Wald oder nur Hofgehölz?

„Bei den Meierhöfen“-Pläne: Landkreis Diepholz bringt mehrere Bedenken vor

Wald oder Park? Die Meinungen über den Fichtenbestand auf zwei Grundstücken an der Straße „Bei den Meierhöfen“ gehen auseinander.
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Wald oder Park? Die Meinungen über den Fichtenbestand auf zwei Grundstücken an der Straße „Bei den Meierhöfen“ gehen auseinander.

Wagenfeld – Wald oder nicht Wald? Das ist eine der Fragen, die im Rahmen der Änderung des Flächennutzungsplans für den Bereich „Bei den Meierhöfen“ in Wagenfeld-Bockel beantwortet werden muss. Das Planverfahren hatte der Rat im Sommer angestoßen, um einem dortigen Grundstückseigentümer die Möglichkeit zur weiteren baulichen Entwicklung zu geben.

Der Landkreis Diepholz hat im Rahmen der frühzeitigen Behördenbeteiligung gleich mehrere Bedenken vorgebracht. So wertet er das Gehölz westlich der Straße „Bei den Meierhöfen“ als Wald, so wie es auch im Flächennutzungsplan dargestellt ist. Bevor der Bereich als gemischte Baufläche überplant werden kann, muss aus Sicht der Behörde geprüft werden, ob die rechtlichen Voraussetzungen für eine Umwandlung der Waldfläche überhaupt gegeben sind. Wenn ja, müsse eine Ersatzaufforstung an anderer Stelle geleistet werden.

Die Niedersächsischen Landesforsten werten den vom Planer als Park beschriebenen Fichtenbestand und die als Hofgehölz beschriebenen Stieleichen im hinteren Bereich ebenfalls als Wald, gehen in ihrer Stellungnahme aber noch weiter als der Landkreis und werfen den Grundstückseigentümern illegale Machenschaften vor. Der ehemals wertvolle Stieleichenbestand befinde sich durch illegale Ablagerung von Altreifen, Bodenabraum und abgängiger landwirtschaftlicher Geräte und Materialien im Zustand einer schleichenden Waldumwandlung, die unmittelbar durch die Waldbehörde des Landkreises zu ahnden sei, so die Landesforsten.

Planer Michael Schwarz weist diese Einschätzung auch mit Verweis auf das niedersächsische Waldgesetz zurück. Die Stieleichen seien gezielt im landwirtschaftlichen Hofbereich angepflanzt worden. Der Bereich unter den Eichen werde als landwirtschaftliche Lagerfläche unter anderem für Reifen zur Siloabdeckung und Rundballen genutzt. Diese Nutzung als „illegale Ablagerung“ zu werten, sei unzutreffend.

Der Fichtenbestand an der Straße „Bei den Meierhöfen“ sei Teil der Parkanlage auf den beiden Grundstücken „Bei den Meierhöfen 16 und 32“ und werde von beiden Familien auch als Park genutzt. Somit sei beides gemäß der gesetzlichen Definition kein Wald. Die Ausschussmitglieder folgten dieser Einschätzung einstimmig.

Bedenken hat der Landkreis Diepholz auch hinsichtlich der Geruchsimmissionen. Da sich im Umfeld des geplanten Vorhabens zahlreiche landwirtschaftliche Betriebe befinden, hält sie eine gutachterliche Betrachtung der Immissionen für erforderlich. Der Hinweis des Planers, dass die Aufgabe einiger Betriebe bereits eingeleitet worden sei, genügt der Behörde nicht, weil es keinen konkreten Zeitrahmen gibt. Wilko Russ (CDU) plädierte dafür, der Einschätzung des Landkreises zu folgen, um auf der sicheren Seite zu sein. Dem schlossen sich die übrigen Ausschussmitglieder an.

Darüber hinaus wünscht sich der Landkreis erheblich detailliertere Ausführungen zu den Schallimmissionen aus Verkehr und Gewerbe. Der Planer argumentiert dagegen, dass es in großen Teilen des Gebiets bereits eine Mischnutzung gebe. Die noch freien Flächen lägen in größerem Abstand zu Gewerbe und Straßen als die bebauten. Eine Schallimmissionsprognose könne – sofern erforderlich – im Zusammenhang mit einer konkreten künftigen Bebauung erfolgen. Das sehen auch die Ausschussmitglieder so.

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