Viel Emotionalität im Spiel

58. Erntefest in Ströhen eine Klasse für sich

Souveränes Erntekönigspaar: Marieke Diepholz und Robin Plenge am Samstagnachmittag. - Fotos: Brauns-Bömermann

Ströhen - Von Simone Brauns-Bömermann. Beim 58. Erntefest in Ströhen ist Tradition und Moderne vereint. Altes landwirtschaftliches Gerät und junge Tanztruppe mit Namen „#Bananas“ treffen aufeinander, Gedicht auf singende Reitersleute, Einheimische auf Gäste aus Berlin. Wenn das nicht Multi-Kulti heißt? Das diesjährige, in Ströhen als „fünfte Jahreszeit“ bekannte Erntefest, und mitten drin sein Erntekönigspaar: Marieke Diepholz und Robin Plenge.

Sie ist die Enkelin des Gründers Heinrich Diepholz, und der festlich geschmückte Mottowagen zeigt Marieke in Aktion: Mit Schubkarre auf dem Weg in ihren riesigen Gemüsegarten. Robin erhielt von der Landjugend ein wunderbares Motorrad als Synonym für sein Hobby: Schrauben an Motoren von Autos und Mopeds.

Was am Samstagnachmittag die Allee Richtung Traditionshof Ilse und Heinrich Diepholz auf dem Weg ist, sind Vereine, Schuljugend, Offizielle, der Shantychor des Reit- und Fahrvereins Ströhen, vier Tanztruppen (Dey danzenden Wünnewöppe, Fierabend Danzer, #Bananas und die Friller Trachtengruppe). Gäste, Schaulustige und zahlreiche Ströher hinzugerechnet. Was den Feststart letztlich ausmacht, ist die bunte Mischung aus Tanz, Musik und Spiel. Ein Beisammensein mit symbolischem Hintergrund mit Blick auf die Ernte. Und da gibt es sogar Platz für „tanzende Maulwürfe“, den Spruch des Bauern (Jannik Melloh) und nachdenkliche Gedanken zum Wasser von den Grundschulkindern. Im Programm kommt all das noch vor den Dankesworten von Bürgermeister Matthias Kreye und Ortsvorsteher von Ströhen, Holger Kuhlmann, bevor die Karawane mit Wagen, zu Fuß oder per Rad zum Festzelt abmarschiert.

Ströhens „fünfte Jahreszeit“ - ein Dorf feiert Erntefest

 © Simone Brauns-Bömermann
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 © Horst Benker
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„Das Erntefest gehört untrennbar zu Ströhen, es ist die fünfte Jahreszeit“, benannte es der Bürgermeister mit Stolz auf den traditionellen Charakter mit Blick in die Zukunft. Die bildete sich ganz real auf der Tanzfläche ab: Jan und Emma (vier Jahre) tanzten was das Zeug hielt und ernteten großen Respekt von den älteren Bürgern. „Da tanzt unsere Zukunft“, ihr Prädikat. „Ich bin hier in der Nachbarschaft groß geworden und erinnere mich an die legendären Holzkenbälle, das Osterfeuer und die Gäste, die durch unseren Garten nach Hause stolperten“, erinnerte sich der Ortsvorsteher.

Was vor 58 Jahren auf dem Traditionshof von Heinrich Diepholz in Ströhen als Idee entstand, hat Bestand. Die Ströher Landjugend organisiert seitdem für den gesamten Ort, interessierte Nachbarn und Gäste ein Fest der bunten Extraklasse. Die Erntewagen können sich mit denen des Karnevals in Damme und in den anderen Hochburgen messen. Zum 58. Erntefest gab es aber auch Tränen: Freudentränen. Denn das Fest begann am Ursprungsort der Idee. Mit der neuen Erntekönigin Marieke Diepholz und ihrem Erntekönig Robin Plenge entstand viel emotionaler Stoff für die Krokodilstränen im Festtagstrubel am Samstag.

„Viele haben geackert und Tolles vollbracht“

Diana Urban (stellvertretend für den Kirchenvorstand) fasste den Anblick so zusammen: „Viele haben geackert und Tolles vollbracht. Und während im letzten Jahr die Ernte buchstäblich ins Wasser fiel, ist sie dieses Jahr vertrocknet und verbrannt. Trotzdem feiern wir hier zusammen. Den Bauern, die ohne Zetern weitermachen, denen gilt der größte Respekt.“

Reinhard Heider (Shantychor des Reit- und Fahrvereins Ströhen) stellte fest: „Heinrich, Du kannst stolz sein auf Deine Enkelin.“ Die Ströher Hymne „Wo die Aue einen großen …“, auf die Melodie des Weserbogenliedes, erklang als Patriotismus fürs Dorf und Erntefest. Einziger Import war die Friller Trachtengruppe (Landkreis Minden-Lübbecke), die spontan der Einladung der in Frille geborenen Ilse Diepholz folgte. Prächtige Trachten und schnelle Holzken (Fierabend Danzer) lösten sich ab. Regencapes der Grundschüler mit Regenrohren beschworen das nötige Nass vom Himmel und die Kühe auf der Weide hinter dem Trubel, rannten im Takt zu Spielmannszugklängen und Musik aus der Konserve. Zur besten Kaffeezeit hieß es Abmarsch zum Festzelt beim Landgasthaus Kastens, um die Erntekrone zu hissen und ein Fest bis zum Abwinken zu feiern. So ist Erntefest in Ströhen.

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