Kleine Variante oder großer Wurf?

Gemeinde Wagenfeld nimmt Neugestaltung der Bushaltestelle am Marktplatz in Angriff

Bei der größeren Variante eins würde die Bushaltestelle komplett auf die Marktplatz-Seite verlegt. Sie ist zwar deutlich teurer, würde aber insbesondere für Schulkinder mehr Sicherheit bringen.
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Bei der größeren Variante eins würde die Bushaltestelle komplett auf die Marktplatz-Seite verlegt. Sie ist zwar deutlich teurer, würde aber insbesondere für Schulkinder mehr Sicherheit bringen.

Mit der Neugestaltung der Bushaltestelle am Marktplatz hat die Gemeinde Wagenfeld das erste große Projekt aus öffentlicher Hand im Rahmen der Ortskernsanierung in Angriff genommen.

Wagenfeld ‒ Landschaftsarchitekt Matthias Kolhoff stellte in der Sitzung des Bau-, Wege-, Verkehrs- und Umweltausschusses zwei mögliche Varianten vor. Eine Entscheidung fällten die Mitglieder noch nicht. Sie wollen sich zunächst in den Fraktionen über die Vor- und Nachteile der Varianten auch im Zusammenhang mit der geplanten Neugestaltung des Marktplatzes austauschen.

Obwohl nicht Bestandteil der Städtebauförderung, kannt die Gemeinde trotzdem auf finanzielle Unterstützung hoffen, denn der Zweckverband Verkehrsverbund Bremen/Niedersachsen (ZVBN) hat ein Förderprogramm für den Um- und Ausbau von Bushaltestellen aufgelegt und laut Verwaltung für beide Varianten eine Förderfähigkeit in Aussicht gestellt. Sie beschränkt sich allerdings auf die Bushaltestelle. Der ergänzende Straßenbau und die Verlegung der Einfahrt zum Markt sind nicht förderfähig.

Das Landschaftsarchitekturbüro Kolhoff aus Vechta hatte vier Varianten für die Neugestaltung der Haltestelle erarbeitet, die bei einem Ortstermin mit Vertretern der niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr, der Straßenmeisterei Diepholz, des Zweckverbands Verkehrsverbund Bremen/Niedersachsen (ZVBN), der Busbetreiber und der Verwaltung auf ihre technische Umsetzbarkeit hin diskutiert wurden.

Variante 1

Mit 344.000 Euro deutlich teurer, aber auch der größere Schritt ist die Variante eins, in der die Haltestelle komplett auf die Marktplatz-Seite verlegt würde. So war es auch bei der Erarbeitung des Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzepts (ISEK) vorgeschlagen worden, das als Grundlage für die Ortskernsanierung dient. Hintergrund dieser Überlegungen war der Wunsch nach mehr Sicherheit für die Schulkinder, die die viel befahrene Bundesstraße unweit des Ortseingangs nicht mehr überqueren müssten.

Busse aus Richtung Ortseingang kommend würden die Haltestelle über eine neu zu schaffende Zufahrt an der Sulinger Straße anfahren und über die Einmündung „Am Markt“ verlassen. Die in entgegengesetzter Richtung fahrenden Busse würden auch hier direkt auf der Fahrbahn halten.

Bei der kleineren Variante zwei würden die Haltestellen auf beiden Seiten der Fahrbahn bleiben. Lediglich die Haltebuchten würden durch Plattformen ersetzt.

Variante 2

Die kleinere Variante zwei würde nur geringe Veränderungen an der Haltestelle mit sich bringen, die sich insbesondere auf die Barrierefreiheit beziehen. Es würde bei jeweils einer Haltestelle auf jeder Fahrbahnseite bleiben, allerdings würden die Busse direkt auf der Fahrbahn halten. Auf der in den Ort hineinführenden Seite ist laut Kolhoff die vorhandene Haltebucht zu klein für einen barrierefreien Zugang zum Bus, weil dieser auf ganzer Länge parallel zur Plattform stehen muss. Eine größere Haltebucht gebe der Platz aber nicht her. Auf der Marktplatz-Seite würde die Haltebucht für die Busse ebenfalls zurückgebaut, ein Teil bliebe aber als Haltemöglichkeit, zum Beispiel für „Eltern-Taxis“, erhalten. Die Kosten für diese Variante wurden mit rund 215.000 Euro kalkuliert.

Einmündungsbereich

Bei beiden Varianten wird die Einmündung von der Hauptstraße zum Marktplatz etwas in Richtung Bushaltestelle versetzt und vergrößert, um den derzeit recht unübersichtlichen Bereich sicherer zu machen. In Höhe der früheren Kaiserhalle, wo derzeit neue Wohnungen entstehen, soll eine Fußgängerampel installiert werden. Bei Variante eins kommt eine zweite Fußgängerampel in Höhe der Bushaltestelle hinzu. Hier könnten die Busfahrer die Ampeln auf Rot schalten, um zügig auf die Hauptstraße zu kommen.

Eine Diskussion zu den Vor- und Nachteilen der beiden Varianten gab es in der Sitzung nicht, Olaf Möhl und Sven Wietelmann (beide UWG) machten aber deutlich, dass für sie die zweite Variante nicht die beste Lösung wäre. Würden die Busse auf beiden Seiten auf der Fahrbahn halten, wäre es in dem Bereich noch enger und unübersichtlicher als jetzt, argumentierte Möhl. Eine Verbesserung der Sicherheit sei das nicht gerade. „Ich weiß nicht, ob man da nicht am falschen Ende sparen würde.“

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