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Ursula Buchwald-Wachendorf hat eine neue Passion: Kinderbücher

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Von: Anke Seidel

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Ursula Buchwald-Wachendorf hat großen Spaß an ihrer Arbeit: Die pensionierte Pädagogin und Schulleiterin schreibt und gestaltet Kinderbücher, die mittlerweile auch im Buchhandel zu haben sind.
Ursula Buchwald-Wachendorf hat großen Spaß an ihrer Arbeit: Die pensionierte Pädagogin und Schulleiterin schreibt und gestaltet Kinderbücher, die mittlerweile auch im Buchhandel zu haben sind. © Anke Seidel

Freunde braucht man immer, und manchmal kann sogar ein gutes Buch wie ein Freund sein. Kindern kann ein Bilderbuch eine neue, spannende und faszinierende Welt erschließen. Die Pädagogin und pensionierte Schulleiterin Ursula Buchwald-Wachendorf arbeitet genau daran mit Herzblut: Sie schreibt, malt und gestaltet Bilderbücher für Kinder. Die ersten beiden hat sie für eine ganz besondere Leserin herausgebracht: ihre zweijährige Enkelin Leentje.

„Freunde braucht man immer – Ein kleines Schaf auf Abenteuerreise“ lautet der Titel des farbenfrohen Bilderbuches, das pünktlich zum zweiten Geburtstag von Leentje erschienen ist. Es erzählt die Geschichte des kleinen Schafes Mola, das eines Tages davon läuft – und erlebt, dass es sich auf seine Freunde verlassen kann. Eine farbenfrohe Abenteuerreise können kleine Leser in diesem Buch mit den Augen durchleben, während Mama, Papa, Oma oder Opa ihnen die Geschichte dazu vorlesen.

Autorin zeichnet ihre Bilder selbst

Text und Bilder gehen bei Ursula Buchwald-Wachendorf eine besondere Symbiose ein. Beide stammen aus ihrer ganz persönlichen, sprichwörtlichen Feder. Dabei setzt die 65-Jährige die Möglichkeiten des digitalen Zeichnens ein, um ihre selbst entworfenen und gezeichneten Protagonisten mit ihrem ganz besonderen Charakter von Seite zu Seite zu bringen. Die spezielle Software ermöglicht es, 30 oder gar 60 Ebenen zu bearbeiten.

Diese Aufgabe macht der Pädagogin so viel Freude, dass Leentje schon das zweite Buch von ihrer Oma geschenkt bekommen hat: „Ich kann es allein – Auf dem Weg zum Selbstständigwerden“ erzählt die Geschichte eines kleinen Mädchens, das sich selbst anziehen lernt – und zwischen Bergen von Kleidungsstücken in seinem Zimmer, das Erwachsene wohl unaufgeräumt nennen würden, die für sie schönsten aussucht und anzieht. Dass es mitten im Sommer ausgerechnet Winterkleidung ist, spielt in der kindlichen Welt des Mädchens keine Rolle.

Bewusst platziert die Autorin in diesem Bilderbuch kleine Alltagsgegenstände am falschen Platz. Die spannende Frage für kleine Betrachter: Wo gehört das Ding denn wirklich hin? Auf diese Weise können Eltern spielerisch mit ihren Kindern über das Thema Ordnung sprechen.

Botschaft: „Eltern sollten Kindern etwas zutrauen.“

Kindliche Welt und kindliche Ordnung sind für die Autorin wirklich in Ordnung: „Eltern sollten Kindern etwas zutrauen, Unordnung oder den falschen Socken am Fuß auch mal aushalten“, lautet die Botschaft von Ursula Buchwald-Wachenorf – in dem Wissen, dass auf diese Weise, durch das Vertrauen der Eltern, das so wichtige Selbstvertrauen ihrer Kinder wachsen kann. Mit ihren Büchern möchte die 65-Jährige Mütter und Väter dazu motivieren, die Freiheit der eigenen Entscheidung ihrer Kinder zu akzeptieren – und ihnen nicht die eigene Vorstellung überzustülpen.

