Bürgermeister und Vereine gedenken zum Volkstrauertag der Opfer von Krieg und Gewalt

Aus der Erinnerung Lehren für die Zukunft ziehen

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Zahlreiche Mitglieder der Wagenfelder Vereine hatten sich zur Kranzniederlegung am Mahnmal auf dem Kirchvorplatz zusammengefunden.

Wagenfeld – Die Erinnerung an die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft am Volkstrauertag ist für Matthias Kreye nicht nur ein Anlass, den Blick in die Vergangenheit zu richten, sondern sich der eigenen Verantwortung für Demokratie und Frieden in der Gegenwart bewusst zu werden. Gerade heute, da rechte Kräfte die Taten der Nationalsozialisten relativieren wollten, sei es wichtig, sich zu erinnern, betonte der Wagenfelder Bürgermeister am Sonntag bei der Kranzniederlegung am Mahnmal an der St. Antonius-Kirche. Denn nur aus dieser Erinnerung heraus könne man Lehren für die Zukunft ziehen.

Kreye erinnerte an das unvorstellbare Leid, das die deutsche Schreckensherrschaft während des Zweiten Weltkriegs über Polen gebracht hatte. Das Datum des Überfalls auf das Nachbarland, der zugleich den Beginn des Zweiten Weltkriegs markierte, sei vielen Menschen noch ein Begriff, doch was in den Jahren danach geschehen sei, sei den meisten gar nicht mehr bewusst, sagte er. Er sprach die Gettos an, in denen die Menschen – vorwiegend Juden – zusammengepfercht wurden, und die Konzentrationslager, in denen, von der Bevölkerung in Deutschland kaum wahrgenommen, Millionen Menschen den Tod fanden. „Fassungslos fragen wir uns heute, wie das geschehen konnte“, so Kreye. Dass trotz dieser Vergangenheit heute eine Freundschaft zwischen Deutschland und Polen besteht, dafür „können wir dankbar sein“.

„Nie wieder dürfen Krieg und Hass zu Mitteln der Politik werden“, betonte der Bürgermeister vor dem Hintergrund der in den vergangenen Jahren wieder präsenter gewordenen fremdenfeindlichen Parolen.

Kreye freute sich, dass das Gedenken am Volkstrauertag in Wagenfeld nicht nur ein Ritual ist. Das zeige die starke Präsenz der Vereine. Abordnungen von der Kameradschaft Wagenfeld, der Reservistenkameradschaft und den vier Schützenvereinen hatten sich zum Gottesdienst mit Pastorin Edith Steinmeyer in der Kirche eingefunden und danach auf dem Vorplatz Aufstellung genommen.

Nachdem Matthias Kreye gemeinsam mit Marc Riesenberg, Vorsitzender der Reservistenkameradschaft, einen Kranz niedergelegt hatte, erklang zum Abschluss die Nationalhymne, auf der Trompete gespielt von Willi Brinkmann.

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