„Du kommst aus Sulingen, wenn...“: Geschichte und Geschichten via Facebook

Wachsende Beliebtheit

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Andreas Höft sieht sich als Moderator der Gruppe „Du kommst aus Sulingen, wenn...“ – er beobachtet, genießt und greift selbst nur selten ein.

Sulingen - Facebook – man kann es lieben oder nicht – findet statt; in Sulingen derzeit mit wachsender Beliebtheit.

Mit der Gruppe „Du kommst aus Sulingen, wenn...“, die Andreas Höft vor gut einer Woche ins Leben gerufen hat, sammelte der 43-Jährige bis gestern Mittag 581 Mitglieder ein – in der Tendenz stündlich steigend. Man tauscht Erinnerungen aus, in Wort und Bild, diskutiert aber am Rande auch Aktuelles, etwa die Bürgermeisterwahl am 22. September.

Gruppengründer Andreas Höft lebt seit neun Jahren in Ratingen bei Düsseldorf, stammt aus Sulingen.

Nein, die Idee der Gruppengründung habe er nicht selbst entwickelt. „Ich habe eine ähnliche Gruppe in Ratingen gesehen und mir dann gedacht: Das wäre auch was für Sulingen.“

Zunächst machte der Vermessungstechniker, der bei der Stadtverwaltung in Ratingen in der grafischen Datenverarbeitung tätig ist, in seinem persönlichen Facebook-Freundeskreis auf die Gruppe aufmerksam.

Schon kurze Zeit später „entwickelte sich die zum Selbstläufer“, sagt Höft, „und ist förmlich explodiert.“

„Du kommst aus Sulingen, wenn...“ – Gruppenmitglieder vervollständigen den Satz mit Beiträgen wie: „Du dich noch an den Wasserturm am Bahnhof erinnerst“, „du dir regelmäßig deine Beine an den alten Waschbetonplatten am Beckenrand des Sulinger Freibades aufgerissen hast“ oder erinnern einfach an die legendäre Softeis-Maschine, die einst im Café Drebing an der Schmeling-straße beheimatet war. Andere stellen Bilder ein, etwa von den Dreharbeiten zur Sendung „Eine Woche Wunder – Fata Morgana in Sulingen“, die N3 Fernsehen 2008 ausstrahlte, vom ehemaligen Sulinger Bahnhofsgebäude aus Zeiten, als in der Sulestadt noch Personenzüge halt machten, oder von einem Verkehrsunfall 1936 da, wo heute Lange Straße und Galtener Straße aufeinander treffen. Eines haben (fast) alle Beiträge gemeinsam: Begleitende Kommentierungen der Gruppenmitglieder, die die Erinnerungen an Geschichte und Geschichten abrunden.

Andreas Höft glaubt, das Klientel, das sich in der Gruppe virtuell bewegt, bei 40- bis 50-Jährigen ausgemacht zu haben. „Da sind mit Sicherheit auch viele Jüngere dabei, aber auch Ältere. Die meisten werden in Sulingen aufgewachsen sein, viele sind aber schon weggezogen.“

Andreas Höft sieht sich als Moderator der Gruppe, beobachtet, genießt und greift selbst nur selten ein. „Wir achten schon darauf, dass, etwa bei der Veröffentlichung von Bildern, keine Rechte verletzt werden.“ Dass die Gruppenmitglieder fair miteinander umgehen, sei selbstverständlich. „Bisher gab es da noch nichts zu beanstanden.“ Und das, obwohl zum Teil auch kontrovers diskutiert wird: Etwa die tatsächliche urkundliche Ersterwähnung der Stadt Sulingen oder auch Themen rund um die Bürgermeisterwahl. Der Zeitaufwand der Moderation halte sich für Andreas Höft in Grenzen: „Sicher, das Handy piepst ständig, wenn neue Mitteilungen eingehen, aber das wird auch irgendwann weniger.“ Nett findet der Wahl-Ratinger es, wenn durch die Gruppe Kontakte aufgefrischt und neue geknüpft werden; auch außerhalb der Internet-Plattform.

Matthias Wendland etwa, Initiator des „Parks der Generationen“ an der Breslauer Straße, verspricht mit Blick auf die Erinnerungen rund um die Drebingsche Eismaschine jedem Gruppenmitglied, das am Sonntag dem Familienfest (14 bis 17 Uhr) einen Besuch abstattet, ein Soft-Eis. Voraussetzung ist die Nennung eines Kennwortes – und das gibt es nur in der Gruppe „Du kommst aus Sulingen, wenn...“ oti

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