Die Gemeinde hat sich in den vergangenen elf Jahren positiv entwickelt

Viele Ärzte und wenige Arbeitslose

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Brinkum im Aufwind: Durch die städtebauliche Entwicklungsmaßnahme haben viele Menschen in Briseck ein Haus gekauft. Die anderen Stuhrer Ortsteile verzeichnen sinkende Einwohnerzahlen. ·

Stuhr - Von Sandra BischoffMehr Einwohner, weniger Arbeitslose und nur noch 7,1 Millionen Schulden: Gegenüber dem Jahr 2003 hat sich in der Gemeinde einiges getan, erklärte Wirtschaftsförderer Lothar Wimmelmeier gestern, als er die neue Broschüre „Zahlen, Daten, Fakten“ vorstellte.

2003 war das Heft erstmals erschienen. Anlass für Wimmelmeier, einen Vergleich zu ziehen. „In dem Zeitraum über die vergangenen elf Jahre sieht man sehr deutlich den demografischen Wandel, der sich in Stuhr vollzieht“, so Wimmelmeier. Insgesamt 32 561 Einwohner zählte die Nordkreiskommune zum Stichtag 30. Juni 2013. Ende 2002 waren es 31 933 gewesen.

Der Anteil der jungen Einwohner bis 25 Jahren ist laut Bürgermeister Niels Thomsen mit 23,6 Prozent stabil geblieben. Allerdings wohnen heutzutage deutlich mehr Menschen, die älter als 65 Jahre sind, in der Gemeinde: Lag der Anteil 2003 bei 16,9 Prozent, ist er bis Ende 2012 auf 22,24 Prozent gestiegen. „Was fehlt, ist die Mitte. Die Leute, die im Arbeitsleben stehen“, so der Rathauschef. Diese Gruppe sei für einen Gewerbestandort wie Stuhr aber enorm wichtig. Sie macht derzeit lediglich einen Anteil von 54 Prozent aus. Vor elf Jahren waren es noch knapp über 60 Prozent. Die Arbeitslosenquote der Gemeinde lag zum Stichtag 31. Dezember 2013 bei 3,5 Prozent (3,9 Prozent im Geschäftsstellenbereich Syke). 2002 hatte die Quote 7,5 Prozent betragen.

Nur noch 7,1 Millionen Euro Schulden

Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten stieg von 12 111 auf 12 519 an. Der Schuldenstand hat sich ebenfalls positiv entwickelt: Stand die Kommune 2002 noch mit 23,6 Millionen Euro in der Kreide, waren es Ende 2013 nur noch 7,1 Millionen. Allerdings sind auch die Hebesätze für die Grundsteuer in diesem Zeitraum von 310 auf 365 und für die Gewerbesteuer von 350 auf 400 Prozent gestiegen. Somit sinkt der Schuldenstand pro Einwohner von 740 auf 231 Euro.

In der Beliebtheit der Ortsteile zeigen sich deutliche Unterschiede. So wohnen 31 Prozent der Stuhrer in Brinkum. Ende 2012 waren es 29 Prozent. „Der Trend ist der städtebaulichen Entwicklungsmaßnahme geschuldet“, sagt Wimmelmeier. Zu Beginn des neuen Jahrtausends war das Neubaugebiet Briseck entstanden. Ebenso verzeichnet Moordeich Zuzüge (von 14,9 auf 15,52 Prozent). Auch dort hatte die Politik neue Wohngebiete ausgewiesen. „Das ging natürlich zu Lasten anderer Ortsteile“, sagt der Wirtschaftsförderer. Varrel, Stuhr Fahrenhorst, Groß Mackenstedt und Seckenhausen mussten, wenn auch nur in geringem Maße, Einwohner abgeben.

Nicht nur einige Ortsteile, sondern auch die Kirche hat an Zulauf verloren. Gingen 2012 noch 51,5 Prozent der Stuhrer in die evangelischen Kirchen, waren es im vergangenen Jahr nur noch 44,44 Prozent. Die katholische Kirche legte von 8,4 auf 8,55 Prozent zu. Die Zahl der Menschen, die andere oder keine Konfessionen haben stieg von 40,1 Prozent auf 47,02 Prozent.

Im Gesundheitswesen hat sich sich ebenfalls eine positive Entwicklung abgezeichnet. „Über einen Ärztemangel können wir uns nicht beklagen“, sagt Thomsen. Über zwölf Allgemeinmediziner (2002: elf) verfügt Stuhr, es gibt 18 Fachärzte (14), 21 Zahnärzte (12), zehn Apotheken (acht) und sechs private ambulante Pflegedienste (drei).

Eines ist im Laufe der Jahre allerdings stabil geblieben: die Fläche. Stuhr umfasst noch immer 81,66 Quadratkilometer.

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