Martfelder Stockcarrennen vor 5. Auflage

„Und alle auf das rosa Auto“

Bruchhausen - MARTFELD. Einen Mitsubishi steuerte sie. Ein Fahrzeug in leuchtendem Rosa. „Jeder wusste, da sitzt eine Frau drin,“ sagt Daniela Kiebler, „und alle hatten mich im Visier.“ Fünf Jahre ist das jetzt her, es war das erste Martfelder Stockcar-Rennen.

Inzwischen ist alles anders. Die Martfelder Fahrzeuge glänzen längst in dezentem Dunkelblau. Und das Martfelder Stockcar-Rennen, das am kommenden Sonnabend und Sonntag ein erstes Jubiläum feiert, ist sowieso den Kinderschuhen entwachsen. „Wir rechnen mit 2000 bis 2500 Besuchern,“ sagt Christian Kiebler, 25, einer der Hauptorganisatoren.

Ein Riesenprogramm hat der Martfelder Stockcarclub (SCC) mit seinen 30 Mitgliedern und mehr als 30 weiteren Helfern auf der Ackerfläche am Mühlenweg (Ortsausgang Richtung Verden) auf die Beine gestellt. Die Zuschauer erwartet zwischen den Rennen ein Show-Programm unter anderem mit Quads und mit Stockcar-Taxis, darüber hinaus entsteht eine Hüttenstadt mit Bier- und Imbissständen, die jüngsten Besucher kommen in Hüpfburgen, auf Mini-Quads und mit vielem mehr auf ihre Kosten, und am Sonnabend ab 19 Uhr geht die große Party ab.

Gestartet wird Sonnabend ab Mittag und Sonntag ab Vormittag in drei Klassen. Stockcars mit einem Hubraum bis 1500 Kubikzentimetern bilden die Klasse 1, in der Klasse 2 geht es hinauf bis zu 1,9-Liter-Motoren, und in der Klasse 3 versammeln sich Fahrzeuge mit mehr als 2 Litern unter der Haube. Das Starterfeld hat bereits Rekord-Ausmaße angenommen. Nachdem bisher 23 Fahrzeuge im Jahr 2008 als Bestmarke galten, liegen dem Veranstalter schon jetzt 25 Anmeldungen vor. „Eine ganze Reihe weiterer Fahrer sind sich noch nicht sicher, ob sie ihren Wagen bis zu unserem Rennen fahrbereit kriegen. Da erwarten wir noch einiges an Anmeldungen,“ sagt Christian Kiebler. Die ersten Gäste treffen bereits am kommenden Dienstag ein, die Fahrer aus Niedernstöcken, die für eine Woche in Martfeld ihre Zelte aufschlagen. Weitere Piloten werden aus dem gesamten norddeutschen Raum bis nach Bramsche, Kassel und Schleswig-Holstein erwartet.

Das war vor fünf Jahren noch völlig anders. „Wir wollten eigentlich nur fahren,“ sagt Daniela Kiebler, „an ein ganzes Rennwochenende hat noch keiner gedacht.“ Die Erzieherin aus Hollen war einfach nur mitgekommen, sagt sie, „weil meine Brüder davon geschwärmt haben.“ Dann bekam sie einen Helm auf, saß am Lenkrad des rosaroten Mitsubishi, und wurde nicht nur kräftig zusammengestaucht, oder besser: ihr Auto, sondern sammelte auch selbst Punkte. Mal rempelte sie den Vordermann, dass er samt Karosse querstand, mal gelang es ihr, den Nebenmann inklusive dessen Fahrwerk für eine halbe Drehung auf die Reise zu schicken – und am Ende sprang ein zweiter Platz heraus. Seither hält man(n) lieber Distanz zu rosa Autos. „Hat Spaß gemacht, ich bin dabeigeblieben,“ sagt sie.

„Ich hatte überhaupt kein eigenes Auto,“ sagt einer, der ebenfalls zu den Martfelder Stockcar-Pionieren des Jahres 2005 gehörte, der Ochtmannier Mario Steigerwald, 40. Er habe zunächst nur angerufen und angefragt, ob nicht ein Auto frei sei. Und tatsächlich, mittags saß er in einem Clio. „Ein abenteuerliches Gerät,“ erinnert er sich, „nach dem ersten Tag habe ich eine Nachtschicht eingelegt, um einen Überrollbügel anzuschweißen. Ein bisschen Sicherheit kann ja nicht schaden.“

Zustände, die inzwischen längst der Vergangenheit angehören. Bevor es kommenden Sonnabend und Sonntag rummst und kracht und aus eigentlich noch ganz passablen Familienkutschen schrottreife Blechhaufen entstehen, wird das Thema Sicherheit ganz groß geschrieben. „Am vergangenen Wochenende wurden an die 30 Punktrichter und Streckenposten eingewiesen,“ sagt Christian Kiebler, „in den Stunden vor den Rennen kommen dann die Autos auf den Prüfstand. Wenigstens der Tank muss dicht sein und die Bremen müssen funktionieren.“ In fremde Autos würde sich ohnehin niemand mehr setzen. „Jeder weiß nur bei seinem Fahrzeug, wie er es belasten kann und wo die Schwachstellen liegen.“

Autos vom ersten Rennen stehen schon lange nicht mehr zur Verfügung. „Allerhöchstens drei Jahre, länger kann man sie nicht schweißen und nochmal schweißen,“ sagt Christian Kiebler. Gegenwärtig vertraut der gastgebende Stockcarclub auf eine Flotte betagter Fiestas, teils an die 20 Jahre alt. „Das hat immerhin den Vorteil, dass wir nicht auch noch für jede Marke unterschiedliche Ersatzteile mitnehmen müssen.“

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