Tradition und Jugendarbeit prägen Verein

125-jähriges Jubiläum: Ströher Kriegerschützen feiern mit vielen hundert Gästen rauschendes Fest

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Heiko Meyer, Vorsitzender des Kriegerschützenvereins, begrüßte die Gäste zum Festakt.  

Ströhen - Von Melanie Russ. Die Chronik des Kriegerschützenvereins Ströhen hat am Wochenende eine neue Seite bekommen. Berichtet wird dort von einem rauschenden Fest, wie es die Schützen schon lange nicht mehr erlebt haben. Zuletzt wohl 1982, als der Kriegerschützenverein das Kreiskönigstreffen mit annähernd 3 000 Teilnehmern ausrichtete. Viele hundert Schützen waren es am Samstag, die mit den Ströhern das 125-jährige Vereinsjubiläum feierten und beim Antreten auf dem Sportplatz des TSV Jahn ein prächtiges Bild abgaben.

Vieles hat sich verändert im Laufe von mehr als einem Jahrhundert. Gegründet als Kriegerverein, der ehemaligen Soldaten eine Heimat bot, stehen seit der Neugründung nach dem Zweiten Weltkrieg im Jahr 1951 neben der Pflege der Kameradschaft das traditionelle und sportliche Schießen im Mittelpunkt. Doch eines haben Gründungs- und Jubiläumsjahr gemeinsam: Wie 1893 ist auch heute Kaiserzeit: Damals regierte Wilhelm II., heute Werner Beckmeyer und Christian Beck (Jugend), die beide vor einer Woche bereits zum zweiten Mal den Thron bestiegen.

Und kaiserlich war auch das Wetter beim Festakt auf dem Sportplatz. Bei mehr als 30 Grad gerieten die Spielmannszüge aus Pr. Ströhen und Varrel, die die Abordnungen der 20 Gastvereine nacheinander zu ihren Plätzen auf dem Rasen geleiteten, mächtig ins Schwitzen. Vorsitzender Heiko Meyer begrüßte die Gäste und erhielt gleich zu Beginn den meisten Applaus für sein Versprechen, die Reden möglichst kurz zu halten. Im Galopp ritt er durch die Geschichte des Vereins und streifte dabei nur die wichtigsten Stationen.

Die Gastredner folgten Meyers Beispiel. Dem Kriegerschützenverein sei es gelungen, sich über fünf Generationen tief in der Gemeinde zu verankern, sagte Bürgermeister Matthias Kreye. Besonders wichtig sei ihm, dass die Jugend so stark in den Verein eingebunden sei. „Die hervoragende Jugendarbeit ist über die Ortsgrenzen hinaus bekannt. Macht bitte weiter so.“

Landrat Cord Bockhop richtete seinen Dank vor allem an den Vorstand, der die Feste ihres Vereins vorbereite und auch sonst immer zur Stelle sei. „Lasst es krachen“, rief er den Schützen zu, mahnte aber zugleich, darauf zu achten, dass sich vor allem die Jugendlichen nicht zu viele Mixgetränke gönnten. Bockhop war standesgemäß im Schützenrock, aber ohne Hut gekommen. Der sei ihm leider abhandengekommen. Er habe eine abgeknickte Feder, innen die Initialen CB und hinten eine Wäscheklammer. „Falls jemand ihn sieht, ich brauche ihn dringend wieder“, nutzte der Landrat die Gelegenheit zur Aufgabe einer Vermisstenanzeige.

Ortsvorsteher Holger Kuhlmann dankte den Schützen für ihren Beitrag zur Dorfzusammengehörigkeit. „Ich hoffe, es wird so bleiben, dann werden wir weiter von unseren Nachbarn beneidet.“ Anschließend überbrachten Vertreter der Vereine aus Wagenfeld, Butzendorf, dem Sulinger Raum, dem Landkreis Nienburg und dem Kreis Minden-Lübbecke Glückwünsche und Geschenke.

Bevor alle angetretenen Schützenvereine zur Erinnerung an das Jubiläumsfest Fahnenbänder erhielten, wurde das Ergebnis des Pokalschießens gelüftet, an dem im Vorfeld 139 Damen und 152 Herren aus befreundeten Vereinen teilgenommen hatten. Den ersten Platz im Mannschaftspokalschießen der Damen sicherte sich mit 152 Ring (2 810 Teiler) der Schützenverein Holzhausen ganz knapp vor Groß Lessen (152/3 766). Auf den weiteren Plätzen folgten SV Ströhen-Butzendorf (149/9 300), SV Varrel (148/5 034) und SV Bahrenborstel (148/8 991). Tagesbeste Schützin war Regina Tinnemeyer von Schützenverein Groß Lessen.

Beim Mannschaftswettbewerb der Herren ging es ebenfalls spannend zu. Der Schützenverein Groß Lessen gewann mit 156 Ring vor dem SV Scharringhausen mit 155 Ring. Es folgten SV Kirchdorf (154), Reservistenkameradschaft Wagenfeld (152) und SV Ströhen-Butzendorf (151). Tagesbester Schütze war Inge Hagen (SV Kirchdorf).

Am Sonntag ging das Fest mit weiteren Gastvereinen in die nächste Runde.

Kriegerschützenverein Ströhen feiert 125-jähriges Jubiläum

 © Russ
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