Bürgerversammlung am Mittwoch

Diskussion über Dorfladen in Ströhen

Ströhen - Ströhen hat keinen Dorfladen mehr. Ob und wie sich dieser Zustand ändern könnte, darum geht es am Mittwoch, 24. Januar, bei einer Bürgerversammlung im Tierparkrestaurant. Beginn ist um 19 Uhr. Alle, die die Zukunft des Dorfes mitgestalten möchten, sind eingeladen – sowohl Unterstützer eines Ladens als auch Kritiker.

Ein Arbeitskreis im Verein Dorfleben hat sich darum bemüht, Ideen und Fakten rund um das Thema „bürgerschaftlicher Dorfladen“ zu sammeln. Zu den Aktiven zählt auch Heidrun Hilgemeier. In einer Pressemitteilung des Arbeitskreises berichtet sie: „Erste Recherchen brachten schnell die Erkenntnis, dass in vielen kleineren Orten der letzte Lebensmittelladen nicht mehr wirtschaftlich betrieben werden kann. Ebenso schnell ließen sich aber auch Geschichten zu Orte finden, die sich damit nicht abgefunden haben, sondern selbst die Initiative ergriffen haben.“

„Nähe schlägt Größe“

Ganz nach dem Motto „Nähe schlägt Größe“ haben sich in den vergangenen Jahren in Deutschland über 200 Orte um einen eigenen Dorfladen bemüht. Das hat laut Mitteilung zumindest der Humangeograph Gerhard Henkel herausgefunden, der in seinem Buch „Rettet das Dorf“ über Eigeninitiative im ländlichen Raum schreibt. Er zitiert Experten, die davon ausgehen, dass Dörfer ab 800 bis 1000 Einwohnern die Mindestbasis für einen bürgerschaftlich getragenen Dorfladen besitzen. Aus Henkels Sicht sind Selbstverantwortung und Anpackkultur auf dem Land tief verwurzelt.

Dass Dörfer nicht nur zur Schlafstätte der Bewohner verkümmern, darum bemühen sich in Niedersachsen auch die Akteure aus dem Dorfladen-Netzwerk. Der erste Vorsitzende des gemeinnützigen Vereins, Günter Lüning, gibt als Antwort auf die Preisschlacht unter Discountern und Verbrauchermärkten, dass bürgerschaftliche Dorfläden für Ihre Mitglieder oftmals keine hohe Rendite abwerfen, aber die Dividende „Lebensqualität“ heiße. Der Gedanke: Im Dorfladen können sich Bewohner treffen und ins Gespräch kommen.

Die Aktualität des Themas zeigt auch die jährliche Präsenz auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin. Die NDR-Moderatorin Heike Götz moderiert am kommenden Wochenende bei der Messe zwei öffentliche Diskussionsrunden zum bürgerschaftlichen Dorfladen.

Bei der Bürgerversammlung in Ströhen wird Heike Götz nicht dabei sein, aber die Aktiven aus dem Arbeitskreis Dorfladen haben Vorbereitungen getroffen, damit an dem Abend ein gutes Gleichgewicht zwischen Informationsweitergabe und Diskussion der Anwesenden möglich sein wird. Denn letztendlich sollte laut Hilgemeier nicht nur in Berlin auf der Grünen Woche darüber gesprochen werden, was die Bewohner in den Dörfern wichtig finden, sondern auch in den Dörfern selbst. Diese Chance bietet die Bürgerversammlung.

Fahrservice für ältere Bürger

Für ältere Interessenten, die nicht mehr mobil sind, wird ein Fahrservice angeboten. Sie können sich bei Hanka Lindenberg melden. Sie ist unter der Mobilnummer 0160 / 554 13 09 erreichbar.

www.dorfladen-netzwerke.de

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