Rettungsfahrzeug in Ströhen: Wegen Corona Verlängerung der Testphase

162 Mal Hilfe in Wagenfeld

Von der Arbeit der Rettungswache in Ströhen verschafften sich Verantwortliche und „Gastgeber“ Anfang des Jahres einen ersten Eindruck. Ob der Rettungswagen dauerhaft dort stationiert bleibt, soll der Kreistag in den kommenden Wochen entscheiden.
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Von der Arbeit der Rettungswache in Ströhen verschafften sich Verantwortliche und „Gastgeber“ Anfang des Jahres einen ersten Eindruck. Ob der Rettungswagen dauerhaft dort stationiert bleibt, soll der Kreistag in den kommenden Wochen entscheiden.

Wagenfeld/Ströhen – Bleibt der Rettungswagen, der zurzeit im Gebäude der Feuerwehr Ströhen untergebracht ist und Menschen in Not in der Region versorgt, dauerhaft vor Ort? Diese Frage bleibt vorerst ungeklärt. Denn als Träger des Rettungsdienstes verlängert der Landkreis Diepholz die Testphase mindestens bis zum Ende des Jahres – mit Rückendeckung aus der Politik: Die Mitglieder des Fachausschusses für Feuerschutz, Verkehr und Sicherheit stehen einmütig hinter der Verlängerung. Erst nach Vorlage zuverlässiger Daten wollen sie sich positionieren.

Zwar liegen Daten bereits vor. Aber durch Veränderungen in der Corona-Krise bilden sie möglicherweise kein reales Bild ab. Klaus Speckmann, Leiter des Landkreis-Fachdienstes Bevölkerungsschutz: „Während der Corona-Krise sind die Einsatzzahlen im Rettungsdienst gesunken.“ Im Fachausschuss, der unter der Leitung von Ingrid Söfty (CDU) in der Feuerwehrtechnischen Zentrale in Wehrbleck tagte, nannte der Fachdienstleiter die Einsatzzahlen bis Ende August.

Demnach hatte die Besatzung des Rettungsfahrzeugs, das täglich von 7 bis 19 Uhr einsatzbereit ist, 162 Einsätze in Wagenfeld geleistet und 158 in Sulingen – bedingt durch den Krankenhausstandort dort. In der Samtgemeinde Rehden waren 22 Einsätze geleistet worden, in der Stadt Diepholz 36, in Bahrenborstel 32 sowie 35 in Kirchdorf. Schließlich kamen weitere in Barenburg (7), Freistatt (21), Varrel (37) und 24 sonstige hinzu.

„Im Durchschnitt werden somit rund zwei Einsätze pro Tag durchgeführt“, bilanziert der Landkreis. „Dieser Wert liegt spürbar unterhalb der Erwartungen und um rund ein Drittel unterhalb der Einsatzzahlen am Standort in Wehrbleck.“ Von dort war das Fahrzeug für die Testphase abgezogen worden.

Der prozentuale Anteil der Notfallrettung jedoch liege beim Rettungsfahrzeug in Ströhen mit 75,3 Prozent „in einem guten Bereich“, so der Landkreis. Zumal es Rettung über Landkreisgrenzen ermöglicht, sprich Einsätze in den Landkreisen Nienburg und Minden-Lübbecke mit übernimmt.

Aufgabe des Fahrzeugs in Ströhen ist es vor allem, die Hilfsfrist in der gesamten Gemeinde Wagenfeld und zugleich in Teilen der Samtgemeinde Kirchdorf zu garantieren. „Hier wird die weitere Entwicklung genau zu beobachten sein, wobei neben der reinen Zahl an Fällen selbstverständlich auch die Auswirkung des Test-Standortes auf die Einhaltung der jeweiligen Hilfsfristen zu beachten sein wird“, beschreibt es die Verwaltung. Erste Auswertungen hätten jedoch gezeigt, dass die Hilfsfrist bei allen Einsätzen in der Gemeinde Wagenfeld eingehalten worden sei.

Die Testphase mindestens bis Ende des Jahres zu verlängern, geht auf eine Empfehlung des Sachverständigenbüros Orgakom zurück, mit dem der Landkreis Diepholz bereits seit Jahren zusammenarbeitet.

Schon jetzt ist klar: Bis zu einer endgültigen Entscheidung bleibt das Rettungsfahrzeug in jedem Fall in Ströhen stationiert.

Positive Erfahrungen in Wagenfeld und Kirchdorf

In der Gemeinde Wagenfeld und der Samtgemeinde Kirchdorf, die besonders von der Verlegung des Rettungswagens profitieren, stößt die Entscheidung des Kreisausschusses für eine Verlängerung der Testphase auf Zustimmung. „Ich habe das gehofft und kann das nur begrüßen“, sagt Ströhens Ortsvorsteher Reinhard Heider zur Verlängerung der Testphase. „Letztendlich wäre es schön, wenn es zur Dauereinrichtung wird. Denn wir waren ja alle ein bisschen abgetrennt vom Rettungswesen.“ Vor der Verlegung habe man in Ströhen etwa eine halbe Stunde auf Hilfe warten müssen. „Das hat sich jetzt deutlich verbessert“, so Heider.

Mit Blick auf die in Borwede geplante Zentralklinik kommt Rettungsstationen in entfernten Bereichen nach seiner Einschätzung künftig eine noch größere Bedeutung zu, denn die Wege würden dann noch weiter. Auch das ist seiner Meinung nach ein Argument, dass für den Standort Ströhen spricht.

Heinrich Kammacher, Bürgermeister der Samtgemeinde Kirchdorf, begrüßt ebenfalls, dass die Testphase verlängert wurde. Für eine endgültige Entscheidung für den Standort Ströhen benötige die Politik verlässliche Zahlen. Die Hilfsfristen seien insbesondere in der Gemeinde Bahrenborstel deutlich besser geworden, ist sein Eindruck nach den ersten neun Monaten. Und die Gemeinde Wehrbleck sei durch die Rettungswagen an den Standorten Sulingen und Rehden weiterhin gut versorgt. mer

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