DRK versorgt 200 Menschen in Wagenfeld mit Lebensmitteln und Getränken

Ab heute auch ein Mittagessen

Zusätzlich zu den Grundnahrungsmitteln wie Brot, Käse, Butter und Tomaten versorgt das DRK die Menschen, die in Wagenfeld in Quarantäne sind, mit einem Mittagessen. 
Foto: Anke Seidel
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Zusätzlich zu den Grundnahrungsmitteln wie Brot, Käse, Butter und Tomaten versorgt das DRK die Menschen, die in Wagenfeld in Quarantäne sind, mit einem Mittagessen. Foto: Anke Seidel
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Wagenfeld/Barnstorf – Eigentlich sollte gestern Abend alles vorbei sein. Aber für die 200 bulgarischen Werksvertragsarbeiter, die in der ehemaligen Wagenfelder Kaserne wohnen und in der Geestland-Schlachterei in Wildeshausen arbeiten, hat sich die Lage verschärft: Auch wenn keiner von ihnen an Covid-19 erkrankt ist, müssen sie 14 Tage in häuslicher Quarantäne leben (wir berichteten). Das Deutsche Rote Kreuz (DRK), das sie bisher mit Grundnahrungsmitteln versorgt hat, liefert ihnen ab sofort ein Mittagessen. Während ihrer Arbeitsquarantäne hatten die Bulgaren das in der Schlachterei erhalten.

Weil von den 1183 Mitarbeitern des Schlachtbetriebs 46 positiv auf Covid-19 getestet worden waren, ordnete der Landkreis Oldenburg eine Quarantäne für alle Mitarbeiter und für 14 Tage an – die verfügte auch der Landkreis Diepholz. Jetzt bereiten die Mitarbeiter der DRK-Zentralküche in Barnstorf 200 Portionen Essen mehr zu – vorsorglich ohne Schweinefleisch, so Ulrike Hirth-Schiller als hauptamtliche Vorsitzende des DRK-Kreisverbands auf Anfrage. Das DRK betreibt Zentralküchen in Barnstorf und Syke-Barrien. 1 800 Menschen in Seniorenheimen, Kindertagesstätten und Schulen sowie über „Essen auf Rädern“ versorgt das DRK täglich mit warmen Mahlzeiten. Mit dem neuen Auftrag sind sämtliche Kapazitäten ausgeschöpft, stellt Ulrike Hirth-Schiller klar: „Wir sind am Anschlag.“

Das DRK versorgt die 200 Werksvertragsarbeiter in Wagenfeld schon seit dem Beginn der Arbeitsquarantäne mit Grundnahrungsmitteln und Getränken. „Wir hatten am Mittwochabend den Einsatzauftrag des Landkreises erhalten“, so die Vorsitzende. Innerhalb von zwei Stunden sei die erste Verteilung erfolgt: „In unseren Zentralküchen haben wir immer einen Grundbestand an Lebensmitteln, damit wir schnell reagieren können.“

Ab Donnerstag konnten die Arbeitskräfte aus Bulgarien ihren individuellen Bedarf anmelden – sprich per Liste aus einem „Standardwarenkorb“ auswählen: Grau-, Weiß- oder Vollkornbrot, Käse oder Wurst, Nudeln oder Kartoffeln, Mehl, Zucker, Eier, Milch, Kaffee oder Tee, Pfeffer, Salz und eine kleine Auswahl an Obst und Gemüse. Dieses Grundsortiment verteilt das DRK künftig dreimal pro Woche – ebenso Hygieneartikel.

Eine große Unterstützung sind bei der Bewältigung aller Aufgaben in der Coronakrise die Ehrenamtlichen. „Sie haben Unglaubliches geleistet“, zollt die hauptamtliche Vorsitzende den Freiwilligen ihre Anerkennung – und stellt grundsätzlich fest: „Wir haben ein hartes halbes Jahr hinter uns.“ Denn in den 34 Einrichtungen des DRK-Kreisverbands mussten die Abstands- und Hygienevorschriften organisiert, eingehalten und kontrolliert werden. „Für Schutz- und Desinfektionsmittel haben wir ein Zentrallager eingerichtet“, so Ulrike Hirth-Schiller. Ehrenamtliche übernahmen den Fahrdienst im Flächenlandkreis Diepholz. Und mehr: „Für sie war es ein sehr, sehr anstrengendes halbes Jahr.“

Darüber hinaus musste das DRK gleich zweimal die Unterbringung von Bewohnern aus Seniorenheimen organisieren und dafür eine Unterkunft einrichten – einmal nach einem Brand und einmal nach einer Corona-Infektion (wir berichteten).

250 Ehrenamtliche engagieren sich in der DRK-Bereitschaft, rund 1 000 Menschen arbeiten hauptamtlich für das DRK. Es hat 9 500 Mitglieder im Landkreis Diepholz.

Von Anke Seidel

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