Alltagsmotive im Fokus

Gerd Battermann und Elisabeth Schuller-Köster präsentieren „Metamorphosen“

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Gerd Battermann liebt die ungewöhnlichen Orte, die im Alltäglichen oft verschwinden. Hier: „Wohnen im Eck“. Elisabeth Schuller-Köster fängt viele menschliche Situationen ein: „Vorstoß“ heißt dieses Exponat.

Wagenfeld - Von Simone Brauns-Bömermann. Der nicht alltägliche Blick auf scheinbar Alltägliches, das ist Gerd Battermanns Fotografie. Der künstlerische Prozess von Elisabeth Schuller-Köster beginnt bereits beim Suchen und Finden ihrer Fundstücke, die sie eine Metamorphose erleben lässt.

Beide Künstler kennen sich schon lange und machen immer wieder etwas gemeinsam. Jetzt stellen Sie im Dienstleistungszentrum (DLZ) in Wagenfeld aus und haben eigens dafür auch Exponate zusammengefügt. Warum die Ausstellung „Metamorphosen“ heißt, fragen nach der Eröffnung die Gäste die Künstler selbst.

„Kunst in der Provinz“ entwickelt sich zum Premium-Label

Brigitte Cording hatte gemeinsam mit Brunhild Buhre, Vorsitzende des Vereins „Kunst in der Provinz“ für das DLZ wunderbare Hängungen mit den digitalen, veränderten Fotografien von Battermann aus Dötlingen und den Metallbildhauer-Exponaten von Schuller-Köster aus Oldenburg gefunden. Und mit jedem Künstler, der wie die zwei, über die Grenzen hinweg ausstellt, wird klarer, dass sich der Name „Kunst in der Provinz“ zu einem Premium-Label mausert.

Was sich bei jeder neuen Ausstellung an den Wänden und auf den Gängen des DLZ zeigt, ist eine optimale Win-Win-Situation von Paten, Kundenverkehr und Kunst. „Brigitte, Du hast ein Forum geschaffen und wir sind zum 26. Mal hier“, bestätigte Brunhild Buhre das Engagement in Sachen Kunst „für umsonst“, wenn man nur schauen will, ohne in die Galerien der Städte fahren zu müssen. „Die Künstler kommen hier auf dem Land zum Betrachter, das ist toll“, erwidert Cording.

Wenn aus Alltäglichem Kunst wird

Über das Wie und Was der zwei Künstler gibt Kollege Alex Otterpohl aus Asendorf, selbst Künstler und Galerist, eine Einführung. „Kunst ist keine Utopie“, seine These, die er auf den Klassiker der Kunsttheorie von Wassily Kandinsky, „Über das Geistige in der Kunst“, begründet. Ganz praktisch sehen die Exponate auch nicht utopisch aus, weder die digital veränderten Schnappschüsse von Battermann noch die Skulpturen von Schuller-Köster.

Battermann linst immer Richtung anderer Straßenseite und möchte am liebsten jetzt und sofort das Sinalco- Logo auf der Hauswand gegenüber fotografieren, um später Zuhause im Atelier die Möglichkeiten der Bildbearbeitung und gedachte Grenzen zu verändern. „Wir sehen hier Kunst, die nicht auf Wohnzimmertauglichkeit, Sammelleidenschaft oder Kommerz reduziert ist“, ergänzt Otterpohl.

Die Metallbildhauerin arbeite gern mit Fundstücken vom Schrottplatz. Ausgediente Dinge gehen unter ihren Händen des Schweißens, Entgraten, Formens und Schleifens in ein neues Leben: Es entstehen Skulpturen mit Titeln wie „Und es gibt sie doch“, die Meerjungfrauen, „Standpunkte“, der bildhaft dargestellte Blick aus unterschiedlichen Perspektiven oder „Was im Kopf“, ein kleiner Metallsoldat in Trikolore-Farben mit Pickelhaube. Ein Trauma. „So verstehe ich Metamorphose, wenn aus alltäglichen Dingen Kunst entsteht“, erläutert die Künstlerin später den Interessierten.

Akzente setzen

Gerd Battermann liebt wie jeder Fotograf den richtigen Moment, drückt ab und hat die Basis seiner Arbeit digital gebannt. „Dann begibt er sich auf die riskante Reise von Verfremdung und Abstrahieren, sowohl farblich, als auch strukturell und dem möglichen Absturz, wenn man nicht aufgepasst hat und das Werk ist verpfuscht“, so Otterpohl. Für Battermann ist es eine wahre Freude, wenn seine Objekte durch Doppelbelichtung und Transparenzen miteinander verkleben, sich in über- oder ineinanderschieben. Er erstellt Buchtitel und für die Ausstellung in Wagenfeld entstanden Fotos mit seinen Panoramen am Meer beispielsweise und Schuller-Kösters Tieren, Menschen, Meerjungfrauen oder Booten im Meer.

Wenn er in Makrofotografie die Pflanze Mangold aufnimmt, offeriert sie die totale Schönheit, wie eine bezaubernde Blume. Eine schlichte Hauswand, ein Schindeldach, eine Holztür mit verwitterter Farbe rücken bei ihm in den Mittelpunkt und werden akzentuiert: Farblich, inhaltlich und geistig. Beiden Künstlern ist eins gemein: Der Geist und das Gefühl und die spielen in der Kunsttheorie eine wesentliche Rolle. Die Ausstellung ist noch bis zum 26. Mai während der Öffnungszeiten des DLZ zu besichtigen.

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