Wagenfelder Guido Sander zum Hobbyläufer des Jahres gewählt

„Es ist eine sehr emotionale Auszeichnung für mich“

Der Wagenfelder Guido Sander (Mitte) wurde zum Hobbyläufer des Jahres gewählt. Christian Ermert, Chefredakteur laufen.de (links) und Tom Gröschel, Profiläufer des Jahres, gratulierten. Foto: Norbert Wilhelmi

Wagenfeld - Von Melanie Russ. Hätte ihm das vor drei Jahren jemand prophezeit, Guido Sander hätte es nicht geglaubt. Damals wog der Wagenfelder noch 193 Kilo, verbrachte seine Zeit mit maßlosem Essen und Arbeit vor dem Computer. Mit Sport hatter er nichts am Hut. Dann entschloss er sich, sein Leben umzukrempeln, nahm mehr als 120 Kilo ab, begann mit dem Laufen und trat zuletzt im Oktober beim Köln-Marathon an (wir berichteten). Am Wochenende folgte ein weiterer Meilenstein. Im Rahmen einer Gala wurde er zum „Hobbyläufer des Jahres“ gekürt. Gewählt hatten ihn die Leser des vom Deutschen Leichtathletikverband unterstützten Magazins „laufen.de“.

Mehr als 400 Vorschläge und Bewerbungen waren laut Magazin eingegangen. Unter den Top Drei, die zur Wahl standen, erhielt Sander 40,7 Prozent der Stimmen. „Damit honorierten die User von ,laufen.de' die Vorbildfunktion, die er mit seinem läuferischen Werdegang für andere hat“, heißt es vonseiten des Magazins.

Die Laudatio hielt mit Rafael Fuchsgruber Deutschlands wohl bekanntester Wüstenläufer. Der trockene Alkoholiker kann auf eine ähnliche Lebensgeschichte wie Guido Sander zurückblicken. Nach Jahren in der Partyszene mit viel zu viel Alkohol und keinem Sport habe er mit dem Laufen sein Leben gerettet, heißt es auf der Internetseite von „laufen.de“.

„Es ist eine sehr emotionale Auszeichnung für mich“, bekennt Guido Sander. Nicht, weil er besser war als andere. Denn die anderen beiden Nominierten hätte den Titel genauso verdient gehabt, betont er. Er versteht die Auszeichnung und die aktuelle mediale Aufmerksamkeit als Zeichen dafür, dass er andere Menschen mit seiner Lebensgeschichte und seinem Tun erreicht. „Mir ist klar geworden, dass ich Menschen motivieren kann, ihr Leben ebenfalls zu verändern“, so der Wagenfelder. Die positiven Reaktionen versteht er zugleich als Aufforderung, weiterzukämpfen. „Man merkt, man macht es nicht nur für sich.“

Auf Platz zwei bei den Hobbyläufern wählten die Leser die 75-jährige Margareta Liebert aus Plankstadt bei Heidelberg, die erst mit 56 Jahren das Laufen für sich entdeckt hatte und inzwischen Marathons läuft. Auf Platz drei kam Silke Herrmann aus Frankfurt. Sie leidet laut „laufen.de“ noch heute darunter, dass sie als Kind Opfer von Gewalt und Missbrauch wurde. Das Laufen gebe ihr den Mut, mit einer posttraumatischen Belastungsstörung zu leben. Um das auch nach außen zu zeigen, ist die 41-Jährige dieses Jahr 100 Kilometer im Brautkleid gelaufen, um danach ihrem Mann das Jawort zu geben.

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