Neue Ideen und Infos aus dem Rathaus bei Aktiwas-Unternehmerstammtisch

Engere Kooperation gewünscht

Peter Schneekönig und Frank Klausing (v.l., Oberschule) sowie Falko Niebuhr (Gemeinde Wagenfeld) und Bürgermeister Matthias Kreye referierten beim Unternehmerstammtisch, zu dem Aktiwas-Vorsitzender Reinhard Kawemeyer eingeladen hatte. Fotos: Schubert

Wagenfeld - Von Anja Schubert. Eine engere Kooperation zwischen Oberschule und örtlichen Betrieben sowie Neuerungen im Vergabewesen der öffentlichen Hand standen im Mittelpunkt des jüngsten Aktiwas-Unternehmerstammtisches, zu dem sich am Donnerstagabend mehr als 20 Firmenvertreter im Landhaus Wiedemann eingefunden hatten.

Reinhard Kawemeyer, Vorsitzender des Unternehmenszusammenschlusses Aktiwas freute sich, eine solch große Runde sowie Bürgermeister Matthias Kreye und Falko Niebuhr, der seit Anfang November bei der Gemeinde für das Vergabewesen zuständig ist, begrüßen zu können.

Die bisherige gute Zusammenarbeit mit den Wagenfelder Gewerbetreibenden hätte die Oberschule veranlasst über eine engere Kooperation nachzudenken, die eine Win-win-Situation für beide bedeuten könnte, erläuterte Frank Klausing, Leiter der Oberschule Wagenfeld. Dabei habe man an keine finanzielle Unterstützung gedacht, sondern an die Möglichkeit, Ferienpraktika in den Betrieben zu absolvieren sowie eine Börse für Schülerjobs und Ausbildungsplätze ins Leben zu rufen. Auch ein Probevorstellungsgespräch mit vorhergehender schriftlicher Bewerbung als Unterstützung des schulischen Bewerbertrainings könnte hilfreich für die jungen Leute sein, bevor es in die heiße Phase ginge, sich um einen realen Ausbildungsplatz zu bewerben, untermauerte Peter Schneekönig (kollegiale Schulleitung), der in der Schule für die Berufsorientierung zuständig ist. „Durch solche Kontakte können die Firmen vielleicht schon den ein oder anderen zukünftigen Auszubildenden finden und ein Signal setzen, junge Menschen auch nach dem Schulabschluss in der Gemeinde zu halten.“ Die festgelegten zweiwöchigen Praktika in den Jahrgangsstufen acht, neun und zehn würden unverändert durchgeführt.

„Der Ausbildungsbereich wird an unserer Schule im Vergleich zum Wechsel auf weiterführende Schulen wieder stärker nachgefragt“, freut sich Klausing verkünden zu können. „Viele unserer Schüler möchten ins Handwerk.“

Die Anregungen trafen im Plenum der Unternehmer auf Zuspruch und Interesse, erste Detailfragen machten die Runde. „Wir schreiben alle Betriebe an und unterbreiten diese Kooperationsideen, dann entwickeln wir gemeinsam mit der Oberschule die weitere Vorgehensweise“, freute sich Kawemeyer. „Wer Interesse hat, kann sich auch direkt schon bei uns melden“, stellte sich Vorstandsmitglied Julian-James Mandviwala als Ansprechpartner zur Verfügung.

Anschließend gab Falko Niebuhr einen kurzen Einblick in die Neuerungen im Vergabewesen. „Das Vergaberecht der öffentlichen Hand ist ein heißes Thema“, betonte Bürgermeister Matthias Kreye in seinen einleitenden Worten und stellte heraus, dass es im Zuge der Aufgabenbündelung seit 1. November im Rathaus eine zentrale Vergabestelle gebe. „So hat man in Falko Niebuhr einen festen Ansprechpartner.“

„Ab kommendem Jahr müssen Vergaben digital abgewickelt werden. Das Ganze ist aber relativ unspektakulär“, veranschaulichte Niebuhr kurz und demonstrierte die hierfür vom Landkreis zur Verfügung gestellte „eVergabe“-Plattform.

Vorteile für die Bieter seien unter anderem eine kostenfreie Registrierung, Recherche einer Vielzahl von Vergabeverfahren der Gemeinde Wagenfeld und der Vergabestellen des Landes, anderer Kommunen und des Bundes, die diese Plattform nutzen, automatische Informationen des Auftraggebers während des gesamten Verfahrens sowie eine mögliche Angebotsabgabe rund um die Uhr.

„Das Ganze erfolgt elektronisch im Vier-Augen-Prinzip.“ Bis zum 31. Dezember 2020 sei die Angebotsabgabe schriftlich (per Post) und in Textform (elektronisch) über die Vergabeplattform möglich.

Ab 2021 erfolgten alle Vergaben nur noch elektronisch über die Vergabeplattform.

Was es im Wagenfelder Rathaus sonst noch Neues gibt

Bevor die Unternehmer zum gemütlichen Teil des Abends übergingen, berichtete Bürgermeister Kreye noch aktuelles aus dem Rathaus. Hierzu zählten der Status quo hinsichtlich des neuen Gewerbegebietes gegenüber von ZF Friedrichshafen, für das die Bauleitplanung angelaufen sei.

Beim brennenden Thema „Glasfasernetz“ stellte Kreye heraus, dass nach abgeschlossener Vermarktung alles nach Plan laufe. Verzögerungen seien jedoch auf Einsprüche von Bietern zurückzuführen, die das Auftragsverfahren behinderten.

Die Sporthalle solle in 2019 noch fertiggestellt werden. Und zugleich konnte Kreye für das kommende Jahr ein neues Bauprojekt in Aussicht stellen. „In Sachen Bauhof muss etwas gemacht werden, da müssen wir eine Summe für den Neubau an anderer Stelle einplanen.“ Ein Förderantrag für den Rückbau des bisherigen Domizils der zehn Bauhofmitarbeiter auf dem Gelände der Auburg sei bereits gestellt. „Wir hoffen auf Geld aus Tourismustöpfen, denn ein Rückbau wirkt sich positiv auf das gesamte Auburg-Ensemble aus. Die historische Anlage erfährt so eine touristische Aufwertung.“

Und noch einmal gute Nachrichten hatte Kreye im Gepäck: „An der Oberschule in Wagenfeld wird nicht gerüttelt, sie wird weiter fortbestehen und soll saniert werden.“ Dafür würden eine Million Euro in 2021 und noch einmal zwei Millionen in 2022 vom Land bereitgestellt.

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