Hochprofessionell hat sie die beiden Kinderbücher gestaltet. Erst wenige Monate zuvor hatte sie ein neues Studium begonnen. Denn nach ihrer Pensionierung war Ursula Buchwald-Wachendorf auf der Suche nach einer neuen, erfüllenden Aufgabe. Sie stieß auf das Hamburger Institut für Lernsysteme – und entschied sich für ein dreieinhalbjähriges, literarisches Fernstudium in der Erwachsenenbildung. Seit einem Jahr ist sie nun dabei.

Vielfältige schriftstellerische Aspekte und Aufgaben gehören dazu. Auch Literatur für Kinder ist ein Thema. Monat für Monat ist dafür ein spezielles Themenheft abzuarbeiten. „Das wird lektoriert“, berichtet die Studentin über ebenso spannende wie konstruktive Rückmeldungen – und inspirierende. Eine der Aufgaben war, sich ein Sachthema für Kinder in der zweiten Klasse zu überlegen: „Wofür könnten sie sich interessieren?“, beschreibt die 65-Jährige die entscheidende Frage. Nach einem Zeitungsbericht über eine Robbe, die sich lebensgefährlich in Plastikmüll verstrickt hatte, war ihre Antwort klar – nicht nur für das Studium.

Drittes Kinderbuch: „Tierschützer fangen klein an“

Das traurige tierische Schicksal inspirierte Ursula Buchwald-Wachendorf zu ihrem dritten Kinderbuch, dessen Text sie schon geschrieben hat. „Tierschützer fangen klein an“, erzählt die Geschichte eines Mädchens, das mit ihrer Mutter auf der Insel Juist eine kleine verwaiste Robbe findet..

Die passionierte Kinderbuch-Autorin kann es kaum erwarten, die Bilder zur Geschichte zu zeichnen. Im Sommer möchte sie das Werk veröffentlichen. Ihr erstes Buch „Freunde braucht man immer“ ist bereits bei Amazon und bei Hugendubel zu haben, in Kürze soll „Ich kann es allein“ dort ebenso erscheinen.

Wenn in wenigen Monaten „Tierschützer fangen klein an“ fertiggestellt ist, möchte Ursula Buchwald-Wachendorf gern ein nächstes Projekt realisieren: „Teddy zieht um“. Die Idee der Geschichte: Teddy lernt auf der Suche nach einem neuen Zuhause Familien kennen, die ganz anders sind als andere: Regenbogenfamilien und noch andere Familienkonstellationen. Doch so unterschiedlich sie auch sind: Der liebevolle Umgang miteinander ist immer gegenwärtig. Und darauf kommt es an.

Zur Person

Ursula Buchwald-Wachendorf ist in Hoya geboren. „Ich wollte immer Lehrerin werden“, sagt die 65-Jährige, die nach dem Abitur in Syke ein Lehramtsstudium in Osnabrück begann.

Ihr Ziel war es, Gesamtschullehrerin zu werden. Doch nach einem Systemwechsel in der Lehrerausbildung war sie Grund- und Hauptschullehrerin, die schließlich an der Orientierungsstufe unterrichtete: „Das kam mir entgegen.“ Denn das Potenzial ihrer Schüler zu erkennen und zu fördern, war ihr stets ein Herzensanliegen.

1997 übernahm Ursula Buchwald-Wachendorf die Leitung der neuen, im dänischen Stil errichteten Grundschule am Petermoor in Bassum. 2012 wechselte sie schließlich als Schulleiterin an die Syker Grundschule am Lindhof, die zur Ganztagsschule wurde. „Wir haben uns auf den Weg gemacht, weil das für unsere Kinder wichtig war“, sagt die Pädagogin. Seit zwei Jahren ist sie im Ruhestand.

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