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Vom Notruf zur Alarmierung: So tickt die Leitstelle Diepholz

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Von: Jannick Ripking

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Viele Monitore sind zu beachten: Stefan Lösking bei der Arbeit in der Leitstelle in Diepholz.
Viele Monitore sind zu beachten: Stefan Lösking bei der Arbeit in der Leitstelle in Diepholz. © Leitstelle

Was passiert zwischen einem Notruf und der Alarmierung der Feuerwehr oder des Rettungsdienstes? Das erklärt ein Mitarbeiter der Leitstelle Diepholz im Interview.

Landkreis Diepholz – 112 – das ist die Nummer, die zu wählen ist, wenn wir einen Notruf melden wollen. Wer die 112 wählt, landet bei der Leitstelle. Am anderen Ende nimmt garantiert jemand ab. Doch was passiert eigentlich zwischen dem Absetzen des Notrufes und der Alarmierung der Feuerwehr oder des Rettungsdienstes? Heute ist der europäische Tag des Notrufes. Im Interview erzählt Leitstellen-Mitarbeiter Stefan Lösking von seiner täglichen Arbeit. Die Fragen stellte Jannick Ripking.

Stefan Lösking, wer sind Sie und wie sind Sie zur Leitstelle gekommen?

Ich bin 48 Jahre alt. Ich habe bei Mercedes in Bremen gelernt. Dort war ich zwei Jahre bei der Werkfeuerwehr. Durch meine Freistellung vom Wehrdienst bin ich 1994 in der Fernmeldezentrale des Landkreises Diepholz gelandet. Sie hatte damals ihren Sitz in der Leitstelle. Da war ich bis 2001. In dieser Zeit habe ich den Feuerwehrfunk entlastet und so habe ich dort Fuß gefasst. Seit 2001 arbeite ich – mit Unterbrechung – in der Leitstelle. Von 2006 bis 2016 war ich im Rettungsdienst tätig.

Was passiert zwischen Notruf und Alarmierung?

Der Einstieg ist immer ,Notruf, Feuerwehr und Rettungsdienst. Wo genau ist der Notfallort?‘ Das ist standardisiert und das machen mittlerweile bundesweit alle Leitstellen so. Damit übernehmen wir gleich die Gesprächsführung. Nach Ort kommt dann Straße und Hausnummer. Dann kommt ,Wie ist ihr Name?‘, damit wir die Anrufer persönlich ansprechen können. Zum Schluss fragen wir, was passiert ist. Damit fragen wir ab, ob es ein medizinisches oder feuerwehrtechnisches Problem ist. Wir geben, wenn nötig, auch sofort am Telefon Hilfestellungen, zum Beispiel, wenn lebenserhaltende Maßnahmen notwendig sind. Parallel schaue ich schon in das System der Leitstelle.

Wie viel Zeit vergeht zwischen dem Notruf und der Alarmierung?

Sobald die Adresse und das Geschehen genau feststehen, alarmieren wir noch während der Anrufer in der Leitung ist. Das dauert in der Regel keine 60 Sekunden. Es kann aber auch schon einmal eineinhalb Minuten dauern. Manche Menschen wissen nicht, wo genau sie sind. Dann dauert das natürlich etwas länger.

Was sind die Voraussetzungen, um in der Leitstelle arbeiten zu können?

Wir sind alle feuerwehrtechnisch oder rettungsdienstlich ausgebildet und speziell in der Notrufabnahme geschult.

Zahlen, Daten, Fakten: Leitstellenmitarbeiter Stefan Lösking muss vieles im Blick haben.
Zahlen, Daten, Fakten: Leitstellenmitarbeiter Stefan Lösking muss vieles im Blick haben. © Leitstelle

Wie viele Notrufe nehmen Sie pro Schicht entgegen?

Das ist eine schwierige Frage. 20 bis 30 Notrufe pro Schicht und Disponent sind normal. Wenn es stürmt oder ein Großfeuer gibt, dann sind das natürlich mehr und die Menschen rufen von überall an. Einmal sind zum Beispiel bei einem schweren Brand innerhalb von 15 Minuten rund 65 Notrufe eingegangen. Und bei jedem Mal musste man dann gucken, ob es sich um einen doppelt gemeldeten Notfall oder einen neuen handelte. Aber lieber einmal zu viel, als einmal zu wenig.

Worum handelt es sich bei den meisten Notrufen?

Es handelt sich dabei ganz klar um gesundheitliche oder medizinische Angelegenheiten. Der Anteil des Rettungsdienstes macht rund 80 Prozent aller Notrufe aus.

Zum Einstieg hatten wir eine persönliche Frage, zum Ende kommt noch einmal etwas Persönliches: Was gefällt Ihnen besonders an der Arbeit in der Leitstelle?

Der Job ist sehr vielfältig. Es gibt wirklich nichts, was es nicht gibt. Man kann dem Bürger schon am Telefon gezielt helfen. Es ist schön, wenn man mitkriegt, dass zum Beispiel lebensrettende Sofortmaßnahmen, die ich anleite, fruchten oder gefruchtet haben. Meine Arbeit macht mir wirklich Spaß. Das hört sich bei Notrufen vielleicht immer etwas blöd an, aber ich habe richtig Lust auf meinen Job.

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