„Tag des offenen Denkmals“ in Wagenfeld

„Aus der Burg geht wie früher noch Macht aus“

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Stolz ist das große Team des Kulturkreises Auburg auf das Geleistete: Und auf die derzeitige gute Zusammenarbeit mit der Gemeinde Wagenfeld in Sachen Erhaltung des Baudenkmals Auburg. 

Wagenfeld - Dass immer noch Macht und Pracht vom übrig gebliebenen Herrenhaus der ehemaligen Auburg in Wagenfeld ausgehen, davon legte Bürgermeister Matthias Kreye zum Tag des offenen Denkmals Rechenschaft ab: „Apropos Macht. Der Gemeinderat tagt hier regelmäßig. So geht wie früher Macht aus der Auburg aus“, meinte er wohl scherzhalber.

Das Motto des diesjährigen Tages der Denkmäler hieß „Macht und Pracht“ und wurde durch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz koordiniert. Am Abend stand fest: „Millionen erlebten ,Macht und Pracht’! 3,5 Millionen Besucher entdeckten mehr als 7 500 Denkmale, die Ausdruck weltlicher und religiöser Machtverhältnisse sind“, so das Fazit auf der Internetseite. In der Summe inbegriffen: Zahlreiche Gäste in der Auburg.

„Denkmalschutz klingt häufig verstaubt. Dabei wird so oft vergessen, dass hier höchst engagierte Menschen am Werke sind“, meinte Kreye. Er wisse, wovon er spräche, denn er hätte selbst ein Heuerlingshaus umgebaut. Und dann nutzte er seine Macht doch ein wenig: „Die Gemeinde wird die Auburg im nächsten Jahr neu streichen lassen, damit weiterhin tolle Veranstaltungen von hier ausgehen können, wie bisher.“

Apropos bisher: Hierum ging es im anschließenden Vortrag „Die Auburg früher und heute“, den sich Gemeindearchivar Timo Friedhof, Karsten Kleemeyer, ehemaliger Vorsitzender des Heimatvereins Wagenfeld und Marita Kleemeyer und Monika Jahnke (beide Vorstand Kulturkreis Auburg Wagenfeld) aufteilten. Den Einstieg in das 15. Jahrhundert gab Katharina-Luise Lütvogt am Flügel mit einer Romanze von Ludovico Einaudi. Ein wenig Traurigkeit auf dem Gesicht von Vorsitzender Kleemeyer war zu entdecken über die kleine Anzahl von Ratsmitgliedern, schließlich bestand die einmalige Chance, die wechselvolle Geschichte der Auburg von 1495 bis 2017 von eigentlich 500 Seiten in 20 Minuten zu begreifen. Mächtig zeigte sich Archivar Friedhof mit dem Waschklöppel als Zeigestock für die Präsentation.

„Wer soll das Haus lebendig gestalten?“

Friedhof erklärt blumig: Von der Mode mit Wespentaille vor den 16 Kindern der Sophie Charlotte von Freitag über den ehemaligen Tiergarten, die als wehrhafte Wasserburg gebaute Anlage. Den Umzug in das moderne Herrenhaus und die Nutzung der stehengelassenen Burg als Steinbruch: „In vielen Wagenfelder Dielen findet man Sandsteinbeläge aus der Auburg, Hölzer aus den Wirtschaftsgebäuden.“

Nicht mit Ruhm bekleckerte sich laut Karsten Kleemeyer die Gemeinde ab 1995 als Bürgermeister Wilhelm Falldorf den Heimatverein aufforderte: „Kümmert euch mal um die Auburg, aber von uns könnt ihr nichts erwarten, die Kassen sind leer.“

„Wir haben Gelder aus Brüssel generiert und eine Idee für die Auburg gefunden im Team“, so berichtet Kleemeyer. „Doch die Frage blieb: Wer soll das Haus lebendig gestalten?“.

Marita Kleemeyer und Monika Jahnke berichten ab 1999 über die steile Karriere der Immobilie: „Heute singen hier Chöre, wir haben zahlreiche Trauungen, drei Wohneinheiten sind vermietet“. Es finden wieder Ratssitzungen statt, der Kulturkreis bietet ein wechselndes Kulturprogramm, das Archiv der Gemeinde wird liebevoll im Obergeschoss gepflegt. „Wir haben zahlreiche Projekte wie den Greenday, die Niedersächsischen Musiktage finden regelmäßig statt.“ Und vieles mehr. Am Ende geht ein Löscheimer in Holz herum: „Darin finden viele Taler Platz“, sagt Friedhoff.

„Wir werden aber alle nicht jünger, wir brauchen Nachwuchs“, der abschließende Appell von Vorsitzender Marita Kleemeyer. sbb

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