Ergreifende Fotoausstellung in Dienstleistungszentrum in Wagenfeld/Großes Engagement von Kirche, Bürgern und Gemeinde

„Wer Asyl sucht, kämpft um sein Leben“

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Die Ausstellung im Dienstleistungszentrum ist noch bis zum 16. Oktober zu sehen.

Wagenfeld - Ungeplant hat die aktuell eröffnete Fotoausstellung „Asyl ist Menschenrecht“ der evangelischen Kirchengemeinde brisant an Aktualität gewonnen. Als am Donnerstagabend mit zahlreichen Gästen die Ausstellung von Pastor Michael Steinmeyer im Dienstleistungszentrum (DLZ) Wagenfeld eröffnet wurde, war dies mehr als deutlich. „Als mir das Angebot der Ausstellung von Pro Asyl auf dem Schreibtisch lag, stellte ich es meinem Kirchenvorstand vor.“

Dieser fragte im DLZ, ob er die Ausstellung dort platzieren könne. Er konnte: Patin wurde die Gemeindeverwaltung. Die Mieter des DLZ unterstützen sie, der Popchor Wagenfeld probte Lieder mit menschlichem Kontext und Rüdiger Fäth, Diakon und Sozialarbeiter des Diakonischen Werkes Diepholz, rüttelte ordentlich wach mit seinen Einführungsworten. „Ich wünsche Ihnen keinen schönen Abend angesichts der Bilder und Fakten, die die Fotoausstellung zeigt.“ Er appellierte an Menschlichkeit und Verantwortung den Menschen gegenüber, die alle Habe und Gut, teils Mitmenschen oder Familie im Land verlassen, vor Angst um ihr nacktes Leben. „Wer Asyl sucht, kämpft um sein Leben. Lasst uns etwas tun mit und für Asyl suchende Menschen“, sein Appell.

Roma seien in allen Balkanstaaten einer Rundumdiskriminierung unterworfen, ein Plakat in der Ausstellung zeigt die zahlreichen Gründe, warum Menschen fliehen. Gewalt, Krieg, Verfolgung, Terror, Folter, aber auch Flucht aufgrund des sich verändernden Klimas und der Zerstörung der Lebensgrundlagen gehören dazu. Derzeit kämen 2,5 Asylanträge auf 1000 Einwohner, das sei keine Welle des Überrollens, so Fäth. „Wir handeln und wirtschaften global mit allen negativen Auswirkungen. Deshalb dürfen wir nicht so tun, als ginge uns das Schicksal der Menschen die darunter leiden nichts an“, sein Wachrütteln. Der Weltklimarat hätte keine Zweifel mehr, dass demnächst Millionen von Menschen vor Dürre und Missernten flüchten. Künstlerin Inka Uzoma aus Donstorf lieh der Ausstellung noch zwei Skulpturen: „Tor zur Welt“ und „Gesichtskreis“ die Sinn trächtigen Namen. Der Popchor sang Titel wie „Wie ich bin, das bin ich, das ist o.k.“, „Wir sind am Leben“ und „Damit Du Hoffnung hast“ und „All You Need Is Love“ von den Beatles. „Das war klasse“, fand Bürgermeister Matthias Kreye und schloss sich den Vorrednern und Sängern an: „Bitte begegnen Sie den Flüchtlingen mit Respekt, sie haben sich Ihr Schicksal nicht ausgesucht.“ Er informierte über die Situation in Wagenfeld: „Derzeit haben wir 68 Flüchtlinge aus 17 Nationen in dezentralen Wohnungen untergebracht.“ Bis Ende September hätte Wagenfeld die Aufnahmequote erfüllt, die private Hilfe sei sehr gut angelaufen, Ehrenamtliche und Kirchengemeinde würden tatkräftig helfen. „Mit der Wagenfelder Tafel haben wir riesiges Glück als Anlaufstelle, aus der sich weitere Hilfsprojekte entwickeln“, der Bürgermeister. Zudem würde der Landkreis Diepholz zur Entlastung der Hauptamtlichen in den Gemeinden eine Ausbildung zum Asylbegleiter anbieten. „Bislang konnten wir alle Flüchtlinge menschenwürdig unterbringen.“

Vermieter von Wohnungen kümmern sich teils um Flüchtlinge, geben Hilfestellung bei Sprachbarrieren und Behördengängen, Hilfen im täglichen Leben. So wie Apothekerin Maike Placke, die seit Jahren für junge Flüchtlinge kämpft und wie Fäth keine Angst kennt, mit Vorurteilen gegenüber Flüchtlingen aufzuräumen. Sie kam mit drei jungen Flüchtlingen zur Eröffnung. „Wir sind offensichtlich ein Land, in dem viele Menschen leben wollen, weil es Schutz bietet. Ich empfinde dies als Auszeichnung und Verpflichtung“, so Pastor Steinmeyer.

sbb

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