.

Ausgerechnet ein Cowboy musste es sein. Gitte Haenning formulierte dies bereits 1963: „Ich will `nen Cowboy als Mann“. Mit dem Hochgefühl, ob mit Cowboy oder Normalo, das Gefühl des Gospels vom Norweger Rolf Lovland „You raise me up“ und „Schmeichelnd und hold“, wie Beethoven es beschrieb, erreichte die erste Halbzeit den Höhepunkt.

Nur Schuberts „Die launige Forelle“ hatte sich wohl vor lauter Liebeshunger in das zwischenmenschlich Besungene gemogelt. Und warum auch noch „Ausgerechnet Bananen“ (Song von Willi Rose) nachgefragt wurden, blieb im Dunklen.

Und so trafen sich auf der Tierparkbühne Mozart mit Agneta und Beethoven mit Gitte.

Damit aber nicht genug: Der Ritt ging weiter, neue Kostüme, neue Interpreten für die zweite Runde. Das Orchester stellte der Chor selbst, holte die Flöten heraus und verzauberte mit „Drei Nüsse für Aschenbrödel“ die Gäste. Von Liverpool und den Beatles ging es nach Hamburg zu Freddy Quinn und seinem Welthit „Heimweh“, von Rassenkonflikten der „West Side Story“ an weiße Strände der Surfer-Szene und den Beach Boys.

Michael Jacksons „Earth Song“ stimmte nachdenklich und Eric Claptons Hymne an den verstorbenen Sohn „Tears In Heaven“ erläuterte, dass das Leben einem das Herz brechen kann.

Szenenapplaus gab es zu Engelbert Humperdincks Märchenoper „Hänsel und Gretel“ und dem Abendlied „Abendsegen“ der beiden Kinder.

Fürs Publikum war das Konzert sowieso mit Sahne dekoriert: Der gleichnamige Song des Kultstars Udo Jürgens winkte das Finale in Ströhen ein und zwar gesungen und gespielt. Im Anschluss waren Chor und Publikum auf Wolke Sieben und reisten wie nach Liedermacher Reinhard May „Über den Wolken“.

Das Ensemble „Zeitlos“ hat de facto den Wunsch, die Welt durch Musik nach Ströhen zu holen und das gelingt immer.

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