Hauptsache humorvoll

Autor Uwe Hermann dreimal für Kurd-Laßwitz-Preis nominiert

+
Die Ideen für neue Kurzgeschichten gehen dem Wagenfelder Uwe Hermann nicht aus. Inzwischen hat er einen kleinen Berg an Notizzetteln angesammelt, aus dem er sich immer wieder bedient.

Wagenfeld - Von Melanie Russ. Mediale Aufmerksamkeit ist eigentlich nicht sein Ding. Uwe Hermann bleibt lieber im Hintergrund und lässt seine Geschichten für sich sprechen. Doch manchmal muss der Wagenfelder doch für einen kurzen Moment ins Licht der Öffentlichkeit treten – weil ein Verlag möchte, dass sich sein Autor mal sehen lässt, oder weil er gleich dreimal für den renommierten Kurd-Laßwitz-Preis nominiert ist.

Im Rennen sind sein Roman „Versuchsreihe 13 – Die Epidemie Atlantis“ und die beiden Kurzgeschichten „Der Raum zwischen den Worten“ und „Das Internet der Dinge“. „Dass ein Autor in einem Jahr drei Nominierungen erhält, ist sehr selten. Da bin ich schon stolz drauf“, gibt Hermann zu und wartet nun gespannt auf die Preisverleihung im September. Insgesamt wurden seine Werke bereits zehnmal nominiert, 2016 landete seine Kurzgeschichte „Der heilige Wasserabsperrhahn“ beim Deutschen Science-Fiction-Preis auf Platz zwei.

Den Spaß am Schreiben hat der 57-Jährige schon in seiner Kindheit entdeckt, an eine Veröffentlichung dachte Uwe Hermann aber nicht, bis er sich als treuer Perry-Rhodan-Leser 1990 entschloss, eine Kurzgeschichte für die Leserkontaktseite einzusenden. Sie erschien im April im Band 898. Einige Jahre später folgten weitere Kurzgeschichten unter anderem im Computer-Magazin c’t. Inzwischen sei er in fast jedem Magazin in Deutschland vertreten, das irgendwie mit Science-Fiction zu tun habe, so Hermann. Einige der Geschichten sind inzwischen in Sammelbänden erschienen, die unter anderem bei „Lesen und Schreiben“ in Wagenfeld erhältlich sind.

Zwei seiner Geschichten wurden sogar im renommierten „Spektrum der Wissenschaft“ veröffentlicht, darunter „Das Internet der Dinge“. Darin wird eine nächtliche Diskussion intelligenter Küchengeräte über die Dringlichkeit, frische Milch für ihren Besitzer zu bestellen, jäh beendet, als dieser im Sterben liegt und sie einen Weg finden müssen, ihn zu retten.

Nicht auf ein Genre festgelegt

Auf ein bestimmtes Genre ist Uwe Hermann nicht festgelegt. „Für mich ist das Wichtigste, dass die Geschichten humorvoll sind“, sagt der 57-Jährige. Davon gebe es in Deutschland nicht allzu viele. „Da steche ich etwas heraus.“ Und kurz müssen sie sein. „Viele Kollegen haben mir gesagt, ich solle mal was längeres schreiben, aber mir fehlt die Motivation, mich ein ganzes Jahr an einem Charakter festzuhalten.“ Die Liste seiner Romane ist darum im Gegensatz zu der der Kurzgeschichten recht überschaubar.

Anfang des Jahres ist der dritte Teil der Roman-Serie Biom Alpha erschienen, an dem auch die Autoren Uwe Post und Frederic Broke mitgewirkt haben. „Das war ein tolles Erlebnis“, sagt Hermann über das Gemeinschaftsprojekt. Zunächst hätten sie über ein Forum fast ein Jahr geplant – schließlich müssten Raumschiffe, Planeten, Technik und wissenschaftliche Grundlagen bei allen Autoren identisch sein, damit sich ihre Parts später zu einer Einheit zusammenfügten. „Dabei habe ich ganz viel gelernt“, blickt er gerne auf das Projekt zurück.

Science-Fiction-Roman fertiggestellt

Gerade hat er einen in Berlin spielenden Science-Fiction-Roman fertiggestellt und arbeitet nun wieder an einer Kurzgeschichte. Daneben hat der Wagenfelder ein für ihn ganz neues Projekt in Angriff genommen. Er adaptiert seine Kurzgeschichte „Das Internet der Dinge“ in einen Animationsfilm im Cartoon-Stil. Die Parts der einzelnen Küchengeräte haben befreundete Autoren eingesprochen, um die Animation kümmert sich Uwe Post, von Haus aus Entwickler von Android-Apps. Hermann hofft, dass der Film noch in diesem Jahr fertig wird.

Hat er unter all seinen Werken eine Lieblingsgeschichte? Da fällt dem 57-Jährigen sofort „Die unwiderlegbare Warheit über den Weihnachtsmann, den Osterhasen und andere geschichtliche Ungereimtheiten ein“, die in einem Band zusammen mit Geschichten von Andreas Eschbach und anderen renommierten Autoren erschienen ist.

Reich wird er mit seinen Kurzgeschichten nicht – aber darum geht es Uwe Hermann auch gar nicht. „Für mich ist das Schreiben ein Hobby. Mir geht es um die Ablenkung.“

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema:

Brände in Kalifornien - Trump wütet auf Twitter

Brände in Kalifornien - Trump wütet auf Twitter

Flammenhölle von Malibu trifft auch Promis

Flammenhölle von Malibu trifft auch Promis

Wie werde ich Manufakturporzellanmaler?

Wie werde ich Manufakturporzellanmaler?

Brexit: Neue Dynamik, aber kein Durchbruch

Brexit: Neue Dynamik, aber kein Durchbruch

Meistgelesene Artikel

Ausstellung im Dillertal: Vom Stoffhasen bis zum Holzpilz

Ausstellung im Dillertal: Vom Stoffhasen bis zum Holzpilz

„Keine Hinweise auf Abweichungen“ in Diepholzer Schlachthöfen

„Keine Hinweise auf Abweichungen“ in Diepholzer Schlachthöfen

Kunsthandwerk voller Ideen am Kreismuseum

Kunsthandwerk voller Ideen am Kreismuseum

Abschlussessen des Schützenvereins Rathlosen mit Ehrungen der Vereinsmeister 2018

Abschlussessen des Schützenvereins Rathlosen mit Ehrungen der Vereinsmeister 2018

Kommentare