Planung soll im Februar starten

Bürgerradweg in Ströhen rückt näher

An der Abfahrt „Rothe Riede“ ist Schluss. Von dort müssen Radfahrer die Mindener Straße gemeinsam mit Autofahrern und Schwerlastverkehr nutzen. Das wollen Matthias Kreye, Linda Puppe, Margarete Summann, Burkhard Scholz und Reinhard Heider (v.l.) mithilfe des Landesprogramms Bürgerradwege ändern.
+
An der Abfahrt „Rothe Riede“ ist Schluss. Von dort müssen Radfahrer die Mindener Straße gemeinsam mit Autofahrern und Schwerlastverkehr nutzen. Das wollen Matthias Kreye, Linda Puppe, Margarete Summann, Burkhard Scholz und Reinhard Heider (v.l.) mithilfe des Landesprogramms Bürgerradwege ändern.

Ströhen – Seit fast 30 Jahren sehnen sich die Ströher nach Fahrradwegen entlang der viel befahrenen Mindener und Varreler Straße. Dank des Landesprogramms Bürgerradwege soll der Wunsch jetzt Realität werden.

Reinhard Heider kann sich noch gut an die Aussage eines Landtagsabgeordneten im Jahr 1992 erinnern, als gerade der Fahrradweg an der Tierparkstraße in Ströhen gebaut wurde. Wenn sein gerade geborener Sohn zu Schule komme, so versprach der Abgeordnete, werde auch der Radweg an der Mindener Straße fertig sein. Fast drei Jahrzehnte sind seither ins Land gezogen, doch den Radweg, den gibt es immer noch nicht. Weder an der Mindener Straße in Richtung Steinbrink, die auch zur Grundschule führt, noch an der Varreler Straße in Richtung Sulingen. Jetzt soll der Wunsch vieler Ströher nach mehr Sicherheit entlang der viel befahrenen Landesstraßen endlich in Erfüllung gehen.

Möglich macht es das Programm Bürgerradwege, welches das Land Niedersachsen in diesem Jahr zusätzlich zum regulären Radwegebau aufgelegt hat und künftig jährlich mit einer Million Euro ausstatten will. Das Besondere daran: Die Bürger vor Ort kümmern sich gemeinsam mit ihrer Kommune um die Beschaffung der für den Radweg benötigten Flächen und die Planung und nehmen dem Land damit viel Arbeit ab. Die Baukosten, den Betrieb und die Unterhaltung der Radwege übernimmt das Land.

Die wesentlichen Voraussetzungen für die Berücksichtigung in dem Programm hat die Gemeinde Wagenfeld bereits erfüllt. Eine Vereinbarung mit dem Straßenbauamt in Nienburg ist laut Bürgermeister Matthias Kreye unterschrieben, alle 27 beteiligten Anlieger haben laut Ortsvorsteher Reinhard Heider eine Bauerlaubnisvereinbarung unterzeichnet, die es möglich macht, den Radweg auf ihrem Grundstück zu bauen. Drei von ihnen hätten sogar schon auf eine finanzielle Entschädigung verzichtet, weitere hätten einen Verzicht in Aussicht gestellt.

Das „Klinkenputzen“ bei den Anliegern hat der Verein Ströher Dorfleben übernommen, der sich in der Vergangenheit schon häufiger um Themen der Infrastruktur gekümmert und auch in diesem Fall die Initiative ergriffen hat. Die Resonanz sei durchweg positiv gewesen, jeder sei bereit, den Radweg zu unterstützen, freut sich Heider, dass auf die Ströher Verlass ist, wenn es um die Entwicklung ihres Dorfes geht. Auch Matthias Kreye ist dankbar, dass alle Beteiligten mitziehen. Unterstützung hatten die Ströher auch vom CDU-Landtagsabgeordneten Karsten Heineking erhalten, der sich laut Kreye in Hannover für das Projekt stark gemacht hat.

