Neuer Bauhof für 1,7 Millionen Euro

Anspruchsvolles Investitionspaket geschnürt

Der Bauhof auf dem Gelände der Auburg ist in die Jahre gekommen. Er soll abgerissen und an anderer Stelle ein Neubau erstellt werden. Foto: Russ
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Der Bauhof auf dem Gelände der Auburg ist in die Jahre gekommen. Er soll abgerissen und an anderer Stelle ein Neubau erstellt werden.

Wagenfeld - Ein anspruchsvolles Investitionspaket hat die Verwaltung der Gemeinde Wagenfeld für das kommende Jahr geschnürt. 5,15 Millionen Euro will sie in die Infrastruktur stecken, allein 1,65 Millionen Euro sind für den Wegebau vorgesehen. Für einen Großteil der Maßnahmen sind allerdings Fördermittel beantragt, deren Umsetzung erfolgt nur bei einem positiven Bescheid. Die gute Nachricht für Bürger und Betriebe: Grund- und Gewerbesteuer werden trotz der hohen Investitionen nicht erhöht. Insgesamt hat der Haushaltsplanentwurf 2020, den der Finanzausschuss am Donnerstagabend einstimmig absegnete, ein Volumen von 12,49 Millionen Euro.

Kann alles wie geplant umgesetzt werden, werden die eigenen Mittel vermutlich nicht reichen. Die Verwaltung hat darum die Ermächtigung für eine Kreditaufnahme in Höhe von 2,1 Millionen Euro erhalten. Ob tatsächlich Kredite in Anspruch genommen werden, hängt allerdings von der Entwicklung im kommenden Jahr ab.

Neuer Bauhof

Den größten Investitions-Einzelposten hat Kämmerin Elke Schepmann noch ganz kurzfristig in ihr rund 230 Seiten starkes Zahlenwerk aufgenommen: den Neubau des Bauhofes. Er soll insgesamt 1,7 Millionen Euro kosten, von denen 700.000 Euro aber erst 2021 zu Buche schlagen. Wie berichtet, sollen der alte Bauhof auf dem Gelände der Auburg abgerissen und der Parkplatz neu hergerichtet werden. Dafür wurden 400.000 Euro veranschlagt. Wo der neue Bauhof entstehen soll, konnte Bürgermeister Matthias Kreye noch nicht sagen. „Es gibt einen Favoriten, die Gespräche laufen gut.“ Den ehemaligen Baumarkt Lorenz hatte sich die Verwaltung ebenfalls angesehen, die Gebäude entsprechen laut Kreye aber nicht den speziellen Anforderungen an einen Bauhof.

Wegebau

Bei den Investitionen in Brücken- und Wegebau gibt es noch einige Fragezeichen. Definitiv ausgebaut wird 2020 der erste Abschnitt der Schulstraße von der Mindener Straße bis zum Fliederweg. Dafür veranschlagt die Verwaltung 575.000 Euro, von denen etwa 90.000 Euro die Anlieger zahlen müssen. Der Rest der Schulstraße wird in den drei folgenden Jahren in Angriff genommen. Ob auch Wundersweg (310.000 Euro), Birkenweg (130.000 Euro) und Wilhelm-Falldorf-Straße (140.000 Euro) ausgebaut werden, hängt davon ab, ob Fördermittel in Höhe von 60 Prozent fließen. Die Anträge sind gestellt, die Bescheide stehen noch aus. Gleiches gilt für die Ortskernsanierung. Hierfür wurden 660.000 Euro (davon 440.000 Euro Fördermittel) veranschlagt.

Für die Erschließung der Gewerbeflächen „Zur Mühle“ gegenüber von ZF sollen 200.000 Euro fließen, für den Ausbau des Kompensationsflächenpools der Gemeinde 181.000 Euro.

Personal und Kita

Außerhalb der Investitionen sind die Personalaufwendungen mit 2,38 Millionen Euro (Vorjahr: 2,17 Millionen Euro) einer der größten Posten. Die Steigerung ist laut Verwaltung zum großen Teil durch Tarif- und Besoldungserhöhungen bedingt. Eher erfreulich ist der Anstieg der Kosten für die Betreuung in Kindertagesstätten, denn er bedeutet, dass die Gemeinde weiter wächst. Die Kosten sind von 0,95 Millionen Euro (2017) auf 1,23 Millionen Euro gestiegen.

