Meisterkursus von Peter Feuchtwanger tritt im Rittersaal auf – und beeindruckt

Elf Virtuosen am Klavier

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Elf Interpreten konzertierten am Mittwochabend im Rittersaal in Lemförde vor vollem Haus. Der Meisterkursus von Professor Peter Feuchtwanger (Vierter von rechts) hinterließ bleibenden Eindruck beim Publikum. ·

Lemfoerde - HÜDE/LEMFÖRDE · Wer kennt sie nicht, die legendäre Spielshow mit Wim Thoelke und Wum, drei mal neun, die Anfang der 1970er Jahre Donnerstag-Abend-Show des ZDF? Glück, wie oftmals dort erlebt, hatten die elf Teilnehmer des 19. Meisterkurses Klavier mit Professor Peter Feuchtwanger aus London in der Musikakademie Dümmersee in Hüde.

Das Motto hieß mit Vorfreude auf die im kommenden Jahr sich zum 20. Mal jährende Meisterkurswoche: „3 x 19“. 19 Jahre Musikakademie Dümmersee, 19. Internationaler Meisterkurs Klavier 2012 mit dem Top-Ten-Musikpädagogen Feuchtwanger und 19 Mal das traditionelle Kursuskonzert in der Samtgemeinde „Altes Amt Lemförde“.

Wie variabel und vielfältig das Programm im Rittersaal des Amtshofes in Lemförde werden sollte, dem griff Professor Michael Schmoll, Leiter der Musikakademie Dümmersee und des Instituts für Musik (IfM) an der Hochschule für Musik in Osnabrück, ein wenig vor. Die Gäste durften sich auf elf Klaviervirtuosen freuen. Den Start machte Gregor Prozesky aus Diep-holz mit dem zeitgenössischen Komponisten Karlheinz Stockhausen, dem „Elektropionier“ der Nachkriegszeit. „Damit ein Konzert anzufangen ist mutig und zugleich der einzige Weg, die Konzentration der Zuhörer gewiss zu haben“, lautete das Urteil eines Zuhörers in der Pause zum Werk „Klavierstücke I – V“ des Vordenkers einer neuen künstlerischen Moderne.

Wie die Musikgenres und die Interpreten des Konzertes wechselten auch die drei schwarz-gelackten Klavierhocker ihren Standort zum Flügel regelmäßig. Individuell und aus Diepholz bis Rockwill/Maryland (USA) stammend waren die Pianisten nach Hüde und Lemförde gereist, um bei Peter Feuchtwanger ihre eingereichten Stücke zu verfeinern. In den Genuss des außergewöhnlichen akrobatischen Aktes auf schwarz-weißen Tasten mit und ohne Klavierliteratur, kamen die zahlreichen Gäste im Rittersaal. Professor Schmoll war neben der magischen Zahl 19 dieses musikalischen Abends von den Tatsachen verzückt, dass zum 150. Geburtstag von Claude Debussy „Clair de Lune“ aus der Suite bergamasque, von Andrea Pera aus Köln zitiert und die zwölfjährige Valerie Köhn aus Bramsche direkt von ihrem Sommerlehrer Feuchtwanger mit auf die Bühne „katapultiert“ wurde.

„Bravo“-Rufe

des Publikums

„Ich war schon aufgeregt“, erzählte die Schülerin in der Pause, „wenn ich auch bereits seit dem ersten Schuljahr Klavier spiele.“ Die weiteste Anreise hatte aber Andrew Kraus aus Rockwill, der in zweiter Auflage Unterricht bei Feuchtwanger nahm. Mit seinen vier kürzeren Stücken des Amerikaners David Saperton, dessen letzter Schüler er selbst war, dem Franzosen mit ungarischen Wurzeln Isidore Philipp, den beiden Russen Eduard Schütt und Sergei Michailowitsch Ljapunow begeisterte er mit seiner virtuosen Interpretation das Publikum in Lemförde und riss sie zu „Bravo“-Rufen hin. Multisprachlich ging es zudem im Rittersaal zu, denn sprachen die Musiker nicht ihre gemeinsame Sprache „Musik“, dann unterhielten sie sich auf Englisch.

Deniz-Ali Türkmen kam aus Mühlheim, Stanislaw Widulin aus Russland und lebt in Berlin, Daniel Roberts aus London, Daniel Beskow aus Schweden, Daniel Kasparian aus der Nähe von Reutlingen, Yudi Zhang aus Bremen und Dominique Handschak aus Dortmund. Die Musiker des Meisterkurses erlernten in Hüde nicht nur die Verfeinerung ihres Könnens, sondern auch das Zuhören. Einen Einblick in die Weitergabe Peter Feuchtwangers Leitbild erhielten die Gäste eindrucksvoll in Lemförde. · sbb

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