Freilichtbühne Wagenfeld steckt in intensiven Proben

„Düvel ok, Herr Paster“

Szene aus den Proben auf der Freilichtbühne Wagenfeld mit Marcel Eils (links) und Hermann Spreen. - Foto: Brauns-Bömermann

Wagenfeld - Die Gemäuer der Kirche und der Friedhof dienten den Laienspielern der Freilichtbühne Wagenfeld für ihr neues Stück schon als Kulisse. Für die Internetpräsenz-Bilder. Auf Flüche, Witziges, nicht immer Bibelfestes und allerlei Skurriles um „Een Herrn Paster“ dürfen sich die Besucher der neuen Freilichtbühnen-Saison freuen.

Die Laienspieler proben zum neuen Stück „Düvel ok, Herr Paster!“ schon seit Ende März. „Gelesen haben wir in der Auburg seit Februar“, schaut Marcel Eils zurück und nach vorne. Bis zur Premiere am Samstag, 2. Juli, wird an Gestik, Lautstärke und Charakteren noch ordentlich gefeilt in jeder Probe.

Am Montag kamen die Schauspieler den Charakteren wieder ein Stück näher: Sie spielten das erste Mal in Kostümierung. Da wundert es niemanden, wenn in der Regieanweisung zu finden ist: „Alle Damen tragen bitte Strumpfhosen, wenn sie Röcke anziehen.“

Die Komödie von Hans Schimmel in der plattdeutschen Fassung von Wolfgang Binder birgt die Idee von Carl Zuckmayers Hauptmann von Köpenick, wo bekanntlich „Kleider Leute machen“. Eigentlich möchte Wohnsitzloser und Tippelbruder Freddie Schwarz (Hermann Spreen) nur ein Bad nehmen im verwaisten Pfarrhaus, wird dort fälschlich, weil er den Talar des verstorbenen Pastors kurz anstreift, mit dem lang ersehnten Pfarrer der Gemeinde verwechselt. Die Menschen im kleinen Ort wollen den Seelsorger in ihm sehen, denn viel zulange gab es Predigten ohne Pastor. Regisseur Wolfgang Gottwald heizt beim Proben ordentlich ein, springt auf die Bühne und macht die Gesten vor, wie er sie sich vorstellt.

Zum Inhalt: Einmal im Pfarrhaus gestrandet, weil seine Knochen so schmerzen und er sich einmal richtig aufwärmen will, weisen Freddie Haushälterin Mathilde Faust (Bianka Mackenstedt) und Küster Harald Kopp (Wilhelm Schröder) sofort die vakante Stelle des Dorfpastors zu. Der ganze Schlamassel beginnt mit dem Missverständnis und schraubt sich in drei Akten hoch. Und was darf natürlich nicht fehlen, wenn die Kirche Thema ist? Natürlich: Politik und Geld. Einige haben ganz normale Anliegen an die Arbeit des Pfarrers, zum Beispiel den kürzlich verstorbenen Ehemann von Josefine Maurer (Sonja Falldorf) unter die Erde zu bekommen oder die lang herbei gesehnte Hochzeit von Dorothea Kruse (Annika Hart-rampf) schnell zu vollstrecken, damit ihr der Auserkorene nicht noch vor der Zeremonie flüchtet. Dann ist da noch die heimische Finanz-elite mit Bernhard Mauschel (Walter Rogge) als Kommunalpolitiker und die karrierehungrige, geschiedene, alleinerziehende, emanzipierte Britta Fiebich (Janine Hagelmann), die beide die Kirche auf die jeweils „richtige“ Wahlkampfseite zu ziehen versuchen.

Im Suff legt „Paster Freddie“ aber erst einmal eine „dolle“ Antrittsrede hin. „An de Antrittspredigt warrt sik de Gemeende noch lang op besinnen“, resümiert Haushälterin Mathilde und ahnt, dass Freddi sein Bibelwissen wohl aus „Jim Beam, Kapitel 19, föfftes Glas“, schöpft. „Dass Abraham ok nich de Vadder vun de Schlümpfe weer, Moses dat Meer nich mit ‘n Meer-Weg-Buddel deelt hat un Noah keen U-Boot mit Raketenabschussrampen hett sünnern ne Arche“, stört die Gemeinde nicht. Adsche (Marcel Eils) ist Freddis Kumpel, sehr hilf- und einfallsreich.

Neu als direkter Import von den jugendlichen Plattsnackern darf das Publikum Jule Kawemeyer, Josephine Kunsemüller und Annika Hart-rampf begrüßen. Jule und Josephine teilen sich die Rolle der vorlauten Linde Bruhns, Busen-Freundin von Pauline Maack (Christa Rogge), Vorsitzende des Hausfrauenvereins und Pastor hörig.

Wer also im Sommer mehr über Kirche, Politik und die Verstrickungen in einem typisch kleinen Ort lernen möchte, sucht sich eine Vorstellung ab Anfang Juli aus oder reserviert sich einen Platz zur Generalprobe am Donnerstag, 30. Juni, 20 Uhr.

Mehr Informationen zu Terminen und Ticketservice im Internet. - sbb

www.heimatverein-wagenfeld.de

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