Abschied zum Jahresende

Heiner und Gisela Döpke schließen ihr Hut- und Mützenfachgeschäft in Wagenfeld

Heiner und Gisela Döpke schließen zum Jahresende ihr Hut- und Mützenfachgeschäft in Wagenfeld, das sie vor 36 Jahren von Giselas Vater Georg Finkenstädt übernommen hatten.
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Heiner und Gisela Döpke schließen zum Jahresende ihr Hut- und Mützenfachgeschäft in Wagenfeld, das sie vor 36 Jahren von Giselas Vater Georg Finkenstädt übernommen hatten.

Wagenfeld – 36 Jahre lang haben Heiner und Gisela Döpke Hut- und Mützenfachgeschäft geführt. Zum Jahresende geben sie den Familienbetrieb auf.

Es schwingt ein bisschen Wehmut mit, wenn Heiner und Gisela Döpke von der Schließung ihres Hut- und Mützenfachgeschäfts zum Jahresende berichten. Verwunderlich ist das nicht, spielten Kopfbedeckungen von der Strickmütze bis zum Zylinder doch 36 Jahre lang eine wichtige Rolle in ihrem Leben.

Geschäft 1984 von Georg Finkenstädt übernommen

1984 hatten sie das Geschäft inklusive Werkstatt, damals noch an der Wagenfelder Hauptstraße gelegen, von Giselas Vater Georg Finkenstädt übernommen. Mehrere Näherinnen und Außendienstler waren damals für den Familienbetrieb tätig. Doch die Zeiten änderten sich. Die Leute trugen seltener Hüte, das Internet wurde zur Konkurrenz und Großkunden bestellten nicht mehr in den Mengen früherer Zeiten.

2011 verlegte das Paar seine Geschäftsräume in das Wohnhaus an der Bürgermeister-Schmidt-Straße. Hüte und Mützen wurden dort weiterhin produziert und repariert – wenn auch in kleinerer Stückzahl als früher. Aktuell beschäftigt das Paar noch eine Näherin, die sie bei der Produktion von insbesondere Prinz-Heinrich-Mützen, Elbseglern oder Büttenwardern unterstützt.

Büttenwarder sind besonders gefragt

„Die Büttenwarder machen wegen der Nähte viel Arbeit“, berichtet Gisela Döpke. Und sie seien besonders gefragt – vor allem bei Jägern, Landwirten und Fans von Oldtimer-Treckern. Viele Kunden kauften aktuell gleich mehrere dieser Mützen – zum Verschenken oder als eigenen Vorrat. Es gebe noch viele Anfragen. Darum können sich Döpkes und ihre Näherin in den letzten Wochen über mangelnde Arbeit nicht beklagen. „Ich hoffe, wir schaffen das noch alles“, so Gisela Döpke.

Seit der Räumungsverkauf mit sattem Rabatt auf alle Kopfbedeckungen begonnen hat, herrscht in dem kleinen Verkaufsraum mehr Betrieb als gewöhnlich. Die ersten Lücken zeigen sich bereits in den zuvor gut gefüllten Regalen. „Ich hätte nie gedacht, dass so viele Leute kommen“, freut sich Gisela Döpke.

Letztes Hutfachgeschäft der Region

Den Kunden geht es dabei auch, aber nicht nur um die günstigeren Preise. Viele wollten die letzte Gelegenheit zum Kauf einer Kopfbedeckung vor Ort inklusive Anprobe und Beratung nutzen, weiß Heiner Döpke. „Wo soll ich denn jetzt meine Mützen kaufen?“, sei eine Frage, die er in den vergangenen Wochen häufig gehört habe. Denn andere Hutfachgeschäfte gebe es seines Wissens in der Region nicht mehr. „Wir haben viele auswärtige Kunden, die 40 bis 50 Kilometer fahren.“

Meistens waren es ältere Kunden, die in das Fachgeschäft kamen. Die Hüte waren dabei eher Männersache. „Schwarz, oliv und grau waren die Renner. Braun war nicht so gefragt“, weiß Heiner Döpke. Die Damen interessierten sich meistens mehr für Strickmützen.

Zwar sind Kopfbedeckungen auch bei Jüngeren wieder im Trend, doch davon konnte das Fachgeschäft kaum profitieren. „Die kommen manchmal zum Anprobieren, bestellen dann aber im Internet“, ist Gisela Döpkes Erfahrung.

Die Wagenfelder Schützen gehörten ebenfalls zum Kundenstamm des Familienbetriebs. Für sie hatten Döpkes stets Schützenjacken, Westen, Kordeln und Ähnliches auf Lager. Auch sie müssen sich nun eine neue Bezugsquelle suchen.

Trotz ein bisschen Wehmut freuen sich Heiner und Gisela Döpke schon auf ihren längst verdienten Ruhestand, mehr Zeit für sich selbst und ihre Enkelkinder.

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