Wagenfelder Tafel feiert zehnjähriges Bestehen / Etwas mehr Besucher erhofft

Arbeit bereitet noch immer große Freude

Die Phantom-Brigade begleitete die Tafel-Mitarbeiter vom Ausgaberaum zum Gemeindehaus.  - Foto: Russ

Wagenfeld - Von Melanie Russ. Zu überhören war er nicht, der zehnte Geburtstag der Wagenfelder Tafel, den die Ehrenamtlichen am Sonntag mit einem Nachmittag der offenen Tür feierten. Denn die Phantom-Brigade brachte ihnen ein Ständchen. „Die Mitarbeiter der Tafel hatten vorgeschlagen, dass sie spielen, und wir haben uns gedacht: Das gönnen wir ihnen“, berichtete Pastor Michael Steinmeyer, während die Musiker vor dem Gemeindehaus Filmmusik schmetterten. Der Gospelchor hatte den Tafel-Mitarbeitern zuvor singend gratuliert.

Begonnen hatte der Nachmittag mit einigen Gruß- und Dankesworten. Pastorin Edith Steinmeyer erinnerte an den biblischen Auftrag des Brotbrechens und das Anliegen der Tafel, mit ihrer Essensausgabe nicht nur finanzschwächere Menschen zu unterstützen, sondern auch dazu beizutragen, dass noch verwendbare Lebensmittel, die in Supermärkten nicht mehr verkauft werden können, nicht vernichtet werden. Ihr Dank galt den Ehrenamtlichen und den zahlreichen Spendern, ohne die das Ganze nicht möglich wäre.

Grußworte sprachen auch der Ströher Ortsvorsteher Holger Kuhlmann – die Tafel wird von den Kirchengemeinden Wagenfeld und Ströhen getragen – und Konrad Spreen von der örtlichen Sparkassenfiliale. Der stellvertretende Bürgermeister Stephan Dubenhorst überbrachte in Vertretung von Matthias Kreye den Dank von Politik und Verwaltung an die Tafel-Mitarbeiter und Spender, verbunden mit dem Appell, dass sich noch mehr Menschen bei der Tafel engagieren sollten.

Diesen Wunsch hörten allerdings fast nur diejenigen, die ohnehin schon aktiv sind, denn zum großen Bedauern der Ehrenamtlichen schauten nur vereinzelte Gäste im Gemeindehaus vorbei, wo die Tafel Kaffee und Kuchen servierte. Auch die meisten der zahlreichen eingeladenen Spender und Tafeln der umliegenden Ortschaften hatten es vorgezogen, den Sonntagnachmittag anderweitig zu verbringen. Sie sahen weder die von den Ehrenamtlichen liebevoll geschmückten Tische im Gemeindehaus noch den extra für den Jahrestag hergerichteten Ausgaberaum der Tafel.

Einzig Vertreter der Sulinger Tafel seien gekommen, bedauerte Mitorganisatorin Anne Scheland das geringe Interesse. „Das ist sehr enttäuschend.“ Ärgerlich sei auch, dass sich nur wenige abgemeldet hatten, weshalb am Ende noch reichlich gespendeter Kuchen übrig blieb, über den sich nun die Kunden der Tafel freuen können.

Erfreulicher war Anne Schelands Rückblick auf die vergangenen zehn Jahre. 40 Interessierte, von denen 15 noch immer aktiv sind, hatten sich Ende 2007 zusammengefunden, um das Projekt zu starten. Es galt, viel zu organisieren, bevor die Tafel am 8. Mai 2008 erstmals ihre Türen öffnete (wir berichteten). Anfangs packten die Ehrenamtlichen noch für jeden Kunden einen Korb, als deren Zahl immer weiter stieg, gestalteten sie den Ausgaberaum an der Kreuzung Oppenweher Straße/Hauptstraße wie einen Tante-Emma-Laden, in dem die Kunden die Waren selbst wählen können.

„In den vergangenen zehn Jahren haben wir viel erlebt“, resümierte Scheland. Nicht alle Erfahrungen waren positiv, die meisten allerdings schon. „Das Fazit nach zehn Jahren ist, dass uns diese Arbeit große Freude bereitet und wir fast immer glücklich und zufrieden nach Hause gehen.“ Begonnen hatte der Tag für die Ehrenamtlichen mit einem gemeinsamen Gottesdienst und anschließendem Grillen.

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