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Unfallstatistik 2021: Weniger Tote auf den Straßen

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Von: Gregor Hühne

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Verunglückte Radfahrer.
Verunglückte Radfahrer: Drei Fahrrad- und ein Pedelec-Fahrer verlieren im vergangenen Jahr ihr Leben im Landkreis Diepholz. © ADFC Bassum

Schwere Verkehrsunfälle im Landkreis Diepholz auf historischem Tiefstand.

Landkreis Diepholz – Die Verkehrsunfälle im Landkreis Diepholz sind mit 4 177 im Jahr 2021 um 16 im Vergleich zum Vorjahr gestiegen (2019: 4 805 Unfälle). Wie die Polizeiinspektion Diepholz in der am Dienstag veröffentlichten Unfallstatistik 2021 mitteilt, liegen die Zahlen damit auf einem niedrigen Niveau.

Der Rückgang der Verkehrsunfälle in den Jahren 2020 und 2021 hänge wohl mit der Corona-Pandemie und den damit verbundenen Lockdowns, Homeoffice und Kontaktbeschränkungen zusammen, mutmaßen die Beamten.

Die Geschwindigkeit bleibe bei Verkehrsunfällen ein Hauptgrund. Aber auch das Thema Ablenkung nimmt einen größeren Raum ein, folgern die Beamten. Die Polizei vermutet, dass bei einem Abkommen von der Fahrbahn auf gerade verlaufender Strecke ohne erkennbaren Grund in den Gegenverkehr oder in den Seitenraum der Straße häufig Ablenkung durch die Nutzung eines Mobiltelefons die Ursache ist. So bewegen sich Verkehrsteilnehmer unter Umständen „mehrere hundert Meter abgelenkt auf der Straße“, schreiben die Ermittler.

Radfahrer haben Rechte und Pflichten im Straßenverkehr. Fakt ist aber, dass sie im Falle eines Zusammenstoßes mit einem Kraftfahrzeug die Schwächeren sind.

Andreas Meyer, Polizeiinspektion Diepholz

Außerdem kontrollierte die Polizei 325 Kraftfahrzeugfahrer unter Betäubungsmitteln (plus 14 Prozent) sowie 257 unter Alkoholeinfluss (plus vier Prozent).

Bei Radfahrern, dazu zählt die polizeiliche Statistik Fahrrad- und Pedelec-Fahrer, sank die Zahl von Unfällen von 219 auf 198 im Jahr 2021. Während im Jahr 2020 kein Pedelec-Fahrer (Pedal Electric Cycle, pedal-elektrisches Rad) getötet worden ist (2019: drei), verletzte sich im Jahr 2021 eine Person tödlich. Schwere Verletzungen beim Pedelecfahren erlitten 2020 neun Personen, diese Zahl ist 2021 auf 15 Betroffene angestiegen (43 Leichtverletzte).

Die Polizei beobachte immer wieder, dass Radfahrer das Rotlicht von Ampeln missachten. Der Straßenverkehr könne nur funktionieren, wenn sich alle Verkehrsteilnehmer an die einschlägigen Verkehrsregeln halten, teilt die Polizei mit. Vorhandene Radwege müssten benutzt werden. Markierte Fahrradstreifen und Radschutzstreifen seien benutzungspflichtig. Dazu Andreas Meyer, Leiter Einsatz der Polizeiinspektion Diepholz: „Die Zunahme des Verkehrsmittels Pedelec spiegelt sich in der Unfallstatistik mit einem Anstieg der Unfallbeteiligung wider. Radfahrer haben Rechte und Pflichten im Straßenverkehr. Fakt ist aber, dass sie im Falle eines Zusammenstoßes mit einem Kraftfahrzeug die Schwächeren sind.“

Derweil steigt die Zahl der Schulweg-Unfälle im Kreis im Jahr 2021 mit drei Fällen auf 20 im Vergleich zum Vorjahr. Ein vergleichsweise niedriges Niveau, womit die Wege als sicher gelten.

Fahranfänger (18 bis 24 Jahre) waren in 890 Unfälle verwickelt. Wie im Vorjahr verlor dabei keine Person ihr Leben. Bei Senioren (ab 65 Jahre) sank die Zahl der tödlichen Unfälle zum Vorjahr um zwei Personen auf sechs im Jahr 2021.

Verkehrsunfallstatistik 2021 - Unfälle und Betroffene im Detail

2019 2020 2021

Unfälle gesamt 4.805 4.161 4.177

Verkehrstote 18 19 12

davon Pedelec-Fahrer 3 0 1

davon Fahrrad-Fahrer 2 2 3

davon Fahranfänger x 0 0

davon Senioren x 8 6

Schwerverletzte 199 169 168

davon Pedelec-Fahrer x 9 15

davon Fahrrad-Fahrer 22 28 24

Schulweg-Unfälle x 17 20

Betäubungsmittelmissbrauch x 286 325

Alkoholmissbrauch x 248 257

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