„Da ist viel Enthusiasmus dabei“

Franziska und Oliver Keese hauchen Central-Hotel in Wagenfeld neues Leben ein: Neustart im Oktober

Sanierung des Central-Hotels: Oliver und Franziska Keese informierten Bürgermeister Matthias Kreye über den Fortschritt der Arbeiten.
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Sanierung des Central-Hotels: Oliver und Franziska Keese informierten Bürgermeister Matthias Kreye über den Fortschritt der Arbeiten.

Die Sanierung des Central-Hotels im Ortskern von Wagenfeld geht gut voran. Franziska und Oliver Keese wollen im Oktober wieder starten.

Wagenfeld – Alles abreißen und ein Mehrfamilienhaus errichten, wäre vermutlich einfacher gewesen. Doch das wollten Franziska und Oliver Keese bewusst nicht. Sie haben das Central-Hotel im Wagenfelder Ortskern gekauft und wollen dem markanten Gebäude mit mehr als hundertjähriger Geschichte ein neues Leben schenken, nachdem sich die bisherige Betreiberin Brigitte Friesecke in den Ruhestand verabschiedet hatte (wir berichteten).

„Da ist auch viel Enthusiasmus dabei“, sagt Oliver Keese. Zumal man bei der Sanierung eines Altbaus nie vor Überraschungen gefeit ist. So stellte sich beim Entkernen des Gastraums, der künftig Café und Backshop der Bäckerei Overmeyer beherbergen soll, heraus, dass sich unter dem Fußboden große Hohlräume gebildet hatten. Daher mussten unplanmäßig zehn Tonnen Sand aufgeschüttet und eine neue Bodenplatte hergestellt werden.

Insgesamt gehen die Arbeiten laut Keese gut voran. Bis etwa Ende nächster Woche sollen die Fassade fertiggestellt und die neuen Ziegel auf dem Dach sein. „Dann kann auch das Gerüst weg“, so Keese. Die Fassade wird wie das gleich nebenan neu errichtete Wohngebäude einen cremefarbenen Ton erhalten.

Im ehemaligen Gastraum des Central-Hotels wird die Bäckerei Overmeyer einen Backshop mit Café einrichten.

Im Obergeschoss des Hotels sollen vier Appartements eingerichtet werden, im Bereich der ehemaligen Kegelbahn entstehen derzeit vier barrierefreie Hotelzimmer, von denen eins laut Oliver Keese auch Rollstuhl gerecht gestaltet wird. In den letzten Zügen sind bereits die Renovierungsarbeiten im Gästehaus.

Aus dem Saal sollen zwei Seminarräume mit 100 und 160 Quadratmetern werden, die durch eine flexible Wand getrennt sind und bei Bedarf auch zusammen genutzt werden können. Der Saal erhält eine neue Decke und einen hellen Anstrich, der schöne Holzfußboden aber bleibt erhalten und erhält lediglich eine Auffrischung.

Decke und Wände im Saal des Central-Hotels werden neu gestaltet, der Fußboden bekommt eine Auffrischung.

Auch in energetischer Hinsicht war einiges zu tun. Das gesamte Gebäude wurde rundherum „eingepackt“, alle alten Fenster werden durch Dreifach-Verglasung ersetzt, die zugleich schalldämmend wirkt. Für Wärme sorgt künftig eine zentrale Hybridheizung.

Laut Oliver Keese stehen nach Fertigstellung 16 Zimmer mit 34 Betten für Übernachtungen zur Verfügung – auf Wunsch mit Frühstück aus dem Café. Den Tagungs- und Seminarbetrieb sowie das Hotel werden Keeses selbst betreiben. Für Familienfeiern, die im Saal ebenfalls möglich sind, arbeiten sie mit einem Caterer zusammen, der ein gastronomisches Komplettpaket liefert.

Der Saal soll schon im September in Betrieb gehen. Erster Nutzer wird voraussichtlich die Gemeinde Wagenfeld sein, die dort ein Wahllokal für die Kommunal- und Bundestagswahl vorgesehen hat. Zum 1. Oktober soll der gesamte Komplex fertig sein.

„Es ist ein ortsprägendes Gebäude. Darum freut es mich sehr, dass es erhalten bleibt und wieder mit Leben gefüllt wird“, sagte Bürgermeister Matthias Kreye bei einem Ortstermin. Die Sanierung des Central-Hotels ist eine der ersten Maßnahmen, die über das Programm „Lebendige Zentren“ im Rahmen der Ortskernsanierung gefördert wird. Als Unternehmer bekommen Keeses zwar keine Fördermittel, haben dank des Programms aber steuerliche Vorteile. „Das hilft auf jeden Fall enorm“, sagt Oliver Keese angesichts einer Investition im siebenstelligen Bereich.

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