Klimagerechtes Handeln / Auf Bauhof überwintern 80 Bäume

Vier Jahreszeiten nur noch bei Vivaldi?

Stefan Meyer und seine Gast-bäume.

Syke - (vog) · Stefan Meyer, Chef des Syker Bauhofs, ist einiges gewohnt. Dass aber auf einem Häckselhaufen des Bauhofs 80 Jungbäume überwintern müssen, gehört auch für ihn zu den eher neuen  Erfahrungen.

Der frühe und harte Winter hat auch in der städtischen Abteilung Biologie das Programm durcheinander  gebracht.

An sich pflanzt die Stadt neue Bäume im November. Im Dezember wäre das Prozedere normalerweise abgeschlossen. In diesem November waren die Mitarbeiter des Bauhofs unter anderem aber noch voll und ganz damit beschäftigt, das Laub zu beseitigen und Arbeiten für offizielle Feiern wie den Totensonntag zu erledigen.

Danach meldete sich „Väterchen Frost“ mit Getöse. „Der Winter kam in diesem Jahr zu früh“, klagt Stadtbiologin Angelika Hanel und wartet nun auf offenere Pflanztage im Januar/Februar. Der vereiste Boden ist das Problem. Da wachsen die Bäume nicht so gut an.

Für Angelika Hanel sind die aktuellen Winterverhältnisse Ausdruck des Klimawandels. Die Stadt hat darauf reagiert und unter dem Motto der Klimaanpassung „klimagerechte Bäume“ geordert. Von den insgesamt 80 immerhin 20. Die Biologin spricht beispielhaft von der behaarten Esche. Die habe andere Blätter als normale Eschen und sei hitze- und kälteresistenter.

Im biologischen Hauptquartier des Rathauses gehört die Klimaanpassung längst zum Arbeitsbegleiter. „Wir haben schon angefangen, klimagerechte Bäume zu pflanzen“, sagt Angelika Hanel und nennt den Gingko. Diese Bäume bräuchten im Sommer viel weniger Wasser. „Wir müssen beobachten, wie sich diese Bäume entwickeln“, erklärt die Fachfrau.

Das heißt auch: Das Syker Baumbild verändert sich. Traditionelle Bäume wie Fichten und Ahorn haben laut Stadtbiologin künftig Probleme, heißere Sommer und kältere Winter zu überstehen. Sie könnten irgendwann gänzlich aus dem Stadtbild verschwinden.

Für Angelika Hanel auch eine Forschungsaufgabe. Sie hofft, dass die Stadt sich in dieser Sache engagiert. Umstellen müsse sich die Kommune ohnehin, denn die klimagerechten Bäume gebe es nicht von der Stange. „Die sind schlecht zu beschaffen“, betont die Biologin.

Angelika Hanel schwört Politik und Bürger auf andere Zeiten ein. Frühling, Sommer, Herbst und Winter gibt es fortan nur noch bei Vivaldi, aber nicht mehr in dieser festen Form in der Natur. Die Beständigkeit fehle. „Wir können im März nicht mehr pflanzen, da ist es zu trocken“, betont die Expertin, die mehr Flexibilität und eine neue Logistik anmahnt.

Die Biologin geht von schwierigeren Arbeitsabläufen aus und sieht darin eine Art der Klimaanpassung. „Die Bürger werden vielleicht irritiert sein, wenn sie sehen, wie viel Laub liegen bleibt“, erklärt sie.

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