Bilder für neue Bücher

Gabriele Körner malt im Akkord und spendet ihre Werke an die Wagenfelder Bücherei

Autodidakt-Malerin Gabriele Körner (rechts) schenkt dem Bücherei-Team zehn Bilder. Sonja Fieseler (links) und Beatrix Granitzki (Mitte) freuen sich über die Spende: Aus dem Verkauf der Bilder wird die Bücherei Neuheiten anschaffen oder setzt den Erlös für die Attraktivität der Bücherei ein.
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Autodidakt-Malerin Gabriele Körner (rechts) schenkt dem Bücherei-Team zehn Bilder. Sonja Fieseler (links) und Beatrix Granitzki (Mitte) freuen sich über die Spende: Aus dem Verkauf der Bilder wird die Bücherei Neuheiten anschaffen oder setzt den Erlös für die Attraktivität der Bücherei ein.

Gabriele Körner malt nicht im Akkord, weil sie dafür besondere Boni erhält. Das Gegenteil ist der Fall. Zehn ihrer Bilder hat sie jetzt für den guten Zweck verschenkt.

Wagenfeld – Seit März vergangenen Jahres, als die Enkel sie gar nicht besuchen durften, weil sie als Herztransplantierte besonderen Schutz vor dem Coronavirus braucht, malt sie, was Pinsel und Ideen hergeben. Jetzt hat die Wagenfelderin dem Bücherei-Team um Sonja Fieseler zehn Bilder zum Verkauf geschenkt, um den ehrenamtlichen Betrieb zu unterstützen.

Sie malte so viel, dass sie bereits fast alle Zimmer im neu umgebauten Central Hotel Wagenfeld ausstattete (wir berichteten), Bilder an Freunde und Familie verschenkte. „Was hast du zu verlieren“, dachte sie sich und meldete sich im Atelier „Moment Mal“ von Stefanie Grabow in Lemförde an. „Du bist alt, du hast Zeit, du bist transplantiert“, sagt Gabriele Körner frei heraus. „Stefanie hat mich inspiriert. Sie sagt: ,Malen kann jeder.‘“ Nach den ersten Versuchen bestätigten ihr das ihre drei Töchter Franziska, Felizitas und Anne-Gabriele. „Mama mal bloß weiter“, das war einhellige Meinung in der Familie.

Ziemlich gut getroffen: der kleine Igel im Bild von Körner und auf einem Buchcover.

Ende November wurde Gabriele Körner 69 Jahre alt und in ihrer Brust schlägt ihr zweites Herz. Das scheint ziemlich groß und tief zu sein, wenn sie erzählt, was sie malt. Ein Titel, der berührt: „Das kalte Herz“ – und damit ist nicht das Märchen von Wilhelm Hauff gemeint, sondern das, was Gabriele Körner fühlt, wenn ein Mensch wie sie eine zweite Chance im Leben erhält.

Sonja Fieseler ist nicht nur glücklich über die Bilder-Spende, mehr noch: „Ich habe großen Respekt vor Gabi und bin dankbar, sie zu kennen.“ Sie erinnert sich, wie alles ins Rollen kam: „Es war eine Karte in den Weihnachtsfarben grün und rot.“ Die steht jetzt zwischen vielen weißen Keramik-Engeln bei ihr Zuhause.

Es folgten aus der Feder von Körner in Acryl der Hirsch vor rotem Grund, der schelmisch wie im Comic lacht. Ein „X-Mas-Bild“ in roten Tönen mit Gold, ein Wald, das Moor mit Gesicht und durchdringenden Augen einer Frau, der Seerosenteich von Monet, drei listig-lustige Engel im Acrylnebel und der Igel im bunten Laub mit rotem Mützchen. „Eigentlich ist das ein Spätsommerbild“, erklärt Körner, doch dann sah sie auf einmal im Bild den kleinen Kerl im Laub herumhuschen und aus einer roten Blume wurde eine Mütze.

Engel schwirren umher: Die Kreativität Körners beschränkt sich nicht auf ein Thema.

Das Igelbild ist bereits für 50 Euro verkauft. Der Erlös kommt in die Büchereikasse. So soll es auch mit den anderen Bildern geschehen. „Wir dachten an ein Mindestgebot von 30 Euro“, sagt Fieseler. „Über mehr freuen wir uns riesig.“

Die rund zehn Bilder befinden sich jetzt in guter Gesellschaft bei den Büchern. „Wir nennen das ,Kultur trifft sich‘“, erklärt Fieseler. Die Bilder werden auf der Homepage der Gemeinde Wagenfeld zu sehen sein. Wer Interesse hat, schreibt eine E-Mail an rathaus@wagenfeld.de oder ruft unter Tel. 0175 / 3550302 oder 0171 / 1094567 an. Mit einer Terminvereinbarung kann das Wunschbild abgeholt und bezahlt werden. Der gute Draht zwischen Körner und Fieseler ist eine Win-win-Situation. Fieseler: „Wir können eine Bühne für die Bilder liefern.“ Körner: „Und ich mache hoffentlich anderen Menschen mit meiner Malerei eine Freude.“

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