Diskussionen um Hol- und Bringdienst in Scharrendorf und Gutscheine für kostenlose Schwimmkurse

Zwei Anträge, ein Anliegen: Die Sicherheit der Kinder

Ein Feld vor der Grundschule in Scharrendorf
+
An der Grundschule in Scharrendorf. Die Grünen fänden dort gerne einen Hol- und Bringdienst gut.

Twistringen – Die Sicherheit von Kindern steht im Fokus zweier Anträge, mit denen sich der Twistringer Rat in seiner jüngsten Sitzung beschäftigt hat. Der eine Antrag stammt von der Stadtratsgruppe von den Grünen und Linken. Diese fordert, die Einrichtung eines Hol- und Bringdienstes an der Grundschule in Scharrendorf zu prüfen. Den anderen hat die CDU gestellt.

Die Christdemokraten wollen, dass alle Kinder aus den Grundschulen in Twistringen, die am Ende der Grundschulzeit noch kein Freischwimmerabzeichen erworben haben, in den Sommerferien einen kostenlosen Kurs dafür besuchen können.

Bei beiden Anträgen ging es im Rat eigentlich zunächst nur um die Entscheidung, ob diese zur tiefer gehenden Beratung in den entsprechenden Fachausschuss verwiesen werden sollen. Dafür gab es in beiden Fällen Grünes Licht – und in beiden Fällen rissen Ratsmitglieder die inhaltliche Diskussion schon an.

Hol- und Bringdienst

Im Haushalt sind (ausgehend von einem Antrag der CDU) 50 000 Euro eingeplant, um mit den Planungen für eine Turnhalle in Scharrendorf anzufangen. Der Gedanke dahinter: Wenn klar ist, wie die Halle platziert wird, könnte man schon mal den Parkplatz bauen und die brenzlige Verkehrssituation an der Schule somit entzerren.

Mit ihrem Antrag schlagen die Grünen einen anderen Weg vor. „Geld haben wir nicht im Haushalt, das wissen wir alle“, sagte Sylvia Holste-Hagen mit Blick auf die 50 000 Euro. Man müsse schauen, welche Möglichkeit in Zusammenarbeit mit den Eltern möglich seien. „Früher an der Steller Straße hatten wir einen Schülerlotsendienst von den Eltern, das lief ganz hervorragend“, nannte sie als Beispiel.

Durch das Busunternehmen Borchers kennt Anke von der Lage-Borchers (Freie Wählergemeinschaft) die Situation in Scharrendorf ziemlich gut. „Wir stehen da regelmäßig mit drei, vier Bussen aufgereiht, und die problematische Situation entsteht immer dann, wenn die Autos aus der anderen Seite den Bussen gegenüber stehen“, erzählte sie. „Wenn in dem Bereich vom Findling, bei den Rhododendren, ein absolutes Park- und Halteverbot wäre, dann wäre die Situation schon wesentlich entspannter.

Albert Rasche (CDU) merkte an, dass der Bürgersteig auf der Schulseite ungefähr 300 Meter lang sei. „Wenn die Eltern nur auf der Seite halten würden, um die Kinder auf der Seite aussteigen zu lassen und zur Schule zu bringen, dürfte sich die ganze Sache auch schon gewaltig entspannen.“ Hermann Niederwestberg (Grüne) verdeutlichte, dass die Kinder dann auf dem Weg zum Schulgebäude dann nicht einmal die Straßenseite wechseln müssten.

Rolf Meyer (CDU): „Das Problem an der Stelle ist, dass die Eltern am liebsten ins Schulgebäude reinfahren würden.“ Es sei aber schön, dass ein Antrag gestellt worden sei, der sich mit der Sicherheit der Schulkinder befasse. Katrin Schwarze, ebenfalls CDU, warf ein: „Im Winter sollten wir auch an die Beleuchtungssituation denken.“

Schwimmkurse

Alles nur geklaut? Um die Frage drehte sich die Diskussion zum Antrag der CDU auf kostenlose Schwimmgutscheine. Die Grünen meinten, der Antrag sei sinnvoll – verwiesen aber darauf, dass sie einen ähnlichen bereits im Zusammenhang mit den Sportförderrichtlinen gestellt hätten.

Damals forderten sie, die folgende Formulierung in die Richtlinie einzupflegen: „Die Stadt fördert das Erlernen des Schwimmens für Jugendliche bis 16 Jahre. Kosten für den Schwimmunterricht der Jugendlichen werden von der Stadt übernommen.“ Der Antrag der Grünen sah zudem vor, Vereine, die Schwimmunterricht übernehmen, finanziell zu entschädigen.

„Die Frage ist, wenn die CDU jetzt solch einen Antrag stellt, warum sie unsere dann damals abgelehnt hat“, sagte Grünen-Mitglied Heinfried Dießelberg. Laut Jürgen Schulze, ebenfalls Güne, sei das sehr moderat formuliert: „Wir stellen einen Antrag, und dann kommt er nach ein paar Monaten unter einem anderen Label wieder!“

Schulze stellte den Erweiterungsantrag, dass auch Seepferdchen-Kurse berücksichtigt werden sollen. „Ich kenne genügend Kinder, meinen Sohn eingeschlossen, die Scharren mit den Hufen. Jetzt steht der Sommer vor der Tür. Die wollten letztes Jahr schon einen Kurs machen, und die werden hier nicht bedacht.“

Der Grünen-Fraktionsvorsitzende Hermann Niederwestberg sprach im Zusammenhang mit dem CDU-Antrag von „abschreiben“. „Uns ehrt das natürlich, dass wir die Denkfabrik sind für die CDU.“

Bernhard Kunst (CDU) wies den Vorwurf des Abschreibens entschieden zurück. Die CDU habe sich schon vor dem Jahreswechsel mit dem Antrag beschäftigt. „Wir haben vielfältigste Überlegungen gestellt, und haben letztlich diese Formulierung gefunden, um alle Facetten offen zu halten und dem Rat die Möglichkeit zu geben, die richtige Entscheidung zu treffen.“ Die Intention der Grünen in Zusammenhang mit der Sportförderrichtlinie sei in eine ganz andere Richtung gegangen.

Ulrich Helms (Freien Wählergemeinschaft) findet: Gutscheine auch an Leute zu verteilen, die sowieso gut verdienen, könne sich die Stadt bestimmt nicht leisten. Es könnten nur solche berücksichtig werden, die es sozial nötig hätten. Ansonsten sei der Antrag aber nicht schlecht.

Von Katharina Schmidt

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Meistgelesene Artikel

Schwerer Zusammenprall auf der Bundesstraße 61 bei Heerde

Schwerer Zusammenprall auf der Bundesstraße 61 bei Heerde

Schwerer Zusammenprall auf der Bundesstraße 61 bei Heerde
Mann bedroht Frauen mit Schusswaffe – das SEK greift nach Stunden ein

Mann bedroht Frauen mit Schusswaffe – das SEK greift nach Stunden ein

Mann bedroht Frauen mit Schusswaffe – das SEK greift nach Stunden ein
Kater legt 250 Kilometer vom Harz nach Bassum zurück

Kater legt 250 Kilometer vom Harz nach Bassum zurück

Kater legt 250 Kilometer vom Harz nach Bassum zurück
Zirkusfamilie Köhler eröffnet Hüpfburgpark in Sulingen-Gaue zugunsten der Tiere

Zirkusfamilie Köhler eröffnet Hüpfburgpark in Sulingen-Gaue zugunsten der Tiere

Zirkusfamilie Köhler eröffnet Hüpfburgpark in Sulingen-Gaue zugunsten der Tiere

Kommentare