Unterhaltsame Auktion in Martfeld: 600 Raritäten kommen unter den Hammer

Die Sammeltasse ist tot

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Die Besucher saßen zwischen all dem, was sie ersteigern konnten. Dabei reichte das Angebot von Porzellan-Nippes bis hin zu Polstergarnituren.

Martfeld - Von Regine Suling„Oh, jetzt kommt wieder Porzellan. Sie merken, wie ich zu Hochform auflaufe. Und dann holt mich meine eigene Liste wieder runter.“

Auktionator Erdwig Holste verging das Lachen am Sonnabend trotzdem nicht: In einem Versteigerungsmarathon kamen bei der Martfelder Auktion auf dem Hof La Bazoge 16 mehr als 600 Artikel vom Trecker bis zum Schlittschuh unter den Hammer.

Als echte Ladenhüter erwiesen sich dabei Glas und Porzellan. Zum Beispiel Sammeltassen, Kuchenteller aus den 1950er-Jahren und Einmachgläser. „Der Sammeltassen-Markt ist tot“, stellte Holste fest und fügte grinsend an: „Gut, dass wir über die Marktsituation gesprochen haben.“

Kurz darauf pries er einen handbetriebenen Fleischwolf an. „Der ist top in Schuss. Ich kann dafür garantieren, dass der durchdreht.“ Es half nichts: Niemand wollte ihn haben.

Etwas später aber überboten sich die gespannt lauschenden Gäste: Als der Auktionator Steingut-Schalen aufrief, reckten sich viele Hände mit Bieter-Nummern in die Höhe. Auch die Knippwanne mit Schöpflöffel und Wurstgabel fand für sieben Euro einen Abnehmer. „Hausschlachten ist wieder angesagt“, befand Erdwig Holste, der manch flotten Spruch servierte, um den Besuchern Gebote zu entlocken. Ein Unterfangen, das ihm oft gelang.

Da er tags zuvor eine Besichtigung der Stücke angeboten hatte, wussten viele Gäste schon genau, welche Artikel sie haben wollten. Leinen beispielsweise hatte es einzelnen angetan: Auch vergilbtes Tuch fand problemlos seine Abnehmer. Die Silberschale für zwölf Euro dagegen wollte niemand haben. „Da kommt ihr gut mit rüber“, warb Holste dennoch. Auch das Tischkehrblech mit Feger wurde er nicht los. Bei einem Schneide- und Grillmesserset hingegen überboten sich die Interessenten: Für zwölf Euro fanden die Geräte einen neuen Besitzer.

Viele Besucher waren zum Schauen gekommen, andere ganz gezielt zum Ersteigern. Hilfreich war die Versteigerungsliste, die nach Uhrzeiten und Artikeln gegliedert war. Los ging es mit Glas, Porzellan und Hausrat, auf Textilien folgten Trecker und landwirtschaftliche Geräte. Ob Forke mit Krokodilgebiss oder Miststreuer, Puppenwagen oder Sekretär: Das Angebot war breit und bot für jeden Geschmack und Geldbeutel etwas.

Manch einer ließ sich von der besonderen Auktionsatmosphäre gefangen nehmen: „Ich dachte, Sie wollten zu Hause alles ausräumen. Jetzt räumen Sie wieder ein“, sprach Holste augenzwinkernd eine Dame ein, die bereits mehrere Artikel ersteigert hatte.

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