Vermarktung für 31 Bauplätze beginnt

Baugebiet Fritz-Cording-Straße II: Vorteile für Familien aus Wagenfeld

31 Grundstücke bietet die Gemeinde Wagenfeld im ersten Bauabschnitt des Baugebiets „Fritz-Cording-Straße II“ an.
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31 Grundstücke bietet die Gemeinde Wagenfeld im ersten Bauabschnitt des Baugebiets „Fritz-Cording-Straße II“ an.

Das Planverfahren für das Baugebiet „Fritz-Cording-Straße II“ in Wagenfeld wird in Kürze abgeschlossen, Ende Oktober soll die Vermarktung der ersten 31 Grundstücke beginnen. Quadratmeterpreis: 85 Euro.

Wagenfeld – Läuft alles nach Plan, können im Baugebiet „Fritz-Cording-Straße II“ in Wagenfeld-Neustadt im vierten Quartal 2022 die ersten Wohnhäuser entstehen. Die Bauleitplanung wird der Rat im Oktober abschließen, mit den Rahmenbedingungen der Vermarktung befasste sich der Bau-, Wege-, Verkehrs- und Umweltausschuss bereits am Dienstagabend. Im ersten Bauabschnitt stehen 31 der rund 80 Grundstücke zur Verfügung. Den Quadratmeterpreis haben die Ausschussmitglieder auf 85 Euro festgelegt. Die erste Vermarktungsphase, in der Interessenten ihre Bewerbung einreichen können, soll von Ende Oktober bis Ende November laufen.

Wie Bürgermeister Matthias Kreye in der Sitzung mitteilte, liegen mehr als 40 unverbindliche Anfragen vor. Anders als in den bisherigen Baugebieten geht es in der ersten Vermarktung nicht nach dem Motto: Wer zuerst kommt, malt zuerst. Die Vergabe erfolgt zunächst anhand eines Kriterienkatalogs, der auch soziale Gesichtspunkte berücksichtigt. Ziel ist es, jungen Familien, Menschen mit Wurzeln in der Gemeinde und solchen mit besonderen familiären Herausforderungen eine größere Chance zu geben. Sollten nach der Vermarktungsphase noch Grundstücke frei sein, werden diese wie gehabt über die Internetseite der Gemeinde angeboten – dann ohne Berücksichtigung sozialer Gesichtspunkte.

Die Vergabekriterien sehen vor, dass jeder Bewerber nur ein Grundstück kaufen darf. Gibt es für ein Grundstück mehr als einen Interessenten, greift ein Punktesystem. So bekommen alleinstehende Kaufinteressenten einen Punkt, Alleinerziehende und in Lebenspartnerschaft lebende jeweils drei Punkte. Juristische Personen wie Immobiliengesellschaften erhalten keinen Punkt. Wer sein Haus selbst nutzt, bekommt mehr Punkte als künftige Vermieter. Auch für im Haushalt lebende Kinder gibt es Punkte – je jünger, desto mehr. Ebenfalls positiv wirkt sich aus, wenn jemand bereits in Wagenfeld wohnt oder früher mindestens zehn Jahre dort gelebt hat und zurückkehren möchte. Zieht eine pflegebedürftige Person mit in den Haushalt oder liegen sonstige besondere Härtefälle vor, gibt‘s ebenfalls drei Punkte. Im Einzelfall kann abweichend von den Vergabekriterien entschieden werden. Hierzu ist allerdings ein Beschluss des Verwaltungsausschusses erforderlich.

Die Ausschussmitglieder folgten dem Vorschlag der Verwaltung, den Verkaufspreis zunächst nur für die 31 Grundstücke des ersten Bauabschnitts direkt entlang der Fritz-Cording-Straße festzulegen. In diesem Bereich sind nur Ein- und Zweifamilienhäuser zulässig. Im hinteren, zweiten Bauabschnitt werden auch Mehrparteienhäuser möglich sein.

Die 85 Euro für den ersten Abschnitt setzen sich aus zwei Komponenten zusammen. Der reine Grundstückspreis inklusive Grunderwerb durch die Gemeinde, Kompensation, Gutachten und ähnliches beläuft sich laut Kreye auf 16 Euro. Dieser Betrag ist fix. Die Kosten für die zu errichtende Infrastruktur (Wegebau, Kanalbau, Spielplatz im zweiten Bauabschnitt) schätzt die Verwaltung auf 69 Euro. Dieser Betrag könnte sich – abhängig von der Entwicklung in der Baubranche – für den zweiten Bauabschnitt verändern. „Da verdient die Gemeinde nichts dran, sie tut aber auch nichts dazu“, bewertet Kreye die Kostenrechnung.

Die CDU hatte laut Wilko Russ über einen etwas höheren Grundstückspreis nachgedacht, könne aber mit den 85 Euro auch gut leben. Die Gemeinde zeige damit, dass sie ein fairer Partner für Familien und Zuzügler ist. Aus Sicht der UWG sind die 85 Euro angemessen. „Ein höherer Preis kommt für uns nicht infrage“, sagte Sven Wietelmann. Ein deutlich niedrigerer allerdings auch nicht. Von nicht kostendeckenden Preisen, wie sie einige andere Kommunen verlangen, hält er nichts.

„Wir waren eigentlich der Meinung, dass es noch etwas günstiger hätte sein müssen“, sagte Reinhold Summann für die SPD. Angesichts der in anderen Kommunen der Region ähnlichen oder deutlich höheren Preise, können aber auch die Sozialdemokraten die 85 Euro vertreten.

Für die Bebauung hat die Gemeinde Bauherren bisher immer zwei Jahre Zeit gegeben. Aufgrund der aktuell angespannten Situation im Baugewerbe verlängert sie die Frist auf drei Jahre. Wird das Grundstück in dieser Zeit nicht bebaut, hat die Gemeinde Anspruch auf Rückabwicklung des Kaufvertrags auf Kosten des Käufers.

Die Entscheidung über die Namen der drei Straßen im Baugebiet wurde in die Oktober-Ratssitzung vertagt. Die CDU hat einen Vorschlag der Landfrauen aufgenommen, die Straßen nach verdienten Frauen aus der Wagenfelder Geschichte zu benennen, SPD und FDP plädierten dafür, in Anlehnung an den Schiller- und Goetheweg im benachbarten Baugebiet mit deutschen Dichtern und Denkern fortzufahren, die UWG plädiert ebenfalls für Frauennamen.

Ein bisschen Zeit ist allerdings noch, bis die Straßenschilder aufgestellt werden. Der Zeitplan der Verwaltung sieht vor, dass die Erschließung des ersten Bauabschnitts im Februar oder März beginnt und bis zum dritten Quartal abgeschlossen wird. Die Bauarbeiten auf der Hofstelle Reuter, die die Wagenfelder Wohnbau in einen Wohnpark umwandeln möchte, können laut Verwaltung schon im Februar nächsten Jahres beginnen.

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