Umweltministerin Hendricks: Schacht Konrad wird kommen

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Schacht Konrad.

Salzgitter - Gekommen war Umweltministerin Barbara Hendricks, um das Vertrauen der Anwohner rund um das Atommüll-Endlager Schacht Konrad in Salzgitter zurückzugewinnen. Doch ihre Aussagen dürften für weitere Unruhe sorgen.

Keine guten Nachrichten für die Gegner des Atommüll-Endlagers Schacht Konrad: Eine Erweiterung des Lagers ist doch noch nicht endgültig vom Tisch. „Ich kann es zum jetzigen Zeitpunkt nicht hundertprozentig ausschließen“, sagte Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) am Dienstag in Salzgitter. Sie widersprach damit dem Präsidenten des Bundesamtes für Strahlenschutz, Wolfram König. Dieser hatte erst am Montag erklärt, dass eine Erweiterung nicht mehr in der Diskussion sei.

Hendricks war nach Salzgitter gekommen, um sich über den Fortschritt beim Bau des umstrittenen Endlagers zu informieren. Neben den Verantwortlichen aus Politik und Gesellschaft traf Hendricks in einer öffentlichen Diskussion auch Menschen aus der Region. „Ich kann den Unmut verstehen“, sagte Hendricks, die mit Trillerpfeifen-Konzert und lautem Protest empfangen wurde. Sie habe jedoch das gute Gewissen, alles für die Sicherheit der Bürger zu tun. „Es geht immer um Sicherheit, es geht um nichts anderes.“

Die Gegner des Endlagers sehen das anders. „Schacht Konrad wurde vor langer Zeit genehmigt, heutige Sicherheitsaspekte wurden da nicht berücksichtigt“, sagte Melanie Huk von der Bürgerinitiative Strahlenschutz. Vertreter aus 19 Kommunen der Region überreichten der Ministerin deshalb einen Appell. Darin fordern sie, dass das Endlager mit seinen Plänen, die zum Teil aus den 80er Jahren stammen, komplett neu bewertet wird. Erst im vergangenen Mai wurden mehr als 70 000 Unterschriften an das Bundesumweltministerium übergeben. Die Unterzeichner forderten darin einen Stopp aller Endlagerpläne und verwiesen auf Sicherheitsbedenken.

Dass das Lager nicht in Betrieb geht, ist jedoch unwahrscheinlich. „Konrad ist planfestgestellt“, sagte Hendricks. „Das wird auch so kommen.“ Es sei aber äußerst unwahrscheinlich, dass das Endlager größer werde als bislang genehmigt.

Geplant ist, dort 303 000 Kubikmeter schwach- und mittelradioaktiven Abfälle zu lagern. „Es könnte auch einen weiteren Standort geben, an einer ganz anderen Stelle“, sagte Hendricks.

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