Nils und Malte Kunst sowie Steffen Thamm bauen Solarauto für Wettbewerb „SolarCup“

Umpolen des Motors ist die Lösung

Nils Kunst, Steffen Thamm und Malte Kunst mit ihrem Modell. ·
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Nils Kunst, Steffen Thamm und Malte Kunst mit ihrem Modell. ·

Twistringen - Von Anne HundtWenn es um Physik, Chemie und Mathematik geht, raufen sich ganze Schülergenerationen die Haare. Doch nicht Nils und Malte Kunst sowie Steffen Thamm vom Hildegard-von-Bingen-Gymnasium.

Sie lieben Naturwissenschaften und haben kürzlich beim Deutschlandentscheid des Wettbewerbs „SolarCup“ in Bremen und Chemnitz mitgemacht. Ihre Aufgabe: „Bauen Sie ein solarbetriebenes kleines Auto, welches selbständig und möglichst schnell eine Strecke von 20 Metern zurücklegt, wobei nach zehn Metern ohne weiteres menschliches Zutun ein Richtungswechsel in die Gegenrichtung erfolgen muss.“ Das Fahrzeug müsse also selbständig hin und zurück fahren können.

„Im Frühjahr hat mein Physiklehrer Thorsten Schütte den Wettbewerb vorgestellt und Steffen, Malte und ich waren sofort begeistert“, sagt Nils Kunst (14). Der Gymnasiast hat schon an Schülerwettbewerben wie der Physik- und Mathematikolympiade teilgenommen. Doch nie wurde er vor die Herausforderung gestellt, selbst ein Auto konstruieren und bauen zu müssen. „Das war eine spannende Aufgabe“, ergänzt Kunst. Im Hobbyraum vom Vater oder in der Schule zusammen mit dem Physiklehrer tüftelten und schraubten die drei Schüler stundenlang. „Das Fahrzeug sollte möglichst leicht sein, deswegen haben wir es aus Aluminium gebaut.“

Doch wie sollte ihr Auto von alleine die Fahrtrichtung ändern? Auf diese Frage wussten Nils, Malte und Steffen keine Antwort. „Also, wenn wir dieses Fahrzeug bauen müssten, würden wir einen Schalter verwenden, der den Motor umpolt“, sagten Oberstufenschüler zu den Jungs. „Das war‘s. Wenn man den Motor umpolt, dann fährt das Auto in die Richtung, aus der es kommt“, erklärt der 14-Jährige begeistert.

Nach vielen Stunden Arbeit und einer endlos scheinenden Suche nach den passenden Unterlegscheiben, stand es dann vor ihnen: ein selbst gebautes Auto, das mit Solarenergie angetrieben wird. Nach dem Erfolg in Bremen hatten die Jungs die Eintrittskarte für die Teilnahme am Deutschlandentscheid. „Wir haben dort viele tolle Ideen gesehen. Zum Beispiel hat ein Team kleinere Solarzellen verwandt. Die sind effektiver als unsere Solarplatten“, sagt Nils Kunst.

Zwar erreichten Nils, Steffen und Malte keinen der vorderen Plätze, dafür brachten sie als einzige der Teilnehmer aus dem Bremer Raum ihr Fahrzeug ins Ziel. Die Mannschaften, die im Vorentscheid schneller waren, hatten in Chemnitz Pech: Ihre Fahrzeuge kamen nicht ins Ziel. Nur die besten vier Teams gab die Jury als Gewinner bekannt. Die Schüler rechneten sich aber als, dass sie etwa Zwölfter in der Gesamtwertung von etwa 30 Teams geworden wären.

Für Nils Kunst steht fest: „Ich werde später mal einen technischen Beruf erlernen. Aber was genau, keine Ahnung: Da gibt es so viele Möglichkeiten.“ Bis dahin werden er und seine Freunde sich weiter für Physik, Chemie & Co. interessieren und vielleicht sogar im nächsten Jahr wieder am „SolarCup“ teilnehmen.

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