Dass es in Sachen Radweg nun endlich vorangeht, wird viele Ströher freuen. Ganz ungefährlich war es an der Mindener Straße eigentlich noch nie. Doch in den vergangenen Jahren, insbesondere seit die Bundesstraße 61 mit Mautstellen versehen worden sei, habe der Schwerlastverkehr auf der Landesstraße nochmal deutlich zugenommen, berichtet Heider. Hinzu komme der Berufsverkehr insbesondere in der Zeit von 6 bis 8.30 Uhr, wenn auch die Schulkinder unterwegs seien. Die Varreler Straße nutzten viele Pendler aus dem Sulinger Raum, die in Nordrhein-Westfalen arbeiteten.

Auf den 2,3 Kilometern der Mindener Straße befinden sich drei Bushaltestellen, fünf zum Teil nicht einsehbare Kurven, und es ist eine Geschwindigkeit von 100 km/h erlaubt. Das Schild an der Haltestelle Eickriede sei schon zweimal von Autofahrern abrasiert worden, veranschaulicht Heider die Gefahr für die Schulkinder. Aber auch ältere Radfahrer trauen sich laut Linda Puppe, Vorsitzende des Dorfvereins, kaum noch, die Landesstraßen zu nutzen. „Es ist uns wirklich ein Anliegen, dass dort ein Fahrradweg gebaut wird“, betont Heider.

Die Verwaltung hat bereits ein Planungsbüro mit der Grundlagenermittlung beauftragt. Auf deren Basis sollen noch in diesem Jahr die Planungsleistungen ausgeschrieben werden. Im Februar soll dann ein Büro mit der konkreten Planung beauftragt werden. Zu einer Prognose, wann denn mit dem Bau begonnen werden könnte, lässt sich Bürgermeister Matthias Kreye nicht hinreißen. Auch eine genauere Aussage zu den Kosten wird erst nach Abschluss der Planung möglich sein, wenn klar ist, wie viel Fläche genau benötigt wird. Für Planung und Flächenkauf sind im Haushaltsplan des nächsten Jahres 150 000 Euro vorgesehen, die der Rat im Dezember allerdings noch bewilligen muss.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Leipzig verpasst Tabellenspitze - BVB strauchelt gegen Mainz

Leipzig verpasst Tabellenspitze - BVB strauchelt gegen Mainz

Laschet zum neuen CDU-Vorsitzenden gewählt

Laschet zum neuen CDU-Vorsitzenden gewählt

Dutzende Tote bei Erdbeben auf Sulawesi in Indonesien

Dutzende Tote bei Erdbeben auf Sulawesi in Indonesien

Die RTL-«Dschungelshow» startet

Die RTL-«Dschungelshow» startet

Meistgelesene Artikel

Seniorin aus Weyhe stirbt nach Corona-Impfung: Entwarnung nach der Obduktion

Seniorin aus Weyhe stirbt nach Corona-Impfung: Entwarnung nach der Obduktion

Seniorin aus Weyhe stirbt nach Corona-Impfung: Entwarnung nach der Obduktion
Wolfsrudel siedelt sich im Landkreis Diepholz an: Noch geschützt – bald bejagbar?

Wolfsrudel siedelt sich im Landkreis Diepholz an: Noch geschützt – bald bejagbar?

Wolfsrudel siedelt sich im Landkreis Diepholz an: Noch geschützt – bald bejagbar?
Ärger mit Vodafone: Ehepaar schaltet Anwalt ein

Ärger mit Vodafone: Ehepaar schaltet Anwalt ein

Ärger mit Vodafone: Ehepaar schaltet Anwalt ein
Trecker-Unfall in Twistringen: Traktor schleudert gegen Bäume – Fahrer schwer verletzt

Trecker-Unfall in Twistringen: Traktor schleudert gegen Bäume – Fahrer schwer verletzt

Trecker-Unfall in Twistringen: Traktor schleudert gegen Bäume – Fahrer schwer verletzt

Kommentare