Urkunde und Präsente für Musikschuldirektor Stephan-Rupert Steinkühler

Kein Abschied nach Noten

Stephan-Rupert Steinkühler (l.) weiß immer, was die Stunde geschlagen hat: Zu seinem Abschied überreichte ihm Landrat Cord Bockhop unter anderem die Landkreis-Uhr.
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Stephan-Rupert Steinkühler (l.) weiß immer, was die Stunde geschlagen hat: Zu seinem Abschied überreichte ihm Landrat Cord Bockhop unter anderem die Landkreis-Uhr.

Syke - Von Anke Seidel. Diesmal war es kein Abschied nach Noten, sondern eine lockere Runde mit Landrat Cord Bockhop, Ehefrau Sabine und Weggefährten: Nach einem Vierteljahrhundert auf dem Chefsessel der Kreismusikschule verabschiedete sich Stephan-Rupert Steinkühler gestern im Kreishaus Syke in den Ruhestand. Seine Abschiedssymphonie erklingt am Sonnabend um 17 Uhr auf „Gut Varrel“ in Stuhr, wenn Steinkühler mit dem Jugendsymphonieorchester Werke von Haydn zu Gehör bringt.

Der 60-jährige Ruheständler weiß künftig immer, was die Stunde geschlagen hat, denn Landrat Cord Bockhop überreichte ihm gestern nicht nur die Abschiedsurkunde und Präsente, sondern auch die Landkreis-Uhr als Anerkennung für eine ungewöhnliche Leistung. Steinkühler habe die Leitungsfunktion der Musikschule „fast nach bester preußischer Manier“ mit einer beachtlichen künstlerischen Arbeit verbunden – das habe er so noch nicht erlebt, erklärte der Landrat. Er dankte Steinkühler für seine kontinuierliche Arbeit.

33 Jahre lang – von der Geburtsstunde der Musikschule an – hatte Steinkühler diese Einrichtung des Landkreises mitgestaltet, geformt und geprägt: Zunächst als stellvertretender Musikschulleiter, danach ein Vierteljahrhundert auf dem Chefsessel.

Schmunzelnd erinnerte sich der 60-Jährige gestern auch an die politischen Diskussionen vor der Musikschulgründung im Flächenlandkreis Diepholz – und vor allem an die Schelte eines damaligen Kreistagsabgeordneten: „Musikschule? Was soll das, dass man da überhaupt 'nen Beruf draus machen kann?“

Heute sei die Kreismusikschule eine durch alle Parteien im Kreistag akzeptierte Einrichtung, freute sich Steinkühler. Statt der einst 1000 Schüler würden bis zu 2800 unterrrichtet.

Viele erlernen in der Breitenförderung – in den Bläser- oder Streicherklassen an den allgemeinbildenden Schulen – ein Instrument. Andere wiederum haben eine solche Leidenschaft für die Musik entwickelt, dass sie sich über die Spitzenförderung auf eine berufliche musikalische Laufbahn vorbereiten. Rund 140 Schüler seien es zurzeit, berichtete der scheidende Musikschuldirektor und stellte fest: „Das Leistungsniveau ist enorm gestiegen.“

Steinkühler ließ keinen Zweifel daran, dass die Kreismusikschule für einzelne Schüler das Sprungbrett für eine besondere Karriere war. So wirkt ein ehemaliger Schüler am Burgtheater in Wien und am Thalia-Theater in Hamburg, ein anderer an der Staatsoper in Hannover. Andere Ehemalige wiederum würden als Gymnasiallehrer unterrichten.

Ihm falle es nicht leicht, gestand Steinkühler gestern, sich von der Musikschule und den Kollegen zu trennen. Deren Anteil an der erfolgreichen Entwicklung würdigte Steinkühler ausdrücklich.

„Die Musikschule ist in einer guten wirtschaftlichen Verfassung“, bilanzierte Steinkühler gestern. Die Basis sei das Anlage-Modell des Landkreises Diepholz, für das er sich sehr dankbar zeigte: „Ohne eine gesunde wirtschaftliche Basis ist es mit der Musikschule sehr schnell vorbei.“

Morgen wird sein Nachfolger Uwe Wegert den Taktstock der Kreismusikschule übernehmen. Stephan-Rupert Steinkühler will sich dann nicht nur seiner Familie und „seinem“ Instrument, der Geige, widmen. Vor allem will er ein Fernstudium der Entwicklungspsychologie beginnen, kündigte er an.

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