„Ich bin froh, dass wir weiterhin in der Lage sind, in unsere Infrastruktur zu investieren“, betonte Kreye nach der Vorstellung des ausgeglichenen Haushalts.

Ausgaben im Blick

Der Ausschussvorsitzende Heino Spreen (SPD) bewertete die Entwicklung des Haushaltsvolumens ebenfalls positiv. Es zeige sich die Tendenz, „das wir uns auch künftig im zweistelligen Bereich bewegen“. Kritik übte er angesichts der immer wieder auftauchenden überplanmäßigen Ausgaben im Baubereich an den Planungen der Verwaltung. Dass es Preissteigerungen bei den Baukosten gebe und diese nicht genau vorausgesagt werden könnten, sei verständlich, so Spreen. „Aber es fehlten auch Sachen, die man hätte einplanen können.“ Die zusätzliche Lautsprecheranlage in der neuen Sporthalle zum Beispiel. „Die neue Halle ist doch außerordentlich aus dem Ruder gelaufen“, befand er.

Auch Hans-Walter Scheland (FDP) sah im Haushaltsplan positive und negative Aspekte. Positiv sei der Anstieg der Einkommensteuer, negativ dagegen die „ganz erheblich gestiegenen“ Personalkosten. „Wir müssen aufpassen, dass sich das nicht so weiterentwickelt“, mahnte er. Kreye stimmte zu, wies aber auch darauf hin, dass die Gemeinde einen Teil der Kosten erstattet bekommt. Als Beispiel nannte er den zweiten Auszubildenden im Hallenfreibad, der die Sommersaison im Freibad in Barenburg verbringt. Die entsprechenden Lohnkosten überweist die Samtgemeinde Kirchdorf.

Sporthallenbau wird 200.000 Euro teurer

Der Sporthallenneubau an der Wagenfelder Grundschule wird ein gutes Stück teurer als geplant. Die tatsächlichen Kosten bezifferte die Verwaltung auf etwa 1,9 Millionen Euro, veranschlagt waren 200.000 Euro weniger. Der ursprüngliche Ansatz basiere aber auf Planungen von 2016, betonte Bürgermeister Matthias Kreye. Wegen der guten Auslastung habe man bei nahezu allen Gewerken einen Aufschlag von zehn Prozent verzeichnet. Außerdem sind jeweils vierstellige Beträge für eine weitere Lautsprecheranlage und Arbeiten an der Verbindung zum Altbau hinzugekommen. Ob die Planer die Preissteigerungen nicht einberechnet hätten, fragte Martina Rodax (UWG). 200.000 Euro seien viel Geld. Hätten sie, aber nicht in der Höhe, so Kreye.

Laut Verwaltung sind in der Halle bereits der Sportboden eingebaut und die Akustikverkleidung hergestellt. Im Sozialtrakt laufen derzeit Maler-, Bodenbelags- und Installationsarbeiten. Die Küche im Aufenthaltsbereich ist ebenfalls eingebaut. Kreye geht davon aus, dass die Halle bis Weihnachten soweit fertig wird, dass sie genutzt werden kann. Weil voraussichtlich auch die meisten Rechnungen noch in diesem Jahr gestellt werden, ist im laufenden Haushaltsjahr 2019 die überplanmäßige Ausgabe in Höhe von 200.000 Euro erforderlich, die der Finanzausschuss einstimmig absegnete. Der Betrag wird durch geringere Ausgaben in anderen Bereichen gedeckt. „Wir können froh sein, dass wir die anderen Maßnahmen schon fertig haben“, sagte Thorsten Weghorst (CDU) mit Blick auf Kitaausbau, Ströher Sporthalle und Hallenfreibad. Bei der aktuellen Preisentwicklung „wäre das knüppeldick gekommen“.

Im Haushaltsplanentwurf 2020 sind weitere 100.000 Euro für die Sporthalle veranschlagt. Sie sind für die Gestaltung der Außenanlage vorgesehen.

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