VBN-Fahrgastbeirat moniert kurze Taktung bei Bremen-Verbindung

Zwei Züge, ein Ziel – drei Minuten Abstand

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Vom Twistringer Bahnhof fahren Samstagsabends innerhalb von drei Minuten zwei Züge nach Bremen. Der Fahrgastbeirat sieht darin eine Steuergeldverschwendung.

Twistringen - Von Marius Klingemann. Wer am Wochenende abends nach Bremen will, ist häufig auf den Schienenverkehr angewiesen. Aber wie regelmäßig sollten Züge aus dem Landkreis Diepholz in die Hansestadt fahren? Darüber ist nun ein Streit entbrannt. Niklas Beckmann, Mitglied des Fahrgastbeirats des Verkehrsverbundes Bremen/ Niedersachsen (VBN), weist in einer Mitteilung auf Unregelmäßigkeiten im Schienenverkehr zum Bremer Hauptbahnhof hin. Insbesondere geht es um den Sonnabend: Um 23.18 Uhr hält ein Regionalexpress der Deutschen Bahn aus Osnabrück kommend in Twistringen. Nur wenige Minuten später, planmäßig um 23.21 Uhr, startet dort auch eine Regio-S-Bahn mit dem gleichen Fahrtziel.

Beckmann stellt diese engen Taktung infrage. Zum einen seien zu dieser Uhrzeit nicht ausreichend Fahrgäste zwischen Twistringen und Bremen unterwegs, um beide Verbindungen zu rechtfertigen. Auf der anderen Seite würde der öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) zum großen Teil aus Steuergeldern finanziert. Somit könne man von Steuergeldverschwendung sprechen, so Beckmann.

Seit Anfang des Jahres habe der Fahrgastbeirat versucht, bei der Landesverkehrsgesellschaft Niedersachsen (LNVG) in Hannover eine entsprechende Änderungen anzuregen. Nachdem man einige Zeit hingehalten worden sei, habe es dann Ende Juli geheißen, dass die LNVG keinen Anlass für Veränderungen im Fahrplan sehe, schreibt Beckmann.

LNVG-Pressesprecher Rainer Peters teilt auf Anfrage mit, dass die fragliche S-Bahn ohnehin von Twistringen nach Bremen überführt werden müsse, um den „Nachtzug“ vom Hauptbahnhof zurück zu garantieren. „Natürlich können wir den Zug ab Twistringen auch leer fahren lassen, aber warum sollten wir den Fahrgästen diese zusätzliche Reisemöglichkeit abschneiden?“, fragt Peters. Es bestehe in diesem Fall kein Grund, anders zu verfahren.

Was aber sagen die betroffenen Twistringer dazu? In den sozialen Netzwerken wie Facebook herrscht weitestgehend Einigkeit darüber, dass eine breiter gefächerte Taktung, wie sie zu anderen Tageszeiten üblich ist (hier liegen circa 20 Minuten zwischen den Abfahrten), auch für den Samstagabend angemessen sei. „Wenn man die S-Bahn um 23.21 Uhr verpasst, muss man ewig auf den nächsten Zug warten“, heißt es in einem Kommentar.

Andere weisen auf die Frage nach dem Sinn der Taktung darauf hin, dass bei einer Fahrplanänderung auch der Güterverkehr in Richtung Bremen beachtet werden müsse, und solch eine Umstellung nicht ohne Weiteres umsetzbar sei.

Einig ist man sich aber darüber, dass auch zwischen 23 und 0 Uhr weiterhin zwei Züge zwischen Twistringen und dem Bremer Hauptbahnhof verkehren sollten.

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