Lieferprobleme und Widerruf die Ursachen / Neue Anlagen sollen jetzt Mitte Dezember in Betrieb genommen werden

Verzögerungen im Windpark Dickel

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Der Endausbau der Türme, die Gondeln und die Flügel fehlen bei den beiden neuen Anlagen im Windpark Dickel noch. Die alten Anlagen bleiben. ·

Lemfoerde - DICKEL · Verzögerungen im Windpark Dickel: Nach Repowering-Maßnahmen sollten die neuen Windräder bereits jetzt ans Netz gehen. Nach Auskunft der Windpark Dickel GmbH sollen die Anlagen nun Mitte Dezember ihren Betrieb aufnehmen. Hauptgrund für die Verspätungen seien Probleme bei der Materiallieferung. Dazu sei ein ausgesprochener Widerruf gegen den Bau der Anlagen gekommen. Dieser sei mittlerweile wieder zurückgenommen worden.

Der Windpark Dickel ist 2001 entstanden. Die neuen Anlagen werden betrieben und finanziert von zwei Kommanditgesellschaften mit insgesamt 37 Personen. Sie sind mit ihren Einlagen Miteigentümer des Windparks.

Von den drei alten Anlagen vom Typ Vestas V52, die über eine Leistung von je 850 Kilowatt verfügen, wurde eine zurückgebaut. Zwei neue Windkraftanlagen vom Typ Enercon E101 werden derzeit neu erstellt. Die neuen Windmühlen erbringen eine Leistung von jeweils drei Megawatt.

Im Mai/Juni begannen die Arbeiten in Dickel. Das gesamte Vorhaben wird laut Mitteilung eines Mitglieds der Windpark Dickel GmbH über einen Projektierer erstellt. Die derzeitige Verzögerung hänge mit Problemen bei der Materiallieferung zusammen. Das zuständige Werk in Magdeburg sei im Juni vom Hochwasser betroffen gewesen. Dies habe zum Produktionsstopp geführt. „Weiterhin konnte das Werk durch die nicht mehr vorhandene Verkehrsanbindung weder beliefert werden, noch konnte es ausliefern“, heißt es. Weiterhin mussten laut Windpark Dickel die beantragten Schwerlasttransporte abgesagt und neu beantragt werden. „Das ist nicht einfach. Viele Straßen sind durch den Transport belastet, dieser muss begleitet werden“, sagte das Gesellschafts-Mitglied. So könne es einige Tage dauern, bis der Antrag bearbeitet und genehmigt sei.

Verstärkt hätten die Lieferschwierigkeiten sich im August/September gezeigt, auch zuvor immer mal wieder. Der Lieferant habe weltweit Kunden. „Man muss bei solchen Projekten immer mit Verzögerungen rechnen, das ist normal. Ein solches Projekt wird kaum so abgewickelt wie vorher geplant“, sagte ein Gesellschaftssprecher.

Zudem sei mit Rücksicht auf die bewirtschafteten Flächen erst jetzt mit dem Kabelbau begonnen worden. „Wir haben gewartet, bis Mais und so weiter weg waren. Daher ist auf der Baustelle fast nichts passiert“, heißt es dazu von der GmbH. Auch beim Kabelbau müssten jeweils die erteilten Genehmigungszeiten zur Unterführung von öffentlichen Wegen und Bahnlinien beachtet werden. Der Kabelbau sei mittlerweile in vollem Gange und fast beendet.

Hinzu kam, dass Mitte September ein Widerruf ausgesprochen worden war gegen den Bau der Anlagen. Von wem dieser Widerruf kam und worum es inhaltlich ging, war vom Windpark trotz Nachfragen nicht zu erfahren. Dieser hätte einige Tage Stillstand auf der Baustelle zur Folge gehabt, so dass der Kran auf dem Areal nicht hätte arbeiten können.

Mittlerweile sei der Widerruf zurückgenommen worden. „Wir haben eine Lösung gefunden und diese vertraglich fixiert. Für den Bau der Anlagen ergeben sich keine Änderungen“, sagte das Gesellschafts-Mitglied. Der Widerruf sei ärgerlich gewesen, Hauptgrund für die Verzögerungen seien aber die Lieferprobleme. Aufgrund letzterer habe zu der Zeit ohnehin nicht weiter gebaut werden können, so dass sich die Auswirkungen des Widerrufs in Grenzen gehalten hätten. Wenn die fehlenden Teile pünktlich gekommen wären, dann hätten sie laut der Gesellschaft bei einem noch offenen Widerruf nicht verbaut werden dürfen.

Für die Windpark Dickel GmbH entstünden durch die Verzögerungen keine Mehrkosten. Lediglich die Einspeisevergütung fehle. Diese sei für das Jahr 2013 aber ohnehin nicht einkalkuliert gewesen. „Wichtig ist, dass wir die Anlagen noch in diesem Jahr anschließen, das steht aber nicht zur Debatte“, heißt es von der Gesellschaft.

Die Windpark-Verantwortlichen gehen davon aus, dass die weiteren Arbeiten planmäßig verlaufen und der Anschluss ans Netz im Dezember erfolgen kann. An beiden Anlagen fehlen noch der Endausbau des Turms, die Gondeln (Getriebe) und die Flügel. Die Gesellschafter erwarten Anlieferung und Montage dieser Großkomponenten ab übernächster Woche. · hkl

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