Zu geringe Unterstützung

Dorfladen Ströhen liegt vorerst auf Eis

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Etwa 100 Interessierte hörten sich vor genau einem Jahr die Ideen der Arbeitsgruppe Dorfladen an. Doch weil sich zu wenige an den Planungen beteiligten, liegt das Projekt erstmal auf Eis. Ob ein weiterer Anlauf unternommen wird, ist noch offen.

Ströhen - Von Melanie Russ. Ein 1 700-Seelen-Ort ohne Einkaufsmöglichkeit? Weil einigen Ströhern diese Perspektive nicht gefiel, begannen sie Ende 2017 - nachdem „Hankas Dorfladen“ geschlossen hatte - mit Überlegungen, mitten im Ort einen Dorfladen auf genossenschaftlicher Basis zu eröffnen. Die Euphorie war groß, als die kleine Initiatorengruppe bei einer Bürgerversammlung im Februar 2017 viel Zuspruch und weitere Mitstreiter bekam. Genau ein Jahr später hat die Arbeitsgruppe ihre Bemühungen nun eingestellt.

„Eine genossenschaftliche Idee braucht viele Unterstützer und Mitwirkende für eine gemeinschaftliche Umsetzung“, erläutert Heidrun Hilgemeier, Mitinitiatorin der Arbeitsgruppe, auf Nachfrage. Wenn sich nur eine 20-köpfige Gruppe engagiere, sei das zu wenig.

Eigentlich war Anfang dieses Jahres ein Informationsabend geplant, bei dem die Aktiven bei den Ströhern mit konkreten Informationen für ein Genossenschaftsmodell werben wollten. „Wir hatten aber das Gefühl, dass wir nicht genügend Leute haben, um einen ordentlichen Infoabend zu organisieren“, so Hilgemeier. Und ein schlechter Infoabend bringe nichts.

Die knapp 20 Arbeitsgruppenmitglieder haben in den vergangenen zwölf Monaten viele Texte und Arbeitsmaterialien zu bürgerschaftlichen Dorfläden gesichtet. Verschiedene Wege zur Umsetzung eines bürgerschaftlichen Dorfladens wurden angedacht, überprüft und teilweise auch wieder verworfen.

„Die Besuche von neuen Dorfläden in umliegenden Dörfern haben uns als Arbeitsgruppe motiviert, den genossenschaftlichen Ansatz weiter zu verfolgen“, berichtet Hilgemeier. Das Grundmodell scheine machbar - aber nur, wenn viele Menschen diese Idee wirklich mit unterstützten. „Die Frage, die wir uns bei jeder Sitzung gestellt haben, lautete: ,Wie viele Menschen müssen schon die Vorbereitungen für einen Dorfladen unterstützen, damit er über Jahre erfolgreich wird?‘ Wir sind zu dem Schluss gekommen, dass es wesentlich mehr sein müssen, als nur unsere Arbeitsgruppe. Da die allgemeine Stimmung in Gesprächen aber überwiegend kritisch war und ist, erscheint es uns mit dem aktuell vorhandenen personellen Aufwand kaum möglich, die notwendige Aufbruchsstimmung hervorzurufen.“

Darum habe sich die Arbeitsgruppe entschieden, das Projekt Dorfladen bis auf Weiteres ruhen zu lassen. Die Ströherin bedauert, dass dieser Schritt notwendig war, blickt aber trotzdem versöhnlich zurück. „Es ist niemand Schuld daran, dass es nicht klappt. Man hat etwas geprüft und festgestellt, dass es mit dem verfügbaren Personal nicht geht.“

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