Fragen und Antworten zum neuen Umweltschutzprojekt / Anfang mit der „Grünen Lunge“

Ziel: Klimaneutrales Twistringen

Im Reisegarten soll einer der Klimaparks sein.
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Im Reisegarten soll einer der Klimaparks sein.

Twistringen –„Es gibt immer mal wieder Momente, da hat man das Gefühl: Hier kann etwas Tolles passieren. Ich glaube, so ein Moment ist das gerade.“ Mit diesen Worten leitete Bürgermeister Jens Bley am Dienstagabend die digitale Infoveranstaltung zur „Grünen Lunge“ in Twistringen ein.

Die wichtigsten Fragen und Antworten zu dem Klimaschutzprojekt im Überblick:

Bisher war immer die Rede von einer „Grünen Zunge“ – wieso jetzt plötzlich „Grüne Lunge“?

Die Akteure finden: „Grüne Lunge“ passt noch besser zur Thematik, weil die meisten Menschen den Begriff Lunge mit Luft verbinden. Und Luft ist ein wichtiger Aspekt beim Klima- und Umweltschutz.

Die „Grüne Lunge“ in Twistringen

Was genau ist geplant?

In Twistringen sollen drei Klimaparks mit unterschiedlichen Schwerpunkten entstehen, die zusammen die „Grüne Lunge“ ergeben – im kleinen Park hinter der Bücherei, im Hochzeitswald und im Reisegarten. Passend zu den Schwerpunkten sollen sich nach und nach unterschiedliche Projekte entwickeln, an denen sich alle Bürger beteiligen können. Die Klimaparks sollen einer von vielen Schritten auf dem Weg zu einem übergeordneten Ziel sein: Twistringens Co2-Emissionen senken und bis zum Jahr 2035 (oder vielleicht schon 2030) klimaneutral werden. Weitere Projekte könnten unter anderem in den Bereichen erneuerbare Energien oder Verkehr folgen.

Die Klimaparks und ihre Themenschwerpunkte

Kleiner Park hinter der Bücherei. Schwerpunkt Klima und Bildung: In dem Bereich soll es vorrangig darum gehen, ein Bewusstsein dafür zu schaffen, was Klimaschutz bedeutet – zum Beispiel durch interaktive Tafeln. Denkbar ist, an dieser Stelle Schüler mit einzubeziehen.

Hochzeitswald. Schwerpunkt Leben und Gesundheit: Die Klimafachgruppe möchte dort unter anderem das Thema Mobilität aufgreifen. Es gibt bereits die Überlegung, im Hochzeitswald einen Mehrgenerationenpark einzurichten. Die Akteure wollen schauen, wie sich das mit dem Themenschwerpunkt Leben und Gesundheit in Einklang bringen lässt.

Reisegarten. Schwerpunkt Natur als Vorbild: Der Schwerpunkt gliedert sich hier in drei Unterthemen: Wasser, Pflanzen- und Artenvielfalt und nachhaltiges Bauen. Dazu passt der Plan der Agendagruppe, mit einem von Frühjahr bis Herbst blühenden Beet (nahe des bestehenden Blühstreifens) Artenvielfalt zu fördern und Farbe zu schaffen.

Wie sieht es mit der Umsetzung aus? Wer kann das übernehmen?

Hauptamt und Ehrenamt sollen sich ergänzen. Im jüngst verabschiedeten Haushalt 2021 ist Geld für einen Klimaschutzmanager eingeplant. „Ich hoffe, dass wir jemanden finden“, sagt Jens Bley. „Das ist eine Fachkraft, die wir suchen, und Fachkräfte sind rar.“ Der Klimaschutzmanager soll strategische Planungen bei Klima- und Umweltfragen übernehmen. Also zum Beispiel bei Fragen wie: Was gibt die Stadt der Natur im Gegenzug zu Flächenversiegelungen zurück? Oder: Wie kann das Klimaschutzkonzept der Städte Bassum und Twistringen, das im Übrigen aktualisiert werden soll, umgesetzt werden? Bei der Umsetzung der strategischen Planungen kommt man laut Bley zwangsläufig auf den Bauhof zu sprechen. Dort habe die Stadt jetzt auch jemanden, der sich sehr gut mit grünen Themen auskenne. Doch: „Wir sind eine kleine Stadt. Wir kommen schnell an unsere Grenzen“, sagt der Bürgermeister. „Ohne unsere Ehrenamtlichen werden wir es nicht so schaffen, wie es vielleicht auch erforderlich ist.“

An der Stelle kommt eine ehrenamtliche Klimafachgruppe ins Spiel, die sich auf Initiative von Christian Masurenko gegründet hat. Diese will wiederum mit vielen anderen Gruppierungen zusammenarbeiten, von der GUT über Seniorengruppen bis zu Vereinen und Bildungsträgern. „Es ist eine große Aufgabe, und wir brauchen unglaublich viele Köpfe“, sagt Masurenko. Er und Bley betonen: Jeder, der in irgendeiner Weise mitmachen will, ist willkommen. „Wir möchten die Kräfte, die wir in der Stadt haben, bündeln“, sagt Bley. Er lädt dazu sein, sich auf einen Weg zu machen, „der sicherlich sehr innovativ ist, weil wir es mit sehr vielen Menschen machen.“ Bei der digitalen Infoveranstaltung waren schon mal knapp 20 Teilnehmer dabei.

Wer soll das bezahlen?

Twistringen ist mit 22 Millionen Euro Schulden ziemlich klamm. Bei der Umsetzung der Klimaziele spielen Fördergelder laut Bley eine wichtige Rolle. Insgesamt soll ein Dreiklang aus Fördergeldern, städtischen Mitteln und Spenden die Finanzierung ermöglichen. Die Kleinsten sind schon mit gutem Beispiel vorangegangen: Kinder haben vor ein paar Wochen in Twistringen Geld für ein Umweltprojekt gesammelt. Dieses Geld soll in die „Grüne Lunge“ fließen. Die Firma Freer Haustechnik fand das so gut, dass sie weitere 1 000 Euro obendrauf gelegt hat.

Wie kam die Idee zur Klimafachgruppe zustande?

Laut Masurenko gibt es in Deutschland schon einzelne Klimastadtprojekte. „Ich finde das sehr attraktiv, auch für eine kleinere Stadt“, sagt er. So sei die Idee entstanden. „Twistringen könnte da einer der Vorreiter werden.“

Wie geht es jetzt weiter?

Das nächste virtuelle Treffen für alle Interessierten ist am Mittwoch, 7. April, um 19 Uhr. Wer einen Zugangslink bekommen möchte, kann sich an Heike Harms wenden (h.harms@twistringen.de).

Von Katharina Schmidt

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