„Donaudelta“ im Tierpark eröffnet/Gelungene Zusammenarbeit mit Lebenshilfe

Erlebnisse für Besucher

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Die Walachenschafe sind die jüngste „Eroberung“ des Tierparks. Sie haben den Lebensraum „Donaudelta“ bezogen. Angesichts der sommerlichen Temperaturen hielten sie gestern Nachmittag Siesta und ließen sich nicht zum Aufstehen bewegen.

Ströhen - „Es reicht heute nicht mehr, Besuchern die Tiere einfach nur in Käfigen zu präsentieren. Sie wollen mehr erfahren, auch etwas erleben, insbesondere die Kinder“, weiß Dr. Nils Ismer. Der Besitzer des Tierparks in Ströhen zieht daraus seit längerer Zeit seine Lehren und richtet Lebensräume auf dem Tierparkgelände ein, die den Herkunftsländern der dort untergebrachten Tiere möglichst nahe kommen sollen.

Jüngstes Beispiel dafür ist das „Donaudelta“, das am Sonnabend eröffnet wurde. Ehrengäste der Familie Ismer waren Bundestagsabgeordneter Axel Knoerig, sein Mitarbeiter Askold Meyer, zugleich Mitarbeiter von Tierarzt Nils Ismer, Bürgermeister Matthias Kreye sowie Klaus Ahlers von der Lebenshilfe Diepholz.

Das Gehege am Ausläufer der alten Aue komme dem Donaudelta seiner Meinung nach landschaftlich sehr nahe, betonte Nils Ismer. Das Biosphärenreservat Donaudelta befinde sich im Mündungsgebiet der Donau in das Schwarze Meer. Es umfasse ein Gebiet von 5800 Quadratkilometern, erläuterte er seinen Gästen. In dem Biosphärenreservat seien bisher etwa 5200 Tier- und Pflanzenarten katalogisiert worden.

Vornehmlich seien es Vogelarten, die dort lebten. Ähnlich verhalte es sich im Tierpark. Das Gehege teilten sich Weißwangengänse, Rothalsgänse, Singschwäne, Graugänse, Streifengänse, Jungfernkraniche, kleine Schneegänse und Störche jetzt auch mit Walachenschafen.

„Die haben wir erst diese Woche von einem Privatzüchter aus Hessen erhalten, die sind noch etwas scheu“, sagte Ismer. Das Walachenschaf gehöre zur Gruppe der Zackelschafe und imponiere insbesondere durch seine gezackelten Hörner.

Blickfang des neu gestalteten Geheges ist ohne Zeifel die Brücke über das Gewässer mit seinen zwei Aussichtsplattformen und dem verbindenden Rundweg. Jeweils an Anfang und Ende sind Besucherschleusen angelegt. Die Tiere sollen am „Ausbüchsen“ gehindert werden.

Als Win-Win-Situation bezeichnete der Tierparkbesitzer die Zusammenarbeit mit der Lebenshilfe Diep-holz bei der Errichtung von Brücke und Weg. „Herr Ismer hatte die Ideen, wir haben sie umgesetzt“, schmunzelte Klaus Ahlers, Leiter des Projektes von der Lebenshilfe. Er erläuterte den Anwesenden, dass es sich um eine Qualifizierungsmaßnahme im Sekundarbereich II handele, in der die älteren Schüler auf den ersten Arbeitsmarkt vorbereitet würden. Sie erfüllten in der Maßnahme die Berufsschulpflicht. „Und sie bauen etwas, das nicht irgendwo verschwindet. Da sind die Schüler besonders stolz drauf“, unterstrich der Tischlermeister.

„Herr Ahlers arbeitet mit Holz. Das passt zu uns“, warf Nils Ismer an dieser Stelle ein. Erste Gespräche zur Zusammenarbeit wurden vor zwei Jahren geführt, erstes gemeinsames Projekt war die „Arche Noah“ auf dem Kinderspielplatz.

Laut Ahlers würden 60 bis 70 Prozent der Schüler auf dem ersten Arbeitsmarkt untergebracht. „Von wieviel Schülern sprechen wir hier?“, wollte Bürgermeister Kreye wissen. „In diesem Jahr sind es etwas weniger in der Klasse, nämlich zwölf. Ansonsten sind es 16, 17. Mehr geht aber auch nicht“, antwortete Ahlers.

„Ein solches Projekt hat nach außen hin eine besondere Strahlkraft“, meinte auch Axel Knoerig, bevor er zur Tat schritt. Gemeinsam mit Nils Ismer durchtrennte er obligatorisch ein rotes Band zur Einweihung des „Donaudeltas“.

Diesem offiziellen Akt schloss sich ein allgemeiner Gedankenaustausch bei Kaffee und Kuchen an.

hwb

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