Aus Diepholz stammende Schauspielerin war „Jivana“ in der Kindersendung

Vijak Bayani: „Eine tolle Zeit bei der Sesamstraße“

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Die aus Diepholz stammende Vijak Bayani (hier mit „Samson“) spielte von 1995 bis 2001 die „Jivana“ in der „Sesamstraße“. Die Kindersendung feierte jetzt ihren 40. Geburtstag.

Diepholz - Von Eberhard JansenIhre Rolle begann als Rikscha-Fahrerin und sollte nur wenige Folgen dauern. Doch „Jivana“ blieb dann sieben Jahre lang – von 1995 bis 2001 – in der Kindersendung „Sesamstraße“, die in dieser Woche ihren 40. Geburtstag feierte. Eine Diepholzerin spielte die Figur: Vijak Bayani.

Heute lebt die Schauspielerin mit Ehemann und zwei Kindern in Hamburg. Sie ist aber noch öfter bei ihren Eltern in ihrer Heimatstadt Diepholz und erinnert sich gern an die „Sesamstraße“: „Das war eine tolle Zeit!“

Quirlig, sympathisch, temperamentvoll sollte sie damals sein – die neue Figur in der „Sesamstraße“. Vijak Bajani erfüllte diese Voraussetzungen und setzte sich beim Casting gegen 800 Mitbewerberinnen durch. Die Diepholzerin mit iranischen Wurzeln fiel nicht nur durch ihr schauspielerisches Können auf, sondern auch durch ihren zweisprachigen Auftritt mit Gesang und Stepptanz vor der Jury und bekam ihr Engagement.

Die Rikscha-Fahrerin mit eigenem Botendienst wurde in der Sendung ab 1995 weiterentwickelt. Die Autoren machten „Jivana“ später in der „Sesamstraße“ zur Besitzerin des Hotels, wo die junge Frau in der Sendung auch Stars wie Jan Fedder, Nina Hagen und Jochen Busse empfing.

„Wir haben damals in der Sendung viele grüne und soziale Themen aufgegriffen“, erinnert sich die heute 42-jährige Vijak Bayani. In einer Zeit, als Internet noch nicht verbreitet und Globalisierung für viele unbekannt war, weckte die „Sesamstraße“ bei Kindern Interesse an fremden Kulturen. Auch Umweltschutz wurde bei „Samson“, „Tiffi“, „Krümelmonster“ und Co. mehr und mehr zum Thema.

„Im Studio wurde immer mit Kindern gedreht“, berichtet Vijak Bayani im Gespräch mit unserer Zeitung. Direkten Kontakt zu den „Sesamstraßen“-Zuschauern hatten sie und ihre Kollegen auch im Rahmen von Tourneen des Kindersendungs-Teams bei Live-Auftritten in großen Hallen in ganz Deutschland: „Das hat immer viel Spaß gemacht.“

Kontakt zu zweien ihrer damaligen „Sesamstraßen“-Kollegen hat sie heute noch, mit dem aktuellen Team hat sie jedoch nichts mehr zu tun. Das aktuelle Konzept der Sendung gefällt ihr auch nicht besonders.

Die Engagements von Vijak Bayani beschränkten sich nicht auf die Kindersendung. Die Diepholzerin war bis 2005 in vielen Fernsehserien zu sehen. Sie hatte Rollen unter anderem in „Großstadtrevier“, „Wolffs Revier“, „Adelheid und ihre Mörder“, „Der Alte“, „Siska“ und „Die Rettungsflieger“, drehte für den ZDF-Mehrteiler „Kap der guten Hoffnung“ in Südafrika.

2005 legte Vijak Bayani in ihrer Schauspiel-Karriere eine Pause ein, um sich ihrer Familie widmen zu können. Sie hatte kurz zuvor den Geschäftsführer einer Logistik-Firma geheiratet und bekam ihr erstes Kind.

Pause wegen

der Familie

Der heute siebenjährige Kian strebt genau so auf die Bühne wie seine Mama: „Wir hatten schon einen gemeinsamen spontanen Auftritt in einer Band – er spielt Schlagzeug und lernt Gitarre“, freut sich Vijak Bayani. Ihr zweiter Sohn Navid ist vier Jahre alt. Wenn auch er in die Schule geht, will die Diepholzerin wieder drehen und Theater spielen.

In den vergangenen Jahren hat die 42-Jährige dennoch kein reines Hausfrauen-Dasein geführt. Sie arbeitet als Synchron-Sprecherin in Tonstudios, Sprecherin für den Fernsehsender Arte, als Coach für junge Schauspieler und in der Sprechausbildung. Auch ist die ausgebildete Sopranistin im Hamburger Chor „Total Tonal“ aktiv.

In Hamburg, wo sie von 1990 bis 1993 eine Schauspielausbildung absolvierte, hat die Diep holzerin schon vor vielen Jahren ihre neue Heimat gefunden. Diese Großstadt bietet ihr nicht nur beruflich viele Möglichkeiten, sondern liegt auch noch in unproblematischer Entfernung zu Diepholz, wo die Arzt-Tochter in den 80er Jahren an der Graf-Friedrich-Schule (GFS) ihr Abitur gemacht hat: „Ich freue mich immer wieder, hier meine Eltern zu besuchen und Bekannte zu treffen.“

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