Ristedter Moor ist Trainingsplatz für Akaflieg-Gruppe der Hochschule Bremen

Unbekannte Flugobjekte

Der Hexacopter fliegt mithilfe von sechs Luftschrauben und bescherte den Bremern einen ersten Preis im Flugwettbewerb von Harde. ·

Ristedt - Von Heiner BüntemeyerFür viele dürften es unbekannte Flugobjekte sein, die immer wieder über das Ristedter Moor schweben. Aber keine Sorge: Sie haben überaus irdischen Bezug und gehören Mitgliedern der Akademischen Fluggruppe „Akaflieg“ Bremen, die auf dem Modellflugplatz im Ristedter Moor regelmäßig Praxistage abhalten.

Die Nachwuchstechniker der Hochschule Bremen entwickeln unter der Leitung Prof. Dr. Heinrich Warmers autonome Flugmodelle und Mikrofluggeräte. Dabei handelt es sich um Fluggeräte, die automatisch oder über Kamerasicht aus dem Gerät ferngesteuert werden, wobei der Pilot keine Sicht auf das von ihm gesteuerte Objekt hat.

Diese Mikroflugzeuge sind manchmal nur eine Hand voll Technik – aber in jede Richtung beweglich. Daher werden sie für Erkundungsflüge in Einsätzen genutzt. Die Techniker entwickeln sie ständig weiter und messen sich in Wettbewerben. So wurden kürzlich im niederländischen Harde anlässlich der „International Micro Air Vehicle Conference“ Wettbewerbe veranstaltet, an denen sich 19 Gruppen aus Europa und Nordamerika beteiligten.

Dabei erzielten die Bremer „Akaflieger“ herausragende Ergebnisse. Im Indoor-Wettbewerb erreichte eines der kleinsten Fluggeräte erste Plätze im Pylonen- und Erkundungsfliegen. Es handelt sich um die „Shredisquette BOLT“, die William Thielicke entwickelt, gebaut und geflogen hat.

Der 270 Gramm schwere, über sechs Luftschrauben bewegte Hexacopter mit einem Durchmesser von 21 Zentimetern bewies seine Dynamik beim Pylonenfliegen, wobei zwei vertikal in vier Metern Abstand aufgestellte Stangen innerhalb von drei Minuten so oft wie möglich umflogen werden mussten.

Beim Erkundungsfliegen untersuchte das Gerät einen nicht einsehbaren Raum und erreichte weitere Wertungspunkte bei Tür-, Fenster- und Kamindurchflügen. Beim Outdoor-Wettbewerb zeigten sich nur zwei Fluggeräte dem Regen und dem starken Sturm gewachsen. Dazu gehörte der Deltaflieger „BUSCA 800“ von Peter Galke. Bei diesem Wettbewerb ging es um den Energieverbrauch, der auf einer 250 Meter langen Teststrecke gemessen wurde. Hinter einem Team der ENAC Toulouse belegte Akaflieger Peter Galke den zweiten Platz.

Zudem wurde das Akaflieg-Team mit Dr. Klaus-Peter Neitzke, William Thielicke, Peter Galke und Prof. Dr. Heinrich Warmers in Harde mit einem Sonderpreis der Niederländischen Polizei ausgezeichnet.

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