„Der Entfremdung entgegenwirken“

Interview mit Meinke Ostermann zur Situation in der Landwirtschaft

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Bei der Auftaktveranstaltung in Wagenfeld am Montag sprach Junglandwirt Tim Ahrens aus Ströhen. 

Wagenfeld - Information, Austausch und Diskussion stehen im Mittelpunkt der traditionellen Winterversammlungen, zu denen das Landvolk Diepholz seine Mitglieder einlädt. Auftakt war am Montag in Wagenfeld.

Vorsitzender Theo Runge und Kreisgeschäftsführer Dr. Jochen Thiering stellen an insgesamt zehn Terminen die die Arbeit des Landvolk-Kreisverbandes vor. Im Fokus stehen Themen, die die Landwirte der Region bewegen. Außerdem geben Junglandwirte einen kurzen Erfahrungsbericht über ihre Teilnahme am „Studienkurs Niedersachsen“.

Dieser wird von den Junglandwirten Niedersachsen in Zusammenarbeit mit dem Bildungs- und Tagungszentrum Ostheide (BTO) und dem Landvolk Niedersachsen Landesbauernverband veranstaltet. Er richtet sich an junge, motivierte Landwirte aus verschiedenen Regionen Niedersachsens mit abgeschlossener Berufsausbildung, die sich für den Berufsstand ehrenamtlich engagieren möchten.

Wir haben uns mit Junglandwirt Meinke Ostermann aus Borstel darüber unterhalten, wie er derzeit die Lage in der Landwirtschaft beurteilt und wie er die Zukunft sieht. Die Fragen stellten Melanie Russ und Horst Benker.

Warum nehmen sie an dem Studienkurs teil?

Ich nehme am Studienkurs teil, um mich persönlich weiterzuentwickeln und auf eventuelle zukünftige Ehrenämter gut vorbereitet zu sein.

Welche Bedeutung spielt die Öffentlichkeitsarbeit in der Landwirtschaft? Gewinnt sie an Bedeutung?

Die Öffentlichkeitsarbeit gewinnt zunehmend an Wichtigkeit. Da die Verbraucher aus meiner Sicht immer weniger wissen, was wir Landwirte heute wirklich machen. Denn auch die Landwirtschaft hat sich in den letzten Jahrzehnten stark weiterentwickelt.

Warum ist aus ihrer Sicht die Mitarbeit in Vorständen von Verbänden oder Interessengemeinschaften wichtig?

Auch in Zukunft ist es meiner Meinung nach sehr wichtig sich ehrenamtlich zu engagieren und somit einen Teil zu der gesellschaftlichen Entwicklung beizutragen. Dazu gehört auch die Vorstandsarbeit, weil es wichtig ist, Verantwortung zu übernehmen.

Wo drückt insbesondere Junglandwirten der Schuh?

Ich habe das Gefühl, dass es immer mehr zu einer gesellschaftlichen Entfremdung gegenüber der Landwirtschaft kommt. Diesem Trend möchte ich gerne entgegenwirken.

Ist es richtig, dass Junglandwirte im Gegensatz zu vielen älteren Kollegen auf Subventionen verzichten würden, wenn sie reelle Preise für ihre Produkte erhielten?

Meiner Meinung nach würde die Landwirtschaft grundsätzlich auf Subventionen verzichten, wenn sie reelle Preise erhalten würde.

Wie stehen sie zum Umweltschutz - speziell zum Einsatz des Unkrautvernichters Glyphosat?

Umweltschutz ist in allen Bereichen wichtig und jeder kann durch sein Handeln dazu beitragen. Der gezielte Einsatz von Glyphosat ist meiner Meinung nach auch weiterhin sinnvoll.

Ist für die Landwirtschaft auch künftig ein Wachsen unausweichlich oder muss sie sich nach Alternativen und zusätzlichen Standbeinen umschauen?

Ich denke, ein gesundes Wachstum kann auch in Zukunft in der Landwirtschaft sinnvoll sein. Bei der Betriebsentwicklung sollte man Alternativen und zusätzliche Standbeine mit in die Planung einbeziehen.

Warum haben Sie sich entschieden, Landwirt zu werden?

Ich bin Landwirt geworden, weil es einer der schönsten Berufe ist, den es gibt. Es gibt kaum so vielfältige Berufe wie den des Landwirts.

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