Verein „Pro Dem“ schult Senioren- und Pflegestützpunkte/Technische Hilfs-„Gadgets“ im Vordergrund

„Besser leben im Alter durch Technik“

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Die Referenten (hinten v.l.) Debora Stockmann, Christin Brümmer und Sebastian Hesse tragen ihr Wissen an die Senioren- und Pflegestützpunkte des Landkreises weiter.

Landkreis - von Robin Grulke. Großvater fährt nicht mehr zum Angeln. Er nimmt die Enkel auch nicht mehr mit auf den Jahrmarkt, das ist ihm zu anstrengend geworden. Er kommt nur noch selten aus dem Haus, aber das ist auch in Ordnung so. Ältere Menschen verbringen zunehmend mehr Zeit in ihrer Wohnung – oder im Heim. Für viele ist es jedoch auch ein Zeichen von Selbstbestimmung und Unabhängigkeit, in den eigenen vier Wänden wohnen bleiben zu können. Um Senioren das eigenständige Leben im fortschreitenden Alter zu erleichtern, werden nun gezielt Vertreter der Senioren- und Pflegestützpunkte Niedersachsen (SPN) geschult.

Ob barrierefreie Badezimmer, Mobilität im Alter oder technische Unterstützung durch Sturzerkennungssysteme – Debora Stockmann, Christin Brümmer und Sebastian Hesse vom Verein „Pro Dem“ übertragen nun ihr Wissen während mehrerer Modulschulungen auf die sechs Senioren- und Pflegestützpunkte im Landkreis Diepholz. Den ersten von insgesamt sechs Vorträgen hielt die Gerontologin Debora Stockmann zusammen mit Brümmer und Hesse Donnerstag in der Seniorenberatungsstelle in Bassum.

In den Schulungen, die zeitlich über ein halbes Jahr verteilt sind, behandeln Stockmann, Brümmer und Hesse Themen wie Kommunikation, Sicherheit und technische Hilfsmittel bei demenziell Erkrankten. Zu diesen Themen hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) von Anfang 2014 bis Ende 2015 in 22 Kommunen und Regionen ein Projekt mit dem Schwerpunkt „Kommunale Beratungsstellen – Besser leben im Alter durch Technik“ gefördert. Dazu wurden das Wissen und die Beratungskompetenz über noch wenig bekannte technische Hilfsmittel aufbereitet und verfügbar gemacht. Dazu gehören beispielsweise automatische Herdabschaltungssysteme, bedienungsfreundliche Telefone und Sturzdetektoren.

Die Vorträge dienen nun dazu, erworbenes Wissen und neue Erkenntnisse für die SPNs „fruchtbar“ zu machen, sagt Sebastian Hesse. So gehen die Inhalte der Vorträge zwar aus dem zweijährigen bundesweiten Projekt hervor, die Modulschulung sei aber aus eigenem Antrieb in die Wege geleitet worden, „um das erworbene Wissen nicht zu verlieren“, so Hesse.

Das Engagement kommt gut an. Kirsten Wegner-Drefs vom Senioren- und Pflegestützpunkt Bruchhausen-Vilsen erkennt, dass in diesem Themenbereich fachlicher Rat vonnöten ist: „Da brauchen wir Experten“, betont sie. Die anderen Teilnehmer brachten eigene Erfahrungen mit in die lebhafte Unterhaltung. „Mein Hilfsmittel war ein Sechskantschlüssel“, merkt Elisabeth Spielmann, Leiterin des SeniorenServiceBüros, an, „mit dem konnte ich immer die Rollstühle verstellen“.

Mittlerweile sind die technischen Hilfsmittel allerdings viel ausgefeilter. Sturzdetektoren, die am Gürtel oder Rockbund getragen werden können, erkennen, wenn eine Person gestürzt ist und senden automatisch einen Notruf an Familienangehörige oder Betreuer. Besonders alleinlebenden Menschen können die Geräte ein Gefühl von Sicherheit vermitteln.

Debora Stockmann nennt als weiteren Anreiz für die Schulungsreihe den Wunsch, das „im Rahmen des Projekt entstandene Netzwerk von Stützpunkten weiterzuführen“ und zu erhalten. Sie selbst wird die Vorträge im Februar und den darauf folgenden Monaten allerdings nicht halten. Als Ersatz wird Christin Brümmer mit Hilfe von Sebastian Hesse die Leitung der Schulungen übernehmen. Beide Referenten werden im Januar „Zeit damit verbringen, das Wissen auf einen Stand zu bekommen.“ So erlangen die Senioren- und Pflegestützpunkte in Stuhr, Weyhe, Bruchhausen-Vilsen, Bassum, Twistringen und Diepholz nach und nach Kompetenzen im Bereich der Lebensqualität im Alter. Nach dem Motto: „Besser leben im Alter durch Technik“.

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