Ann-Christin Bloch und Jan-Phillip Kock: Junge Musiker an der St.-Michaelis-Orgel

Ungewohnte Arrangements

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Zu Kirchenmusik mit Orgel und Trompete luden die jungen Organisten Ann-Christin Bloch und Jan-Phillip Kock in der St. Michaelis Kirche ein. ·

Diepholz - Von Helge BredemeyerDie Orgel ist nicht nur für Klassiker gut, sondern sehr wohl auch für heutige Komponisten, wie es jetzt die beiden jüngsten Organisten aus dem Kirchenkreis Grafschaft Diepholz an ihrer „Heimatorgel“ in St. Michaelis zu Gehör brachten. Hier sind sie mit Katharina Kläning abwechselnd als Organisten in den Gottesdiensten im Einsatz.

Ann-Christin Bloch, Abiturientin des Diepholzer Gymnasiums Graf-Friedrich-Schule (GFS) und ein Jahr älter als der 17-jährige Barnstorfer Jan-Phillip Kock, Schüler in der 11. Klasse der GFS, hatten im Rahmen des Jubiläumsjahres „50 Jahre St. Michaelis“ zu einem Konzert in die Kirche eingeladen.

Im Altarraum begrüßten sie mit Pastor Cord-Michael Thamm mehr als 80 Zuhörer, darunter überraschend viele junge. Dass Kirchenmusik allen Generationen Freude machen kann, bewiesen sie mit einem ansprechenden Programm und stiegen in ihr Konzert aus zwei Jahrhunderten mit einem Komponisten der Gegenwart ein. Jan Phillip Kock spielte von Johannes Michel, Jahrgang 1962, drei Kirchenlieder, die durch die Klänge von Jazz und Pop gut zu erkennen waren.

Genau so alt wie die 50- jährige St.-Michaelis-Kirche ist der Komponist Michael Schütz. Ihn stellte Ann-Christin Bloch an der Orgel vor – bei den ersten beiden Stücken von Jan-Phillip mit der Trompete begleitet. Der Komponist habe viel Rhythmus und Lebensenergie im Blut, erzählte Ann-Christin, die ihn persönlich in Tübingen kennengelernt hatte.

In ihrem gut aufeinander abgestimmten Zusammenspiel überzeugten die jungen Musiker mit intonationsreinen, vollen Trompetenklang und dem dazu passenden Orgelspiel. Neben diesem Zusammenspiel halfen sich die Beiden beim Umblättern der Seiten und beim Ziehen der Register, um die jeweiligen Klangfarben der Orgel einzustellen.

Die Zuhörer nahmen die manchmal noch ungewohnten Arrangements offen an, ließen sich vom Schwung ansteckten und wippten auf der Kirchenbank mit. Anschließend applaudierten sie begeistert.

Eine Brücke zur romantischen Musik, die Ann-Christin mit der Sonate Nr. 2 in vier Sätzen von Felix Mendelssohn Bartholdy (1809-1847) vortrug, schlug Jan-Phillip mit drei Werken des Komponisten Sigfried Karg-Elert (1877-1933). Er habe nach Bach, dem Meister an der Orgel, nach etlichen Jahren eine Renaissance, ja ein sogar eine Art Boom der Orgelmusik ausgelöst, erklärte Jan-Phillip.

Cord Michael Thamm bedankte sich bei Ann-Christin und Jan Phillip für ihr Konzert und die jeweilige Einführung in die Stücke. Habe das alles zusammen doch gezeigt, was für Möglichkeiten in der Orgel von St. Michaelis steckten und die Kirchenmusik interessant mache.

Im Publikum saß auch Meike Voss-Harzmeier, Kirchenmusiker in den Gemeinden St. Nicolai (Diep holz) und St. Veit (Barnstorf), die sich über das Können und den Erfolg ihrer begabten Schüler freute. Auch ihr galt der abschließende Applaus für die Ausbildung und die Vermittlung, sich für das Orgelspiel zu begeistern.

Damit die Kirchenmusik auch weiterhin junge Anhänger findet, wurde nach dem „kostbaren“, aber kostenlosen Konzert, lediglich um eine Kollekte gebeten.

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