Bebauungsplan „Bioenergiepark 1“ soll angepasst werden

Am Renzeler Weg in Ströhen soll eine Biogasanlage entstehen. Die passt nach Einschätzung der Verwaltung aber nicht ins städtebauliche Konzept der Gemeinde für diesen Bereich. Foto: Benker

Wagenfeld – Die umstrittenen Pläne der Prokon Regenerative Energien für eine Biogasanlage in Ströhen stehen heute Abend erneut auf der Tagesordnung des Wagenfelder Bau-, Wege-, Verkehrs- und Umweltausschusses. Die öffentliche Sitzung beginnt um 19 Uhr im Rathaus. Zum einen müssen die Ratsmitglieder entscheiden, ob sie eine Änderung des für den fraglichen Bereich gültigen Bebauungsplan „Bioenergiepark 1“ auf den Weg bringen wollen. Zugleich soll für diesen Geltungsbereich eine zweijährige Veränderungssperre erlassen werden, um während des Änderungsverfahrens den Status quo zu sichern.

Der aktuelle Bebauungsplan wurde 2011 beschlossen und war auf ein Konzept von Hermann Tacke zugeschnitten, das dieser wegen Betriebsaufgabe aber nicht umsetzen konnte. Vorgesehen waren ein „Biogaspark und KDV-Verdieselungsanlage mit Biomassenlogistik- und Biomasseninformationshof in Wagenfeld-Ströhen mit angegliedertem Biomasseheizkraftwerk in Wagenfeld“.

Ende 2018 hat nun Prokon den Bau einer Biogasanlage beantragt, die täglich insgesamt rund 100 Tonnen Gülle, Mist und Pflanzenmaterial verarbeiten soll (wir berichteten). Das Gewerbeaufsichtsamt ist laut Gemeindeverwaltung nach einer Voreinschätzung der Ansicht, dass dieses Vorhaben durch den Bebauungsplan gedeckt ist. Nach Einschätzung der Verwaltung steht das Konzept jedoch im Widerspruch zum Ziel der Gemeinde, im Bioenergiepark ausschließlich pflanzliche Biomasse aus der Diepholzer Moorniederung zu verwerten. „Mit dem Vorhaben würde der Standort nicht als Zentrum einer Kreislaufwirtschaft für pflanzliche Biomasse ,aus der Region für die Region‘ genutzt, sondern als Durchgangs- und Entsorgungsstation für Stoffe, die aus anderen Quellen stammen. Für das Vorhaben soll das gesamte Sondergebiet ,Bioenergiepark 1‘ in Anspruch genommen werden. Damit wäre das ursprüngliche städtebauliche Konzept der Gemeinde nicht mehr realisierbar“, heißt es dazu in der Sitzungsvorlage.

Mit der Änderung des Bebauungsplans möchte die Gemeinde dieses Kreislaufkonzept im Hinblick auf den Einsatz von pflanzlicher Biomasse aus der Region präzisieren und an aktuelle Rahmenbedingungen anpassen. Außerdem soll die zulässige Nutzung um weitere Anlagenarten etwa zur hydrothermalen Karbonisierung oder Herstellung von „E-Fuels“ erweitert werden. Diese Änderung soll auch für das Sondergebiet „Bioenergiepark 2“ gelten.

Weitere Ziele sind, die Verkehrsbelastung im Bereich „Renzeler Weg“ und „Hespos Wehr“ möglichst gering zu halten, damit sich deren Zustand nicht weiter verschlechtert, und die Vermeidung eines größeren Anfalls von Schmutzwasser.

Außerdem sollen die Politiker vorbereitende Untersuchungen die Sanierung des Wagenfelder Ortskerns im Rahmen eines Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzepts absegnen. Weitere Themen auf der Tagesordnung sind die Bebauungspläne „Gewerbegebiet Wiedlingswiesen IV“ und „Zu den Auewiesen“ sowie die Außenanlagen des Europäischen Fachzentrums für Moor und Klima.  mer

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