Ernüchterung statt Sommerfest

Landesregierung bremst Neustart der Ströher Diskothek Life aus

Martin Kastens vor seiner Diskothek Life in Ströhen.
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Martin Kastens hätte das Life in Ströhen eigentlich am kommenden Wochenende wieder öffnen wollen.

Martin Kastens wollte seine Disco Life am kommenden Wochenende mit einem Sommerfest wieder öffnen. Dass ihm die Landesregierung einen Strich durch die Rechnung machte, kann er nur bedingt nachvollziehen.

Ströhen – Die Feierstimmung währte nur kurz. Nachdem es in den vergangenen Wochen in mehreren Diskotheken und Clubs des Landes zu Corona-Infektionen gekommen war, hat die niedersächsische Landesregierung am Dienstag beschlossen, dass Discos, Clubs und Bars ab einer Inzidenz über zehn wieder schließen müssen. Bislang lag der Grenzwert bei 35. Gestern trat die Verordnung in Kraft und bremste damit auch die Pläne von Martin Kastens aus.

Seine Diskothek „Life Musikpark“ in Ströhen hätte eigentlich am kommenden Wochenende mit einem Sommerfest Wiedereröffnung feiern sollen. „Es war schon alles vorbereitet, alle DJs waren gebucht, alle Waren bestellt“, berichtet Kastens. Die gestiegene Inzidenz und die Diskussionen der vergangenen Tage über mögliche Konsequenzen hatten ihn allerdings schon ahnen lassen, was gestern Realität wurde: Das Sommerfest fällt aus, die Disco bleibt bis auf Weiteres geschlossen.

Martin Kastens: Inzidenzwert kann nicht alleiniges Kriterium für Disco-Betrieb sein

„Recht ist uns das natürlich nicht“, sagt Martin Kastens zur Entscheidung der Landesregierung. Er kann nach eigener Aussage nicht mehr nachvollziehen, dass allein der Inzidenzwert über Öffnen oder Schließen entscheidet. Dass die Menschen noch nicht so ungehemmt feiern können wie vor der Pandemie, versteht sich auch für Kastens von selbst. Zu Beginn der Pandemie im März vergangenen Jahres hatte er den Betrieb aus voller Überzeugung eingestellt, weil die Gesundheit an erster Stelle stehe, wie er damals sagte.

Doch die Situation hat sich geändert: Es gibt Schnelltests und Impfstoff. Wenn nur Geimpfte und negativ Getestete Einlass bekämen, „wo ist dann das Problem?“, fragt Kastens. Für die geplante Wiederöffnung hätten er und sein Team ein umfangreiches Hygienekonzept aufgestellt. „Und wir haben Schnelltests in Zusammenarbeit mit dem Tierpark und die doppelte Menge an Türstehern organisiert“, ergänzt er.

Disco-Besuch mit Maske macht keinen Sinn

Der Disco-Betreiber würde sich wünschen, dass das von Bund und Land für den 10. August geplante Treffen eine Lösung bringt, die auch Discos und Gastronomie und Veranstaltungsbranche insgesamt eine echte Chance gibt. Doch große Erwartungen hat er nicht. Angesichts des für den Herbst erwarteten weiteren Anstiegs der Infektionszahlen geht er von einer Beibehaltung von Schließungen und mindestens begrenzten Besucherzahlen und Maskenpflicht aus. Aber Disco mit Maske und wenigen Gästen – das macht für ihn keinen Sinn und würde sich auch nicht rechnen.

Ohnehin seien die Verluste schon hoch genug. Immerhin habe er die Warenbestellungen für das kommende Wochenende stornieren können, berichtet er. Im ersten Lockdown habe er Waren im Wert von mehr als 10 000 Euro entsorgen müssen. Ersetzt habe ihm den Verlust niemand.

Zwar fallen aktuell kaum Strom- und Wasserkosten an, und auch die Lohnkosten halten sich in Grenzen, weil die vor der Pandemie etwa 50 Mitarbeiter bis auf wenige Ausnahmen auf 450-Euro-Basis beschäftigt waren. „Die Betriebskosten sind trotzdem immens hoch“, sagt Kastens. Sogar die Gema verlange weiterhin Geld, obwohl keine Musik gespielt wird, ärgert er sich. Lobend erwähnt er dagegen seinen Vermieter Heinrich Henke. Er zeige seit dem ersten Lockdown großes Entgegenkommen bei der Miete. Martin Kastens hat sich darauf eingestellt, dass das noch einige Monate so weitergehen wird: „Ich hoffe auf eine Wiedereröffnung im Frühjahr.“

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